Ein Ort für neue Entdeckungen

Der Bibliotheksverein Herisau veranstaltete am Montagabend eine Gesprächsrunde zur Bedeutung der Bibliothek. Das vielseitige Angebot vermag zu überzeugen. Trotzdem wurden Wünsche nach mehr Raum, Geld und Solidarität geäussert.

Ruth Frischknecht
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Die Gesprächsrunde vom Montagabend in der Bibliothek Herisau zum Thema «Was bedeutet uns die Bibliothek Herisau?». (Bild: ruf)

Die Gesprächsrunde vom Montagabend in der Bibliothek Herisau zum Thema «Was bedeutet uns die Bibliothek Herisau?». (Bild: ruf)

HERISAU. Der Bibliotheksverein lud zu einer Gesprächsrunde zum Thema «Was bedeutet uns die Bibliothek Herisau?». Nach mehr als zwanzig Jahren Bibliotheksverein Herisau sei es an der Zeit für Gedanken über die Zukunft, sagte Michael Guggenheimer, Autor, Publizist und Moderator der Gesprächsrunde. Zudem habe sich die Situation in Herisau seit der Eröffnung von grossen Bibliotheken in Gossau und St. Gallen verändert. Plötzlich gebe es in unmittelbarer Umgebung starke Konkurrenz.

Grosse Zufriedenheit

«Das Angebot der Bibliothek ist überschaubar. Dafür ist es sehr aktuell und bietet tolle Autoren», sagte der Moderator. Ähnlich tönte es auch aus der Gesprächsrunde: Die Bibliothek sei klein, aber fein, sagt Dominik Schleich, Schulleiter. In Zukunft solle sich die Bibliothek profilieren und sich von anderen abheben. Ruth Rechsteiner, die stellvertretend für die Kundschaft der Bibliothek sprach, schätzt die neuen Entdeckungen und das Preis-Leistungs-Verhältnis. «Letztens habe ich spontan ein Tofu-Kochbuch mitgenommen. Jetzt gibt's öfter Tofu am Mittagstisch.» Renzo Andreani, Gemeindepräsident von Herisau, beschrieb die Bibliothek als kulturstiftend, verbindend und sieht in ihr ein wichtiger Teil des Gemeinwesens.

Es fehlt an Platz und Geld

Thomas Wüst, der ehemalige Vereinspräsident, wünscht sich einen Erneuerungsschub der Bibliothek. Um weiterhin ein breites, attraktives Angebot zu bieten, brauche es mehr Platz. Zudem fehle es an Geld. So sei es dem Verein nicht möglich, konkurrenzfähige Löhne zu zahlen. Wolle man aber in ein paar Jahren eine kompetente und engagierte Nachfolge für Gabriele Barbey finden, brauche es mehr finanzielle Mittel.

Der Kanton unterstützt die Bibliothek mit 15 000 Franken pro Jahr. Margrit Bürer, Leiterin des Amtes für Kultur, sagte dazu: «Der Kanton unterstützt die vier Bibliotheken mit regionaler Ausstrahlung. Das ist ein Bekenntnis zur Wichtigkeit.» Die Gemeinde Herisau zahlt 160 000 Franken pro Jahr an den Bibliotheksverein. Die Beiträge seien akzeptiert und gäben keinen Anlass zu Diskussionen, sagte Renzo Andreani. Er wünscht sich mehr Solidarität der anderer Gemeinden, die das Angebot in Herisau nutzen. Auch sie sollen den Verein finanziell unterstützen.

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