Ein Ruhestand nach 33 Dienstjahren

Alterszentrum Churfirsten

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Lio und Graziella Favazzo bei der Abschiedsfeier, flankiert von Pierino Keller und den Happy Bones. (Bild: PD)

Lio und Graziella Favazzo bei der Abschiedsfeier, flankiert von Pierino Keller und den Happy Bones. (Bild: PD)

Im Oktober 1983 trat Lio Favazzo seinen Dienst als Küchenchef im damaligen «Evangelischen Al-tersheim Churfirsten Nesslau» an. Nach über 33 Dienstjahren wurde er per Ende Januar in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens verbrachte Lio Favazzo beruflich in dieser Institution. Dabei hat er verschiedene grössere und kleinere Veränderungen mitgemacht und mitgetragen. Vor 33 Jahren bot das Heim Platz für 46 Bewohner, und die Belegschaft umfasste 28 Mitarbeitende. Heute können bis ­ 66 Personen im Alterszentrum betreut werden; der Personalbestand ist auf über 75 Mitarbeitende angewachsen. Nebst verschiedenen Namensänderungen standen auch immer wieder bauliche Projekte an, sei es aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben, sei es, um die Anzahl der Plätze erhöhen zu können. Besonders bei der Erweiterung und Neugestaltung der Küche konnte Lio Favazzo seine Wünsche einbringen, und die langjährige Erfahrung half der Baukommission bei vielen Entscheidungen mit. Lio Favazzo war für viele Aktivitäten zu begeistern. Bei Festivitäten für die Bewohner mit ihren Angehörigen, für die Organisation von öffentlichen Anlässen oder bei Grillfesten für das Personal, immer konnte man auf sein Mitwirken zählen. Ein alljährlicher Höhepunkt war für ihn jeweils das Jahresschlussessen für die Kommission und die geladenen Gäste, wo er regelmässig mit seinen Kochkünsten ganz besonders brillieren konnte. Denn er sagte immer: «Auch wenn zunehmend immer mehr administrative Aufgaben zu erledigen sind, ich bin mit Leib und Seele Koch, nicht Manager.»

Wenn jeweils Anfang Jahr im ­Kader Ideen für besondere Anlässe besprochen wurden, so machte Lio Favazzo mehr als einmal den Vorschlag, mit den Bewohnern einen Tanznachmittag zu organisieren, was aber dann doch nie realisiert wurde. Zu seiner grossen Überraschung fand nun ein solcher Anlass im Rahmen seiner Verabschiedung statt. Bei der Vereinigung OsteoSwiss, ­welche sich mit der Prävention und Behandlung von Osteoporose befasst, existiert eine Gruppe von Tänzern, die Happy Bones, denn Tanzen fördert Konzentration und Beweglichkeit und unterstützt unter anderem die Vorbeugung gegen Osteoporose. So fand dank der Tänzer der «Happy Bones» und der Musik von Alleinunterhalter «Pierino Keller» ein würdiger Nachmittag statt, bei welchem viele Bewohner – oft nach sehr vielen Jahren – wieder einmal das Tanzbein schwingen konnten. Auch die anwesenden Gäste und Mitarbeitenden tanzten eifrig mit, und Lio Favazzo liess kaum einen Tanz ausfallen und genoss den Übergang in den Ruhestand ausgiebig.

Der Nachmittag wurde aufgelockert durch einen ehemaligen Mitarbeiter, der Lio Favazzo in humorvoller Weise Tips für den neuen Lebensabschnitt präsentierte. Ein herzliches Dankeschön für die langjährige Tätigkeit erhielt er schliesslich vom Stiftungsrat und der Heimleitung, und damit ging der letzte Arbeitstag im Alterszentrum Churfirsten für ihn zu Ende.

Rolf Baer