Ein Tag in der Badi Teufen

Das Freibad Teufen wartet mit Attraktionen en masse auf: Zwei Rutschbahnen, drei Schwimmbecken und ein Beachvolleyballfeld sind nur einige davon. Das macht die Anlage beliebt – fast zu beliebt.

Markus Fässler
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Hat einiges zu bieten: Im Freibad in Teufen lässt sich ein schöner Sommertag geniessen. (Bild: Markus Fässler)

Hat einiges zu bieten: Im Freibad in Teufen lässt sich ein schöner Sommertag geniessen. (Bild: Markus Fässler)

Teufen. Das Wetter für einen Tag in der Badi ist ideal. Bereits gegen 11 Uhr zeigt der Luftbarometer angenehme 23 Grad an. Das Wasser ist nur unwesentlich kälter. Noch bleibt der grosse Ansturm aus. Dieser wird am Nachmittag folgen, es ist Mittwoch, und die meisten Schülerinnen und Schüler haben frei. So bleibt für die beiden Redaktoren Johannes Wey und Markus Fässler Zeit, sich überall im Freibad in Teufen umzusehen und das Angebot zu begutachten. Dieses kann sich sehen lassen.

Bereits beim Eingangsbereich steht ein Tischtennistisch, daneben diverse Spielautomaten, ein Tischfussball, ein Flipperkasten und linker Hand das Restaurant mit einer grosszügigen Terrasse.

Breites Angebot

Dazu kommen drei verschiedene Becken. Das Sportbecken mit Wasserlift erstreckt sich über eine Länge von 50 Metern, und 15,5 Meter Breite. Das Nichtschwimmerbecken auf stattliche 10,5 mal 25 Meter, dazu kommt das Kinderplanschbecken. Wagemutig stürzen sich jw und mf sogleich ins grosse Becken für eine erste Abkühlung.

Auf grosses Echo stossen am Nachmittag zwei weitere Attraktionen des Freibads – die Rinnenrutsche und die Flächenrutsche. Auf ersterer begibt man sich auf eine 61,5 Meter lange Fahrt, bei der zweiten rutscht man 15,2 Meter weit. Weiter gibt es ein 1-Meter-Sprungbrett. Daneben gibt es ein Beachvolleyballfeld, einen Grillplatz mit Partyzelt und einen grossen Party-Tisch. Man fühlt sich ob dem Angebot beinahe auf einem Areal eines Hotels. Gleich geht es wohl auch den anderen Badegästen, mittlerweile ist das Freibad mehr als gut gefüllt.

Die Badetücher drängen sich Reihe an Reihe – mf und jw müssen um ihren Platz bangen. Als etwas störend empfinden sie die Radioberieselung aus diversen Lautsprechern. Denn diese ist zu leise, als dass man mehr als vom Winde verwehte Fetzen mitkriegt, aber zu laut, um sie zu überhören.

Für 6,3 Mio. saniert

1933 wurde die Schwimmbad AG gegründet. Diese war der Überzeugung, dass Teufen als Sonnenterrasse ein Schwimmbad benötigt. Kurz darauf, bereits am 6.

August 1933, wurde das Freibad Teufen eröffnet. So geht aus einem Artikel vom 4. August 1933 aus dem «Säntis – Volksblatt für den Kanton Appenzell und dessen Umgebung» hervor: «Als man noch vor weniger als Jahresfrist die Entstehung eines Schwimmbades voraussagte, so wurde man beinahe ausgelacht. Doch allen sei diese pessimistische Stimmung verziehen.» Eine umfassende Sanierung erfolgte ab Herbst 1997.

Die Gemeinde als Besitzer nahm rund 6,3 Millionen Franken in die Hand und brachte das Schwimmbad bis zum Saisonbeginn im März 1999 auf Vordermann.

Seit 1986 Badmeister

Verantwortlich für das Freibad Teufen ist Badmeister Albert Müller. Bereits seit 1986 hat er das Amt inne. Schon Müllers Schulweg führte an der Badi vorbei und so spielte sie in seinem Leben immer eine wichtige Rolle.

Als in den 1980er-Jahren der damalige Badmeister sich beim Rasenmähen an der Zehe verletzte, wurde eine Aushilfe gesucht. Albert Müller übernahm die Vertretung während zweier Monate und bewarb sich 1986 definitiv, als die Stelle neu ausgeschrieben wurde.

Nun ist er für die Gesamtleitung verantwortlich. Das heisst für die Budgetierung, die Werterhaltung, das Sanitätswesen, die Chemie, die Kasse oder die Betreuung der Besucherinnen und Besucher. «Falls man es im Sommer mit der Hitze aushält, ist es ein super Job», sagt Albert Müller.

Wasseranalysen

Arbeitsbeginn ist jeweils um 6 Uhr morgens. Ein Tag dauert meistens bis rund 20 Uhr und das sieben Tage die Woche. Der Start in die diesjährige Badesaison sei wegen des Wetters einer der schlechtesten gewesen, seit er Badmeister ist, so Albert Müller. Gesamthaft arbeiten acht Personen im Freibad Teufen. Fünf bis sechs davon sind im Stundenlohn angestellt und meistens Studenten, die sich ein Zubrot als Badeaufsichten verdienen.

Dreimal am Tag, um 9, 14 und 19 Uhr, erfolgt eine Wasseranalyse von Hand. Alle Messungen werden protokolliert. Für die Desinfektion des Wassers wird zudem nicht Chlor, sondern Javel-Wasser – natürlich hausgemacht – verwendet.

Doch was macht ein Badmeister eigentlich im Winter? «Ich kompensiere Überstunden und dann fallen jeweils Revisionsarbeiten an», sagt der 49-Jährige.

Denn das Freibad Teufen erledigt alle anfallenden Arbeiten wie Rasen mähen, Beckenpflege, Baumschnitt, Reparaturen und so weiter selber. Gerade diese Vielfalt mache den Job sehr interessant, sagt Albert Müller.

Dann muss der Mann mit dem auffallenden gelben Hemd bereits wieder weiter. Das Thermometer zeigt mittlerweile 28 Grad an und das Freibad Teufen scheint aus allen Nähten zu platzen. Der schlechte Start ist vergessen – ab geht's ins kühle Nass.

Albert Müller ist seit 1986 Badmeister in Teufen. (Bild: jw)

Albert Müller ist seit 1986 Badmeister in Teufen. (Bild: jw)

Einsatz total auf dem Beachvolleyballfeld. (Bild: mf)

Einsatz total auf dem Beachvolleyballfeld. (Bild: mf)

Bild: markus Fässler

Bild: markus Fässler