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Ein Pinguin lernt wandern

Brosmete
Stephanie Sondereggger

Da lag ich schon wieder am Boden. Meine Knie bluteten. Die Strumpfhose war zerrissen. Nein, es war nicht das erste Mal, dass mir das passierte. Ich kann es einfach nicht, dieses Wandern. Meine Füsse sind nicht gemacht dafür. Kennen Sie diese Pinguin-Videos, wo die Tiere über Glatteis watscheln und dann hinfallen? Genau so geht es mir in den Bergen. Stürze gehören für mich zum Pflichtprogramm – lautes Fluchen inklusive.

Doch Resignation kommt nicht in Frage. Dafür bin ich zu stolz. Zudem ist das Wandern wieder zur Trendsportart geworden und viele meiner Freunde finden es toll. Dazu kommt, dass es ein knackiges Füdli gibt, wenn man lange genug bergauf klettert. Das hab ich irgendwo in einem tollen Frauenheftli gelesen.

So habe ich im vergangenen Winter beschlossen, mit einer lieben Freundin den Tafelberg zu besteigen. Rund 1085 Meter ist der hoch. Als untalentierter Wandervogel lag mir natürlich viel daran, dass es schnell ging, bis wir oben sind. Deshalb wählten wir die kürzeste Route. Im Gegensatz zu meiner Reisebegleitung war mir aber nicht bewusst, dass der kürzeste auch der steilste Weg ist. So steil, dass ich mit meinem kleinen Körpermass teilweise sogar klettern musste.

Ich wartete bereits darauf, irgendwo abzurutschen und zu stürzen. Doch nichts passierte. Stattdessen wurde mir übel. Speiübel. Und wenn es etwas auf einem steilen Wanderweg gibt, das fast so blöd ist wie hinzufallen, dann ist es die Magenentleerung. Glauben Sie mir. Es macht keinen Spass. Zumal man so oder so noch einige Stunden zu laufen hat – ob hoch oder runter.

Weitere Ausführungen erspare ich Ihnen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich schaffte es hoch. Kreideweiss kam ich auf dem Plateau des Tafelbergs an. Zwischen Endorphinen und Übelkeit realisierte ich, dass es das erste Mal ohne Verletzung war.

Seither bin ich hochmotiviert. Ja, ich bin sogar kürzlich vom See- alpsee das steile Stück hoch zum Aescher gelaufen – ohne Unfall. Dafür hatte ich ordentlich Füdlimuskelkater. Etwas tut halt immer weh.

Stephanie Sondereggger

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