Ein Pöm zur Reformation

Frau L. aus W. fragte neulich: «Lieber Herr Syring, diese Gedichte, Pöms, wie Sie sie nennen, die Ihnen der Dieter schickt, die entzücken mich sehr. Sagen Sie dem Dieter, er soll uns doch mal ein Gedicht zum Reformationsjubiläum dichten.

Lars Syring
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Bild: Lars Syring

Bild: Lars Syring

Frau L. aus W. fragte neulich: «Lieber Herr Syring, diese Gedichte, Pöms, wie Sie sie nennen, die Ihnen der Dieter schickt, die entzücken mich sehr. Sagen Sie dem Dieter, er soll uns doch mal ein Gedicht zum Reformationsjubiläum dichten. Danke!»

Liebe Frau L., ich habe Ihre Bitte gerne weitergeleitet. Und den Dieter hat prompt die Muse geküsst und er hat folgendes Pöm für Sie geschickt. Bitte haben Sie etwas Geduld, der Pöm gewinnt erst langsam an Fahrt. Gott zum Grusse!

Ich sag mit voller Klarheit

die ganze süsse Wahrheit:

Martin Luther

ass gern Butter

und seine Frau die Käthe

nähte.

Dann hörte er vom Zwingli

von Willisauer Ringli.

Und hatte Ueli Durst

dann ass er auch 'ne Wurst.

Der Priester aus Wildhaus

kam aus dem Schlemmen

nicht heraus.

Und darob träumte Luther

von einer Portion Butter.

Er stand in seinem Garten

und konnt' es kaum erwarten,

er sah sie ganz genau,

da rief ihn seine Frau:

«Beende deine Sause

und komm jetzt mal nach

Hause

Auf dem Tisch steht nämlich

Futter: deine heissgeliebte

Butter.»

Da fiel dem Luther etwas ein:

«Jaja, so muss es sein.

Die Gerechtigkeit Gottes

ist wirklich etwas Flottes.

Allein aus lauter Gnade

führt er mich meiner Pfade.

Und geh ich bis ans Ende

stürz ich in seine Hände.»

Dann gab er ohne Muss

seiner Käthe einen Kuss!