Ein Stadtpark als Spielplatz für alle

Ein Schachbrett im Stadtpark, ein Kreativatelier für Kunst, Musik und Tanz und Dankesanlässe für Freiwilligenarbeit. Am «Zukunftskafi» in Gossau kamen viele Ideen zusammen. Stadtrat Bruno Damann dämpft aber die Erwartungen.

Martin Brunner
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Auf dieser Fläche an der Mooswiesstrasse wünschen sich einige Gossauer einen Stadtpark mit Spielmöglichkeiten. (Archivbild: Michel Canonica)

Auf dieser Fläche an der Mooswiesstrasse wünschen sich einige Gossauer einen Stadtpark mit Spielmöglichkeiten. (Archivbild: Michel Canonica)

GOSSAU. 70 Personen von jung bis alt haben sich Ende Mai Gedanken über die Zukunft von Gossau gemacht. Anliegen und Ideen aller Generationen wurden festgehalten. Zahlreiche Vorschläge kamen zusammen, die in acht Projekten zusammengefasst wurden. Aufgabe der Leitungsgruppe war es nun, aus diesen Vorschlägen jene auszusuchen, die sich für die Weiterbearbeitung und Umsetzung am besten anboten. Diese präsentierte sie Interessierten letzte Woche.

Stadtpark neu diskutieren

Nicht erstaunlich ist, dass im Gesamtprojekt «Begegnungspark und -orte» der Stadtpark an der Mooswiesstrasse auf der Liste auftaucht. Martin Eberle, neuer Leiter des Jugendsekretariats, sah darin grosses Potenzial für das Zusammenleben aller Generationen. Eine Bocciabahn, ein grosses Schachbrett oder eine Freiluft-Fitnessanlage, eine sogenannte Street-Workout-Einrichtung, wurden aufs Tapet gebracht. Entscheidend sei, dass die Angebote an einem Ort kombiniert seien, damit Alt und Jung zusammenkommen. In dieses Teilprojekt gehört auch die Aufwertung vorhandener Orte wie der Bundwiese.

Im zweiten Teilprojekt, das sich um Begegnungen indoor kümmert, soll ein öffentliches Kreativatelier für Kunst, Musik und Tanz entstehen. Im dritten Teil geht es um Angebote für 12- bis 18-Jährige. Dazu lädt Eberle Jugendliche ein, ihre Bedürfnisse an der Sitzung vom 5. November einzubringen.

Symbolfigur kreieren

«Grüezi Gossau», unter diesem Titel steht die Initiative für Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Diese Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, dass Gossauerinnen und Gossauer sowie Gäste und Besucher sich in der Stadt wohl fühlen und die Einheimischen auch stolz sein können auf ihren Heimatort.

Olivier Grundisch erwähnte zudem das Willkommensset für Neuzuzüger. Ein Veranstaltungskalender soll Neogossauer auf öffentliche Anlässe, zum Beispiel von Vereinen, aufmerksam machen. Fixe Veranstaltungen wie Stadtführungen könnten den Zusammenhalt der Generationen stärken. Nicht zuletzt erachtet es diese Arbeitsgruppe als notwendig, dass eine Symbolfigur die Aktivitäten begleitet und stets präsent ist. Geplant ist, dass die ersten Ideen im nächsten Jahr umgesetzt werden können.

Im Projekt «Förderung Freiwilligenarbeit» sah Jigme Shitsetsang, Leiter Soziales der Stadt Gossau, eine Chance zum Imagegewinn für Organisationen und Vereine sowie zur Attraktivitätssteigerung der Freiwilligenarbeit. Vor allem die Wertschätzung soll gesteigert werden. Ausdruck davon ist der Prix Benevol, der alle drei Jahre und am 28. November zum erstenmal in Gossau vergeben wird. In den Zwischenjahren sollen Dankesanlässe die Bedeutung der Freiwilligenarbeit hervorheben. Dieses Projekt ist insofern weit fortgeschritten, als der Stadtrat einen Auftrag erteilt hat, bis Mitte 2015 eine Strategie dazu auszuarbeiten.

Nur kleine Schritte

Weiterarbeiten werden alle Gruppen. Sie seien motiviert und an guten Ergebnissen interessiert, sagte Shitsetsang. Es gehe darum, die zum Teil umfangreichen Projekte zu konkretisieren und Grundlagen auszuarbeiten.

Diese Weiterarbeit allerdings braucht Zeit. Bruno Damann, Stadtrat für Jugend, Alter, Soziales, warnte deshalb vor allzu grossen Erwartungen, vor allem an die Stadt Gossau. Alle müssten mithelfen, denn die Gestaltung der Zukunft sei ein langsamer Prozess. Man könne nicht alles auf einmal umsetzen, sondern komme nur in kleinen Schritten voran.