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Ein «Spinner» und «Doyen»

SCHWÄGALP. Mitte der 1950er-Jahre bezwang erstmals ein Skifahrer die Nordwand des Säntis. Es war der «Alpsteinkönig» Franz Grubenmann, der später tödlich verunglückte. Nach Grubenmanns Abfahrt vom Säntis sollte die Strecke gesperrt werden.
Roman Hertler
Die Säntis-Nordwand-Skirouten: Grün die kürzlich durch den Genfer Sébastien de Sainte Marie erstbefahrene Route; rot die Route Franz Grubenmanns, die meist dem Wanderweg folgt. (Bild: apz/Archiv)

Die Säntis-Nordwand-Skirouten: Grün die kürzlich durch den Genfer Sébastien de Sainte Marie erstbefahrene Route; rot die Route Franz Grubenmanns, die meist dem Wanderweg folgt. (Bild: apz/Archiv)

Sébastien de Sainte Marie war vor einigen Wochen wohl der erste Skifahrer, der die Säntis-Nordwand über das Gebiet des Säntishöhlen-Eingangs abfuhr (Ausgabe vom 16. April). Doch die Nordwand fand bereits Ende der 1950er-Jahre einen Bezwinger. Es war der Appenzeller Franz Grubenmann, ein Pionier der Alpstein-Kletterei und wagemutiger Skifahrer.

Dem Wanderweg gefolgt

«Das ist doch eine <Chalberei>», resümiert Fredy Fässler. Er war von 1964 bis 1990 Innerrhoder Rettungsobmann und kennt sich aus in der hiesigen Alpinisten-Szene. «Da sehen Amateure, wie ein geübter Berggänger den Säntis herunterfährt, und wollen es dann nachmachen.»

«Alpsteinkönig» Franz Grubenmann (Bild: pd)

«Alpsteinkönig» Franz Grubenmann (Bild: pd)

Fässler kannte Grubenmann gut. Ende der 1950er-Jahre nahm Grubenmann die Route, die später zum «Klassiker» der Säntis-Nordabfahrer wurde. Sie folgte mit wenigen Ausnahmen der Wanderroute, die von der Schwägalp über den Ellenbogen auf die Tierwies und den Säntis führt. Vermutlich verliess Grubenmann die Wanderroute einzig nach der Tierwies, wo er etwas weiter rechts über ein Schneefeld und durch ein Couloir fuhr, um danach wieder dorthin zu gelangen, wo im Sommer der Weg verläuft.

Kein Verbot möglich

«Grubenmann musste weder die Ski ausziehen noch sich zwischendurch abseilen», erzählt Fredy Fässler. In der Festschrift zum 50-Jahr-Jubiläum des Kletterclubs Alpstein wird Grubenmann als «Doyen» und «waschechter Appenzeller» bezeichnet, der immer zu Spässen aufgelegt gewesen sei.

Dafür, dass er es als Erster die Abfahrt vom Säntisgipfel zur Schwägalp riskierte, wurde er «Spinner» genannt. Hermann Kündig, damals Ausserrhoder Regierungsrat und Verwaltungsratspräsident der Säntis-Schwebebahn, wollte das Skifahren am Säntis-Nordhang verbieten. Doch es fehlte ihm die gesetzliche Grundlage. Er konnte den Skifahrern lediglich den Zugang zur Bahn verwehren.

Franz Grubenmanns Leben endete nur wenige Jahre nach seiner Säntisabfahrt auf tragische Weise. 1963 rutschte er bei einem Kontrollgang – er war Bergretter – in glitschigem Gelände unweit vom Schafboden aus und stürzte über eine Felswand in den Tod.

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