Ein neuzeitlich wachsendes Dorf bleiben

Leserbriefe zur Abstimmung über die Teilzonenänderung im Zentrum von Ebnat-Kappel Verändert, erneuert, modernisiert sich das Zentrum Ebnat-Kappel? Wenn ja, werden unsere Nachkommen uns dafür dankbar sein. Dies ist meine Meinung als Direktbetroffener.

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Leserbriefe zur Abstimmung über die Teilzonenänderung im Zentrum von Ebnat-Kappel

Verändert, erneuert, modernisiert sich das Zentrum Ebnat-Kappel? Wenn ja, werden unsere Nachkommen uns dafür dankbar sein. Dies ist meine Meinung als Direktbetroffener.

Unter Zentrumspark stelle ich mir eine Oase der Ruhe und Erholung vor mit Ruhebänken, grösseren Blumengestaltungen, Brunnen mit Wasserspielen und mittelwüchsiger Baumbepflanzungen. Die heutige Parkanlage wurde nach dem Abbruch des Hotels Bahnhof erstellt, weil keine Interessenten für eine Neu-Überbauung vorhanden waren. Als Notlösung wurde eine Wiese mit grosswachsenden Bäumen und zwei kleine Blumenrondellen erstellt. Ein Begegnungs-Zentrum für Ruhesuchende und Erholung wurde diese Wiese in all den Jahren nie, nur einige übermütige Mountainbiker zeigen ab und zu ihre Kunststücke über die kleinen Hügel auf der Wiese, sowie Nachtbuben, welche an Wochenenden ihre leeren Flaschen und Büchsen entsorgen.

Die Schaffung eines ansprechenden und modernen Zentrums mit Wohn- und Gewerberäumen sowie Grün- und Begegnungsfläche, würde unser Wohnort zu einer modernen, neuzeitlichen Gemeinde entwickeln. Mit der vorgeschlagenen Neugestaltung könnte auf dem Bahnhofplatz eine grosse Beruhigung erzielt werden indem die Rundrennen mit kreischenden Reifen von Autos um die heutige Parkanlage nicht mehr möglich wäre. Bleibt unsere Gemeinde auf dem geliebten Althergebrachten stehen, ist mit Sicherheit die Verschmelzung mit einer Nachbargemeinde vorprogrammiert. Wir wollen ein neuzeitlich wachsendes Dorf Ebnat-Kappel, eine unabhängige moderne und selbständige Gemeinde bleiben, darum sagen wir mit voller Überzeugung zum neuen Teilzonenplan «Zentrum» Ja.

Ernst Baumann, Haus Churfirsten 9642 Ebnat-Kappel

Ein guter Ortskern ist ein lebendiger Ortskern

Was braucht es im Ortskern? – Zumindest Bahn und Bus, Post und Bank, Grossverteiler und Detaillisten für Milch und Brot, Wein und Wurst, Blumen und Blusen, Schrauben und Schuhe, Papier und Pinsel … Noch attraktiver ist ein Zentrum, wenn man dort auch Arzt und Apotheke, Gemeindeverwaltung und Dorfkorporation findet, vielleicht sogar den Polizeiposten. Im idealen Zentrum denkt man sich zudem einen freien Platz mit Bänken, Blumen, Brunnen und Fahnenstange; auch Mehrzwecksaal und Kirche gehören in die Ortsmitte.

Das Doppeldorf Ebnat-Kappel hat zwar vieles, aber das Ideal erreicht es ebenso wenig wie die übrigen Toggenburger Gemeinden. Auch nach Jahrzehnten sind Überbleibsel und Lücken der Verschmelzung unübersehbar. Jetzt müssen sich die Stimmberechtigten zu einer Zonenplanänderung äussern, die für die Zukunft wegweisend ist, denn es geht um das Filet-Stück an gemeindeeigenem Land.

Ein Gesichtspunkt wurde wenig thematisiert: Nicht die Anhäufung sehenswerter Häuser macht das Zentrum aus, sondern das Angebot in den Gebäuden. Ein guter Ortskern ist ein lebendiger Ortskern. Er lebt, weil man dort hingehen muss, und weil man gern dorthin geht. Freundliche Menschen und vernünftige Öffnungszeiten gehören ebenso dazu wie Kurzzeitparkplätze und Verpflegungsmöglichkeiten. – Hinter dem neuen Zonenplan steht ein Überbauungskonzept, zu dem wir uns nicht äussern können. Deshalb lautet die weitreichende Frage: Bringt die vorgeschlagene Überbauung des Raums zwischen Güterschuppen und Pizzeria konkrete Schritte in Richtung idealem Ortskern? Wird mit der neuen optische Mitte Ebnat-Kappel lebens- und liebenswerter? Oder gibt es bloss Bauvolumen für einen Investor?

Hans Peter Dreyer, Berglistrasse 58 9642 Ebnat-Kappel