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Ein Rückschlag zu viel

In der 2. Liga lieferten sich der Tabellenletzte Herisau und der Leader Bazenheid am Samstag auf dem Ebnet ein packendes Duell. Die Appenzeller führten und kämpften, standen am Ende aber doch ohne Ertrag da.
Patrik Kobler
Gästespieler Gebert, gezeichnet vom Zusammenstoss mit FCH-Goalie Grubenmann. Sein Trainer Stefanachi hat ihn notfallmässig verarztet. (Bild: Patrik Kobler)

Gästespieler Gebert, gezeichnet vom Zusammenstoss mit FCH-Goalie Grubenmann. Sein Trainer Stefanachi hat ihn notfallmässig verarztet. (Bild: Patrik Kobler)

Was für ein Drama am Samstag auf dem Ebnet: Manchmal entsteht an Amateurspielen ganz unverhofft jene Intensität, die im zurechtgepuderten Profifussball häufig fehlt. Eigentlich musste für die Herisauer nach zuletzt vier Niederlagen in Serie gegen die noch verlustpunktlosen Bazenheider das Schlimmste befürchtet werden. Und als nach zehn Minuten auch noch Torhüter Pascal Grubenmann beim Zusammenstoss mit Gästespieler Gebert eine Gehirnerschütterung erlitt und Aussenverteidiger Samuel Looser seine Position einnahm, schien das Unterfangen aussichtslos, die Partie ohne Debakel zu beenden. Jedoch: Es kam anders.

Zehn Minuten hatte der Unterbruch zur Pflege der verletzten Spieler gedauert. Gleich nach dem Wiederanpfiff versenkte Florian Höhener, der als Sturmspitze aufgestellt worden war, den Ball im Netz. Diesen Vorsprung verteidigte das Heimteam zäh. Und so entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel, das dem Schiedsrichter zunehmend entglitt. Fast jeder Entscheid sorgte für lautstarke Kommentare; allein die beiden Trainer Fabio de Souza und Heris Stefanachi behielten kühlen Kopf – vorerst jedenfalls.

Der vermeintliche Führungstreffer

Zu Beginn der zweiten Halbzeit folgten für Herisau gleich zwei Rückschläge aufeinander. Erst versenkte Cakir einen Freistoss im Netz – wäre Samuel Looser normalerweise nicht Aussenverteidiger, müsste man wohl von einem Torhüterfehler sprechen. Freilich zeigte er, abgesehen von diesem Patzer, eine formidable Partie mit starken Paraden. Dann musste in der 55. Minute Vorkämpfer Luca Keller verletzungsbedingt vom Platz. Für ihn kam Ümit ins Spiel. Würde sich Herisau von diesen zwei Rückschlägen entmutigen lassen? Nein – im Gegenteil: In der 65. Minute ging Herisau nach einem Freistoss vermeintlich mit 2:1 in Führung. Und für einige Sekunden schien für den Tabellenletzten der ersehnte Befreiungsschlag nahe, dann aber winkte der Linienrichter zur allgemeinen Überraschung mit dem Fahnen, worauf der Schiedsrichter dem Treffer wegen Offside die Gültigkeit aberkannte. Dieser Fehlentscheid war Rückschlag Nummer drei für Herisau in dieser Partie – aber Trainer de Souza bewahrte immer noch kühlen Kopf. In der 85. Minute war es aber vorbei damit. Denn obwohl der Ball hinter der Seitenlinie gelandet und der Linienrichter dies pflichtbewusst mit der Fahne angezeigt hatte, entschied der Schiedsrichter auf Eckball statt auf Abstoss. De Souza, der das Unheil wohl kommen sah, war nun wütend. Der Schiedsrichter liess sich aber nicht umstimmen und so geschah, was geschehen musste. Bazenheid ging beim Eckball durch den eingewechselten Musliji mit 2:1 in Führung. Damit war die Partie entschieden. Das 3:1 durch Beluli in der Nachspielzeit bedeutete nur noch Resultatkosmetik.

Die tapfer kämpfenden Herisauer hätten gegen den Leader einen Punkt verdient gehabt. Stattdessen herrschte nach der Partie Frust und Enttäuschung. Nun gilt es allerdings, die Köpfe nicht hängenzulassen. Bazenheid stellte zwar insgesamt das etwas bessere Team, mit Leistungen wie am Samstag dürfte Herisau aber nicht absteigen. Wenn man mit einem Feldspieler im Tor den unangefochtenen Leader fordern kann, sollte auch gegen andere Gegner etwas drinliegen. Die Punkte müssen nun aber allmählich her. Nach acht Runden haben die Appenzeller erst zwei Punkte ergattert; der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt fünf Punkte. Als nächstes steht am kommenden Samstag das Auswärtsspiel beim FC Steinach an.

FC Herisau – FC Bazenheid 1:3 (1:0)

Ebnet. – 80 Zuschauer.

Tore: 17. Höhener 1:0: 50. Cakir 1:1. 85. Musliji 1:2. 91. Beluli.

Herisau: Grubenmann (15. Kurzbauer); Wieland, Tasdelen, Ibraimi, S. Looser; Thaqi, D. Looser, Keller (55. Ümit), Curaba; Nesci (75. Puopolo), Höhener.

Bazenheid: Bernet; Farkas, Lang, Früh, Dilsiz; Gebert, Ramada (87. Györky), Mlinaric (77. Musliji); Cakir, Düring, Ledergerber (60. Beluli).

Verwarnungen: D. Looser; Cakir; Farkas, Düring, Ümit, Musliji, Tasdelen. Bemerkungen: Herisau ohne Rasimi (krank), Simic, Hadjadi (beide nicht im Aufgebot), Schuler (Ausbildung), D. Schoch, Boog, Follador (alle verletzt).

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