Ein Netzwerk von und für Senioren

Senioren in Teufen gründen ein Netzwerk, um sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Erste Pläne wurden gestern konkretisiert. Nun will man konkrete Vorschläge ausarbeiten und allen Teufner Seniorinnen und Senioren zugänglich machen.

Daniel Thür
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Mitorganisator Peter Petersen, Gemeinderätin Daniela Ruppanner-Leirer und Sozialarbeiterin Helen Niedermann (v.l.). (Bild: dan)

Mitorganisator Peter Petersen, Gemeinderätin Daniela Ruppanner-Leirer und Sozialarbeiterin Helen Niedermann (v.l.). (Bild: dan)

TEUFEN. Rund 20 Seniorinnen und Senioren sitzen an einem grossen Tisch im Säli des Hotels Linde und diskutieren angeregt über das geplante Netzwerk. Gesprächsleiter und Mitorganisator Peter Petersen fliegen die kreativen Ideen der Anwesenden nur so entgegen.

Es ist bereits das zweite Treffen der engagierten Seniorinnen und Senioren. Bereits Anfang Mai trafen sich knapp 40 Personen zu einem Seniorencafé mit Zukunftsworkshop. Damals wurden die Idee des Netzwerkes besprochen und Anregungen gesammelt.

Zur weiteren Konkretisierung beschloss man daraufhin, sich bis zu den Sommerferien alle zwei Wochen zum Seniorenstamm zu treffen.

Vielfältige Ideen

An Vorschlägen der aktiven Teilnehmer mangelt es nicht. So werden Ideen wie beispielsweise ein Literaturclub genannt. Man könnte sich dabei einmal im Monat treffen und ein Buch besprechen, so die Initiantin der Idee, die selbst lange Jahre Buchhandlungen geführt hatte.

Prompt bekommt sie Unterstützung von der Dame gegenüber, welche bereits seit 20 Jahren eine Lesegruppe leitet.

Auch das Thema Computer stösst auf allgemeines Interesse. Zwei Senioren bieten an, Hilfe bei Problemen in der Anwendung oder sonstigen kleineren Schwierigkeiten zu geben. Man könne aber auch monatliche Treffen organisieren, an denen die Teilnehmer ihre Fragen rund um den Computer stellen könnten, welche man dann beantworten werde.

Eine andere Seniorin bietet unter dem Stichwort «Ersatzgrosi» an, für andere Senioren oder aber auch Kinder zu kochen, falls diese allein wären oder sonstige Notfälle auftauchten. Für solche unplanbare (Not-)Fälle sei sie auch bereit, beispielsweise Hunde zu hüten.

Wer sich für Sprachen interessiert, kommt ebenfalls auf seine Kosten, werden doch auch Gesprächsgruppen auf Englisch und Französisch angeboten.

Da wird sich mit Sicherheit auch jemanden finden lassen, der einer rüstigen Dame mit einer spanischen Gesprächsgruppe weiterhilft, damit diese ihre früher erworbenen Kenntnisse auffrischen kann.

Durch Gemeinde unterstützt

Unterstützung erhalten die Seniorinnen und Senioren auch von der Gemeinde Teufen. Helen Niedermann, Sozialarbeiterin von der Informations- und Beratungsstelle für Altersfragen, begleitet das Projekt und bietet Hilfestellung in Koordination sowie im administrativen Bereich.

«Es ist ein sehr interessantes Projekt, ich spüre hier ein grosses Bedürfnis von pensionierten Menschen, mit Gleichgesinnten etwas für sich selbst, aber auch für andere auf die Beine zu stellen.»

Auch Daniela Ruppanner-Leirer, Gemeinderätin und Präsidentin der Sozialkommission in Teufen, zeigt sich beeindruckt von den Ideen der Senioren.

So hilft sie mit, einen Bus für Ausflüge zu organisieren und hält zusammen mit allen anderen die Augen nach geeigneten Räumlichkeiten offen.

Leistungen sind gratis

Auf die Frage einer Teilnehmerin, ob diese Angebote bezahlt werden müssten, wurde von Gesprächsleiter Petersen klar darauf hingewiesen, dass diese Leistungen gratis sein sollen, unter dem Motto «Senioren für Senioren». Jeder könne sich jedoch mit seinen Fähigkeiten einbringen. So gehöre auch Kuchenbacken durchaus zu solch einer Fähigkeit.

Das Netzwerk soll nicht nur aus gegenseitiger Hilfe bestehen, man möchte auch den Kontakt untereinander pflegen. So ist man sich schnell einig, dass ein Seniorenstamm aufgebaut wird. Wie und wo dieser stattfindet, soll bis im Sommer geklärt sein.

Noch nicht ganz einigen konnte man sich auf einen Namen, welcher das Netzwerk künftig tragen soll. Die einen stören sich am Wort «Senioren», andere wiederum finden «60plus» nicht sehr ansprechend. Doch auch dafür wird sich eine Lösung finden, da sind sich wiederum alle einig.