Ein schwieriger Job

Brosmete

Mea Mc Ghee
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Lieber Herr Petkovic, Sie haben wahrlich keinen einfachen Job! Bei jedem Zusammenzug der Nationalmannschaft müssen Sie aus dem Haufen hervorragender Spieler die elf besten, fittesten, mannschaftsdienlichsten, formstärksten herauspicken, um eine schlagkräftige Truppe aufs Feld schicken zu können. Es ist in der Nationalmannschaft wohl so, dass jeder der Stars sich für die geeignetste Wahl hält. Jeder möchte sich präsentieren und für die Schweiz das Beste geben. Sie als Natitrainer haben die Qual der Wahl, und Sie müssen alle bei Laune halten. Das ist sauschwer – wenn nicht gar unmöglich.

Lieber Herr Petkovic, ich fühle mit Ihnen, denn ich weiss, wie schwierig Ihre Aufgabe ist. Diese Woche war ich Betreuerin einer Unihockeygruppe von Erst- und Zweitklässlern. Gut, das sportliche Niveau von Selina, Remo, Nevin, Milla und Gspänli lag weit unter jenem von Sommer, Shaqiri, Lichtsteiner & Co. Aber die Ambitionen der Knirpse waren nicht weniger gross, das können Sie mir glauben. Nichts weniger als in den Final wollten sie kommen. Und spielen wollten sie alle – immer – und am liebsten im Sturm! Auf der Goalieposition hatten die «Megaknaller» drei Spieler, die sich wortreich und lautstark aufdrängten – vor jedem Spiel. Ein Luxusproblem, das Ihnen dank der Herren Sommer, Bürki und Hitz bestens bekannt sein dürfte. «Du bist zu schlecht im Tor», werden sich Ihre drei Konkurrenten im Kampf um den Platz zwischen den Pfosten wohl nicht an den Kopf werfen. Ich hoffe, da geht es im Nationalteam gesitteter zu und her als bei den Schulkindern.

Lieber Herr Petkovic, Sie haben wirklich einen schwierigen Job. Ich wünsche Ihnen ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung Ihrer Startelf für das heutige WM-Qualispiel gegen Lettland. In einem Punkt haben Sie es sicher einfacher als die betreuende Mutter: Sie können nur dreimal Wechseln und wer einmal vom Feld kommt, hat Feierabend. Am Unihockeyturnier hiess es nach jedem Wechsel, kaum hatten die Spieler auf der Bank Platz genommen: «Channi jetzt wieder ine?!»

Mea Mc Ghee