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Ein Pöstler mit Ultra-Ausdauer

Jakob Lang aus Mosnang hat 2014 zum 14. Mal die 100 Kilometer von Biel erfolgreich überstanden und ist unter 14 Stunden geblieben. Nächstes Jahr möchte er auf jeden Fall wieder nachts durch das Bernbiet laufen.
Urs Huwyler
Jakob Lang (rechts) hat sich beim 100-Kilometer-Lauf in Biel einmal mehr als Langstreckenspezialist bestätigt. (Bild: Urs Huwyler)

Jakob Lang (rechts) hat sich beim 100-Kilometer-Lauf in Biel einmal mehr als Langstreckenspezialist bestätigt. (Bild: Urs Huwyler)

MOSNANG. Wer heute einen Langdistanzlauf unter die Füsse nimmt, muss sich nicht zuletzt mit der professionellen Organisation des eigenen, meist mehrköpfigen Helferstabs beschäftigen. Verpflegung, Zwischenzeiten, Kommunikation, An- und Rückreise, Fahrzeugpark, Material, alles muss bis ins kleinste Detail geplant und aufeinander abgestimmt sein. Ein Rennen in Laufschuhen, aber ohne Handy und allenfalls Funk: unvorstellbar. Doch es gab auch die «ganz normalen» Solisten. Mit Nummer 776 startete der 52jährige Jakob Lang aus Mosnang für das Team Post zu den 100 Kilometern. Auf einen Betreuerstab verzichtete er. Auf eine Pulsuhr, Zwischenzeiten und eine individuell abgestimmte Verpflegung ebenfalls. Jakob war alleine in Biel unterwegs. Kurz vor 17 Uhr bestieg er in Bütschwil den Zug, 24 Stunden später kehrte er mit etwas weniger runden Bewegungen, aber aus eigener Kraft ins Toggenburg zurück. Dazwischen lagen 13 Stunden, 48 Minuten und acht Sekunden zu Fuss durch die Region Biel.

Reine Kopfsache

2014 unter 14 Stunden bleiben und damit zum 14. Mal ins Ziel kommen, dies setzte sich Jakob Lang als persönliches Ziel. Nachts um 22 Uhr ging es los. Das Wetter war perfekt, es musste nicht mit Regen oder einem Kälteeinbruch gerechnet werden. In früheren Jahren gehörten Handschuhe und Kappe zur Bekleidung. Erstaunlicherweise, sagt der ausdauernde Fünfziger, seien die Zeiten trotz der idealen Bedingungen allgemein nicht schnell gewesen. Auch er benötigte schon rund anderthalb Stunden weniger lang. Aber der Rang (124./M50) spielte keine Rolle. «Vieles ist Kopfsache», weiss der Ultra-Langstrecken-Spezialist aus der jahrelangen Erfahrung. Er schnappte sich an jedem der 17 Verpflegungsposten ein Glas Cola und Wasser, mischte es und ass etwas Banane. Dabei vermied er es, auch nur einmal stehen zu bleiben. «Ich bin die 100 Kilometer oder fast 14 Stunden in meinem Tempo durchgelaufen. Nach einer Pause wäre es schwierig geworden, den Rhythmus zu finden.» Von Zeit zu Zeit fragte Jakob Lang einen Streckenposten, wie spät es sei – und erhielt so einen Anhaltspunkt über sein Tempo. «Ich wusste, welche Kilometerzeiten ich laufen wollte. Dies reichte. Meine Erfahrung und die Streckenkenntnisse kamen mir entgegen. Insgesamt bin ich sogar besser durchgekommen als in andern Jahren, obwohl die Vorbereitung und das Training nicht optimal verlaufen sind», erzählt der einzige Toggenburger 100-km-Teilnehmer. Zu einer wichtigen Marke werde (auch moralisch) jeweils der 50. Kilometer. «Danach geht es von der Denkweise her zurück nach Hause. Bei Kilometer 60», so Jakob Lang, «habe ich mir gedacht, nur noch 40 Kilometer.»

Oder nochmals einen Marathon

Für andere Starter dürfte diese Vorstellung bei sechs Zehnteln der Distanz wenig motivierend gewesen sein. Realistisch gesetzte Ziele seien hilfreich. «Ich muss mit meiner Teilnahme niemandem etwas beweisen. Mir gefällt der Lauf. Irgendwie erinnert alles an eine grosse Familie. Entweder man mag die 100 Kilometer von Biel oder nicht», betont Jakob Lang. Die Freude und das Glücksgefühl im Ziel führen dazu, dass bereits über das nächste Jahr diskutiert wird und nicht die «Nie wieder»-Analyse dominiert. «Ich wollte ursprünglich zehnmal teilnehmen. Nach sieben Austragungen», erzählt der Mosliger, «habe ich eine Pause eingelegt und nun den Lauf nach dem Unterbruch weitere sieben Mal beendet. Nächstes Jahr werde ich nach Möglichkeit erneut starten.» Das wäre dann einmal Zagreb und zurück. Auf die Post musste am Morgen niemand warten. Teamleader Jakob Lang, der im November den Frauenfelder Marathon absolviert, war bei Arbeitsbeginn am Start.

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