Ein richtiger Entscheid

Nacktwandern ist strafbar – zumindest im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Dies ist seit dem gestrigen Bundesgerichtsentscheid klar. Die Meinungen der Richter gingen auseinander.

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Nacktwandern ist strafbar – zumindest im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Dies ist seit dem gestrigen Bundesgerichtsentscheid klar. Die Meinungen der Richter gingen auseinander. Zu recht warfen sie die Frage auf, inwieweit der Gesetzgeber in die Freiheit der Menschen eingreifen darf und ob die Justiz wirklich über unbestimmte Begriffe wie Sitte und Anstand bestimmen dürfe. Die Frage, ob etwas, das gegen Anstand und Sitte verstösst, gleich auch strafbar ist, kann immer wieder gestellt werden. Und immer wieder ist es eine Gratwanderung zwischen Vorschriften, die den Menschen in seiner Freiheit einschränken, auf der einen und dem Gewährleisten von Sicherheit und Ordnung innerhalb der Gesellschaft auf der anderen Seite.

Auch wenn jemand, der nackt herumwandert, sicherlich niemandem etwas Böses will, gibt es doch Dinge, die einfach nicht sein müssen. Dass ein solcher Fall gar bis vor Bundesgericht kommt, ist zwar tragisch, zeigt aber, dass viele Menschen heute einfach nicht mehr wissen, was sich gehört – und was eben nicht.

Nach dem wichtigen Urteil des Bundesgerichts liegt endlich ein wegweisender Entscheid vor. Nun liegt es in der Kompetenz der Kantone zu entscheiden, ob sie Gesetze erlassen oder anwenden wollen, um Nacktwanderer zu büssen.

Martina Brassel

martina.brassel@appon.ch