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Ein Stoff von brennender Aktualität

Mit «Ararat mon Amour» bringt der in Speicher wohnhafte Regisseur und Dramaturg Pierre Massaux ein neues Stück auf die Bühne. Die Schauspielerin Nicole Edelmann erzählt darin die Geschichte eines Überlebenden des Genozids an den Armeniern.
Karin Erni
«Der Stoff könnte aktueller nicht sein», sagt Darstellerin Nicole Edelmann in Anspielung auf die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa. (Bild: pd)

«Der Stoff könnte aktueller nicht sein», sagt Darstellerin Nicole Edelmann in Anspielung auf die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa. (Bild: pd)

SPEICHER. Am Berg Ararat soll gemäss der biblischen Überlieferung Noahs Arche gestrandet sein. Auch wenn der Ararat heute in der Türkei liegt, ist er das Nationalsymbol der Armenier geblieben.

Sie hatten bis zum Völkermord 1915 ihren Siedlungsraum rund um den Berg. Bei den von den Türken angeordneten Massakern und Todesmärschen in den Jahren 1915 und 1916 kamen hier je nach Schätzung zwischen 300 000 und 1,5 Millionen Armenier zu Tode.

Flucht durch Europa

Einer, der dem Grauen entgangen ist, ist Dikran Zarmanian. Er wurde um 1899 in einem kleinen Dorf in der armenischen Provinz Sivas geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er von den türkischen Besatzern zur Flucht gezwungen. Nach seiner Ankunft im belgischen Exil schrieb er auf losen Blättern seine Erinnerungen nieder. Er beschreibt seinen Marsch, die Menschen, denen er auf der Flucht begegnete und die historischen Tatsachen, die er am eigenen Leib erfahren musste.

Sensibilisierungsarbeit leisten

Der aus dem französischsprachigen Flandern stammende und in Speicher wohnhafte Regisseur und Dramaturg Pierre Massaux hat sich des Tagebuchs angenommen und es in ein Bühnenstück übersetzt.

Hauptanliegen seines «théâtre sacré» ist, mit Reinheit und Klarheit herauszukristallisieren, was sich in einem Werk an authentischem Ausdruck und Architektur verbirgt. Mit seinen Stücken will Massaux nach eigenen Angaben Position beziehen, aufrütteln, der Wohlfühlgesellschaft vor Augen führen, in was für einer Welt wir leben. Eine beeindruckende Sensibilisierungsarbeit mit künstlerischen Mitteln, die mehr sein will als seichte Unterhaltung. Ein Schlüsselerlebnis bedeutete für Massaux im Alter von 17 Jahren die Begegnung mit einem Auschwitz-Überlebenden.

Diese war von so nachhaltiger Wirkung, dass er dem Schrecken in Zukunft nicht ausweichen, sondern in die Augen sehen wollte. Zu den Stücken, die Massaux auf die Bühne gebracht hat, gehören unter anderem «Parzival und das Atom», «Beethoven – Vom Herzen! Möge es wieder zu Herzen gehen!», «Genozid, Ruanda April 1994», «Gottes vergessene Kinder», «Orange – Guantanamo» oder «Stimme der Erde».

Premiere: Sonntag, 13. September, 17 Uhr, Theater 111, Grossackerstrasse 3, St. Gallen Aufführungen im Appenzellerland: Donnerstag, 17. September 20 Uhr, evang. Kirche, Wolfhalden; Freitag, 18. September 20 Uhr, evang. Kirche, Urnäsch. Im November sind weitere Aufführungen in Hundwil und Speicher geplant. Vorverkauf: st.gallen@noten.ch www.theatresacre.org

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