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Ein Schattenspender, der Strom produziert: Der Parkplatz der Kronbergbahn wird zum Solarkraftwerk

In Innerrhoden wird bald Energiegeschichte geschrieben: Auf dem Parkplatz der Kronbergbahn soll ein Solarfaltdach der Firma DHP Technology entstehen. Die innovative Fotovoltaikanlage wäre weltweit die zweite Anlage ihrer Art.
Claudio Weder
Fotovoltaik-Dach eingefahren. (Visualisierungen: SAK)

Fotovoltaik-Dach eingefahren. (Visualisierungen: SAK)

Fotovoltaik-Dach ausgefahren.

Fotovoltaik-Dach ausgefahren.

Nach dem Bau des weltweit ersten Solarfaltdachs über der ARA Chur im Jahr 2017 soll nun auch der Parkplatz der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG (LJK) die Ehre erhalten: In Zusammenarbeit mit der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) ist ein Faltdach «Horizon» des Jungunternehmens DHP Technology aus Zizers geplant. Die SAK wird das Projekt realisieren und den Betrieb der Anlage sicherstellen.

Dank eingebauter Sensoren passt sich die innovative Fotovoltaikanlage vollautomatisch den aktuellen Wetterbedingungen an: Scheint die Sonne, werden die auf Seilsystemen befestigten Solarpanels ausgefahren – droht hingegen Regen, Schnee oder Sturm, falten sich die Dachmodule wie eine Handorgel in die wettergeschützte «Garage» zurück. Ebenso Teil des Projektes sind zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Gerade im Winter, wenn der Strom bekanntlich ohnehin schon knapp ist, bringt das Faltdach einen enormen Nutzen gegenüber herkömmlichen Solaranlagen mit sich. Ralph Egeter, Leiter Projekte Strom bei der SAK, erklärt:

«Dank des Faltmechanismus kann die Anlage auch nach dem Schneefall wieder Sonnenenergie tanken, da die Solarpanels nicht mit Schnee in Kontakt kommen.»

Ein doppelter Mehrwert für die Kronbergbahn

Die Idee, gemeinsam mit der SAK auf dem Parkplatz der Kronbergbahn ein faltbares Solardach zu installieren, entstand vor einigen Jahren in Zusammenhang mit den Plänen der LJK, die Parkplätze zu sanieren. Für die Kronbergbahn resultiert ein doppelter Mehrwert. Thomas Bischofberger, Projektverantwortlicher und Verwaltungsratsmitglied der LJK:

«Das Dach gibt uns die Möglichkeit, beschattete Parkplätze anzubieten.»

Dazu komme der positive Nebeneffekt, dass das Dach, das ausgefahren eine Fläche von rund 4000 Quadratmetern erreicht, auch noch Strom produziert – und zwar der Idee der Anlage entsprechend dort, wo er gerade gebraucht wird. Mit einem Jahresertrag von rund 300'000 Kilowattstunden wäre das Solardach nämlich theoretisch in der Lage, den gesamten elektrischen Energiebedarf der LJK über ein Jahr zu decken.

Mit der Errichtung des Solarfaltdaches wird Energiegeschichte geschrieben: Das Dach ist eine Weltneuheit, die es bisher nur in Chur gibt. Die Anlage auf dem Parkplatz der Kronbergbahn wäre damit weltweit die zweite ihrer Art – und die allererste Solaranlage, die über einem Parkplatz installiert wird, wie Gian Andri Diem, Geschäftsführer DHP Technology, bestätigt.

Dach soll zum Publikumsmagnet werden

«Mit diesem zukunftsweisenden Projekt wollen wir die Bevölkerung für erneuerbare Energien sensibilisieren», sagt Ralph Egeter. Thomas Bischofberger glaubt, dass die Innovation gar zu einem Publikumsmagnet avancieren könnte, der den Kronberg als einen energietechnisch innovativen Betrieb positionieren würde.

Damit die Anlage erstellt werden kann, muss die LJK jedoch zunächst den Parkplatz optimieren: Parkfelder sollen eine gute Parkordnung ermöglichen, eine Befestigung des Platzes soll eine effiziente Schneeräumung gewährleisten.

Noch ist das Bauprojekt nicht bewilligt. Der Quartierplan, der für das Bewilligungsverfahren vorgesehen ist, liegt seit dem 8.  Oktober bei der Bezirksverwaltung Gonten für 30 Tage öffentlich auf. «In den Gesprächen, die wir im Vorfeld mit verschiedensten Institutionen und Organisationen wie WWF, Pro Natura oder dem Heimatschutz führten, ernteten wir jedoch durchgehend positives Feedback. Daher sind wir zuversichtlich, dass wir im Verlauf des nächsten Jahres mit dem Bau beginnen können», sagt Egeter.

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