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Ein Pionierprojekt: Die Kanti Trogen hat ein neues Hightech-Labor

Vergleichbares gibt es an Appenzeller Schulen bislang nicht: Mit dem neuen «Makerspace» will die Kantonsschule Trogen die Technikkompetenz der Jugendlichen fördern. Seit einer Woche ist die Hightech-Werkstatt in Betrieb.
Claudio Weder
«Do it by yourself»: Zwei Sekundarschüler programmieren im neuen Technik-Labor der Kanti Trogen einen Mikroprozessor. (Bild: Claudio Weder)

«Do it by yourself»: Zwei Sekundarschüler programmieren im neuen Technik-Labor der Kanti Trogen einen Mikroprozessor. (Bild: Claudio Weder)

Der neue «Makerspace» im Untergeschoss des alten Schulhauses der Kantonsschule Trogen ist kein klassisches Schulzimmer, sondern eine mit modernster Technik ausgerüstete Hightech-Werkstatt: Auf Holzregalen stehen Plastikboxen, gefüllt mit verschiedensten elektronischen und mechanischen Bauteilen; neben Messgeräten und Lötkolben stehen 3D-Druckgeräte. Eine hochmoderne CNC-Fräse sowie ein CAD-Arbeitsplatz gehören ebenso zur Ausstattung. Schnell wird klar, dass hier kein gewöhnlicher Unterricht stattfindet: Hier wird getüftelt, gebaut, gebohrt, gelötet, gefräst und programmiert.

«Learning by doing» steht im Zentrum

Mitte Dezember wurde der Raum fertiggestellt, seit vergangener Woche wird er – zum Test – von einer Klasse Drittseklern genutzt. Unter der Aufsicht von Klassenlehrer Roman Spannring tüfteln die Jugendlichen gerade an elektronisch steuerbaren Hampelmännern, später steht die Herstellung von fahrbaren Kartonautos auf dem Programm. Die Lehrperson wirkt dabei jedoch nur im Hintergrund, hilft dort, wo Hilfe gebraucht wird, liefert Inputs. Denn: «Do it yourself» lautet das pädagogische Motto hinter dem «Makerspace».

Gearbeitet wird nicht nach Lehrplan: «Ziel des Makerspace ist es, dass die Schüler selbstständig Projekte entwickeln», sagt Christian Egger, der den «Makerspace» gemeinsam mit Patrik Thürlemann – beide sind «Macher» aus der Elektronik-Branche – realisiert hat.

«Makerspaces» sind bislang vor allem im ausserschulischen Kontext verbreitet. Nun sind sie auch im Bildungsbereich auf dem Vormarsch. Verschiedenste Institutionen entwickeln solche innovativen Lernumgebungen, um angesichts der Digitalisierung die Medien-, Informatik- und Technikkompetenz der Lernenden zu fördern. Auf gymnasialer Stufe spiele man schon länger mit dem Gedanken, stärker in die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer zu investieren, sagt Rektor Marc Kummer:

«In einem Hightech-Land wie der Schweiz ist die Nachfrage nach technisch ausgebildeten Leuten gross.»

Aus diesem Grund wolle die Kanti Trogen bei den jungen Leuten das Interesse für solche Fächer stärken, um Fachkräfte für die Industrie von morgen zu gewinnen. Dies soll vor allem anwendungsorientiert geschehen – mit Hilfe von «Makerspaces».

Auch andere Schulen sind willkommen

Mit dem neuen «Makerspace» verfügt die Kanti Trogen über ein Angebot, das in vergleichbarem Rahmen noch keine andere Schule im Appenzellerland besitzt. Ziel wäre es, dass der Raum auch von anderen Schulen genutzt wird. «Aktuell sind wir aber noch in der Testphase, bei der wir herausfinden müssen, welche Nutzungsform am sinnvollsten ist», sagt Christian Egger.

Der zweiteilige Raum ist multifunktional. Er soll in erster Linie als ergänzende, praxis- und projektorientierte Unterrichtswerkstatt genutzt werden. Zudem soll er zukünftig Schülern für Experimente, die sie im Rahmen ihrer Maturaarbeit durchführen wollen, zur Verfügung stehen. Auch ein Freifach soll ab nächstem Sommer darin stattfinden. «Es ist ein wachsender Organismus.»

Das Feedback der Schüler ist positiv: «Sie brennen jeweils auf diese Stunde im Labor.» Auch bei Rektor Marc Kummer ist die Zufriedenheit spürbar, wenn er die Sekundarschüler beobachtet, die «wie ein professionelles Entwicklerteam» zusammenarbeiten. «So freut sich die Wirtschaft auf die Fachkräfte von morgen.»

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