«Ein spannendes Arbeitsfeld»

Elvira Tischhauser ist diplomierte Pflegefachfrau im Alters- und Pflegeheim Lindenhügel in Teufen. Neben der täglichen Pflegearbeit begleitet sie vier Lernende. Sie schätzt insbesondere den pädagogischen Bereich ihrer Arbeit.

Karin Erni
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Elvira Tischhauser (rechts) erklärt der Lernenden Selina Ledermann die Materialien für die Aktivierung. (Bild: ker)

Elvira Tischhauser (rechts) erklärt der Lernenden Selina Ledermann die Materialien für die Aktivierung. (Bild: ker)

TEUFEN. Bereits kurz nach ihrer Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau übernahm Elvira Tischhauser in Zürich eine Stelle als Ausbildnerin. Hier betreute sie sieben bis zehn Lernende auf ihrer Station. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Doch sie spürte, dass ihr der pädagogische Teil der Arbeit sehr gut entsprach. Nach ihrer Rückkehr in die Ostschweiz fand Elvira Tischhauser ihre jetzige Stelle im Alters- und Pflegeheim Lindenhügel. Hier ist sie Berufsbildnerin und Ausbildungsverantwortliche. Sie erteilt zudem überbetriebliche Kurse am OdA, der Ausbildungsorganisation für das Gesundheitswesen in St. Gallen. Zurzeit absolvieren im «Lindenhügel» drei Frauen die Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit (FaGe) und eine zur Assistentin Gesundheit (AGS). Zudem steigt eine ausgebildete Fachfrau Gesundheit neu ein in die Ausbildung zur HF-Pflege.

Unterschiede der Berufe

Elvira Tischhauser hat ihre Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau zwar noch nach den «alten» Ausbildungsrichtlinien absolviert, doch sie kann voll und ganz hinter der zweistufigen Ausbildung, wie sie heute praktiziert wird, stehen. «Heute stehen den Pflegenden viel mehr Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Es ist aber auch Angehörigen anderer Berufsgruppen möglich, in den Pflegeberuf einzusteigen.» Eine Herausforderung im heutigen System kann das jugendliche Alter der Lernenden sein. Die «FaGe»-Ausbildung schliesst an die obligatorische Schulpflicht an. «Die jungen Lernenden sind im Pflegealltag mit alten und zum Teil schwerkranken Menschen konfrontiert und müssen sehr gut begleitet werden», so Tischhauser.

Die Rolle der Pflegefachpersonen HF im Alters- und Pflegeheim liegt in der Steuerung des Pflegeprozesses, das heisst, sie planen, koordinieren und überwachen die Pflege und Betreuung der Bewohnenden, zum Beispiel in der Funktion der Tagesverantwortlichen oder der Bezugsperson. Die Fachpersonen Gesundheit führen die von den diplomierten Pflegefachpersonen geplante Pflege selbständig und fachkompetent durch. Im Gegensatz zur Akutpflege im Spital ist die Verteilung in den Teams anders. Während im Spital mehrheitlich diplomierte Pflegefachpersonen und weniger «FaGe» arbeiten, ist es in der Langzeitpflege gerade umgekehrt.

Grosse Selbständigkeit

Eine diplomierte Pflegefachfrau verfügt in der Langzeitpflege über viel Selbständigkeit. Das bringe aber auch eine grosse Verantwortung mit sich, sagt Elvira Tischhauser. «Wir brauchen ein breites Fachwissen und eine sehr gute Beobachtungsgabe, um Veränderungen im Gesundheitszustand der Bewohnenden frühzeitig wahrzunehmen und richtig zu reagieren.» Die Hektik in der Akutpflege sei im Heim sicher geringer als im Spital. Im Vordergrund stehe eine wertschätzende Beziehungspflege und Begleitung der Bewohnenden und ihren Angehörigen. «Je länger ich diesen Beruf ausübe, desto wichtiger wird mir dieser Bereich meiner Arbeit. Gerade bei Menschen mit Demenz oder bei der Pflege und Betreuung von Menschen in der letzten Lebensphase kommt dem Beziehungsaspekt eine zentrale Bedeutung zu.» Auch die Beratung und Begleitung der Angehörigen sei ein wichtiger Aspekt in ihrer täglichen Arbeit, so die Pflegefachfrau.

Bild: KARIN ERNI

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