Ein Tag für zukünftige Ingenieure

Am TecDay an der Kantonsschule Trogen standen Nanomedizin, Solarstrom und Satellitennavigation auf dem Stundenplan. Über die Initiative sollen Schüler mit Technik und Naturwissenschaften in Kontakt kommen.

Michael Genova
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Ein ETH-Ingenieur gibt Kantischülern am TecDay eine Einführung in die Kunst des Brückenbaus. (Bild: mge)

Ein ETH-Ingenieur gibt Kantischülern am TecDay eine Einführung in die Kunst des Brückenbaus. (Bild: mge)

TROGEN. Das Krachen beim Essen von Pommes-Chips ist zentral, denn das Geräusch vermittelt dem Konsumenten das Gefühl eines frischen Produkts. Dieses überraschende Detail erfuhren Schüler gestern in einem Seminar über Sensorik am TecDay der Kantonsschule Trogen. Der Tag der Technik ist eine Initiative der Schweizerischen Akademie für Technische Wissenschaften (SATW), die im Rahmen ihrer Nachwuchsförderung jungen Menschen die Naturwissenschaften näherbringen will. «Wenn wir bei den Schülerinnen und Schüler etwas erreichen wollen, müssen wir Schlüsselerlebnisse schaffen», sagte Belinda Weidmann von der SATW.

Von Drogen und Brücken

Damit diese Erlebnisse zustande kamen, hatte die Akademie ein Programm mit 34 verschiedenen Modulen zusammengestellt, aus denen die Schüler drei auswählen konnten. Neben Wissenschaftern von Universitäten und Fachhochschulen kamen auch Ingenieure und Fachleute aus Unternehmen an die Kantonsschule Trogen, um aus der Praxis zu berichten. Mit der Firma Arcolor aus Waldstatt und der Rico-Sicherheitstechnik aus Herisau boten auch zwei Appenzeller Unternehmen Seminare an. Beliebt bei den Jugendlichen war ein Seminar über die Biochemie von Drogen und Drogentests. In einem anderen Kurs gaben ETH-Ingenieure eine Einführung in den Brückenbau. Anhand von Modellen erfuhren die Schüler praxisnah mehr über das Tragverhalten von Brückenkonstruktionen. Ebenfalls auf Interesse stiess ein Modul über die Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Science Fiction. Eine Vertreterin der Stiftung Gen Suisse erklärte, wie viel Wahrheit in den Horrorszenarien von Hollywoodfilmen steckt.

Technik ist kein Schulfach

Im Zusammenhang mit der Nachwuchsförderung wies Rektor Michael Zurwerra auf einen Widerspruch hin: «Wir sind heute ständig von Technik umgeben.» Gleichzeitig habe die High-Tech-Gesellschaft grosse Probleme, genügend Ingenieure und technische Spezialisten zu rekrutieren, so Zurwerra. Einen Grund dafür sieht er im Umstand, dass Technik als Fach an der Schule nicht existiere. Es gehe jedoch nicht darum, konkrete Studienrichtungen vorzustellen, sagte Belinda Weidmann. «Wir wollen zeigen, wie später die Berufspraxis aussehen könnte.»

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