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Glaceverkauf: Ein Nebengeschäft wird zum Hit

Im Sortiment vieler kleiner Betriebe im Appenzellerland nimmt die Glace eine Nebenrolle ein. Nicht aber bei der aktuellen Hitzewelle. Ausgerechnet für die einzige Gelateria bringt diese aber nicht nur Vorteile.
Yann Lengacher
Besonders während der steigenden Temperaturen sind Glaces stark beliebt. Bild: Michel Canonica / TAGBLATT

Besonders während der steigenden Temperaturen sind Glaces stark beliebt. Bild: Michel Canonica / TAGBLATT

Wer bei Google nach einer Gelateria sucht, erzielt in Inner- und Ausserrhoden nur einen einzigen Treffer. Darben wegen eines Mangels an qualitativ guten Glaces muss im Appenzellerland aber niemand. Viele Bäckereien und Bauernhofläden bieten die kalte Süssspeise ebenfalls in ihrem Sortiment an. So auch die Bäckerei Böhli, die neben den drei Standorten in Appenzell auch in Speicher, Gais und Teufen mit Filialen vertreten ist. Die Glace ist hier aktuell der Star im Sortiment – bei den momentanen Temperaturen verwundert dies kaum. «Die Nachfrage ist schon merklich angestiegen, aber es wurde dieses Jahr auch ruckzuck wieder warm», sagt Katja Hartmann von der Bäckerei Böhli. Dafür sei man aber gewappnet: Die Lager sind wie die Vitrinen gut gefüllt. Mit dem «Appenzeller Coupe» führt die Bäckerei Böhli zudem eine spezielle Glace mit Biber-Geschmack, die sie wie alle anderen Sorten selbst herstellt. Das Verlangen nach Glace macht auch vor dem Hoflädeli von Manuela Mock nicht Halt: «Als wir das letzte Mal geöffnet hatten, haben sämtliche Kunden immer auch Glace gekauft», sagt die Appenzeller Bäuerin, die mit ihren Waren auf den Märkten der Region anzutreffen ist. Ihr Glace-Sortiment befindet sich momentan gewissermassen in einem Umbruch: «Unser Ziel ist es, möglichst viel von unserer eigenen Milch zu verarbeiten. Deswegen produzieren wir nun mehr Yoghurt-Glaces.» Auf diese Weise wolle man sich auch von anderen Glaceproduzenten abheben. Mock arbeitet ohne Zusatzstoffe: Mittel wie Randensaft, den die Industrie für eine schönere Färbung bei Erdbeer-Glaces einsetzt, nutzt die Appenzellerin nicht. Mock stellt viele Sorten zudem nur mit saisonalen Produkten her. Sie hat zum Beispiel erst kürzlich die Erdbeer-Glace ins Sortiment aufgenommen. Natürlich gebe es auch Sorten, die immer beliebt seien: «Die Haselnuss-Glace verkaufen wir während des ganzen Jahres.»

In Gais bietet Bernadette Langenegger ihre «Bauernhofglace» an. Seit 16 Jahren tut sie das schon. Alles fing mit einem Inserat an. In einer Zeitschrift las sie, dass es sich als Landwirtschaftsbetrieb lohnen könne, aus seiner Milch etwas herzustellen, statt diese einfach weiterzuverkaufen. Wie Dörig produziert auch Langenegger nicht nur mit der eigenen Milch, sondern mit saisonalen Produkten. Im Sommer bietet sie 20 bis 30 unterschiedliche Sorten an. Erfahrungsgemäss weiss sie, dass es sehr vom Wetter abhängt, wann ihre Kunden am meisten Glace konsumieren: «Ist der Sommer sehr heiss, essen die Leute dann am meisten. Wenn das Wetter schlecht ist, verschiebt sich der Konsum eher in den Herbst.» Genauso wie die Gaiserin weiss, wann die Kunden am meisten nach Glace verlangen ist ihr auch bewusst: «Irgendwann haben die Leute genug.»

Himbeer-Ingwer und Honig-Rosmarin im Trend

Zurück zur, gemäss Google, einzigen Gelateria in den beiden Appenzeller Kantonen: dem «Lokal» an der Weissbadstrasse in Appenzell. Geschäftsführerin Helen Fässler empfindet die momentanen Temperaturen nicht unbedingt als Vorteil: «Die Leute sind den Tag über meistens nicht im Dorf, gehen verständlicherweise eher in die Badi. Für mich ist es besser, wenn die Temperatur nur bei 25 Grad liegt.» Die Gäste kämen bei sehr hohen Temperaturen eher auf die Abendstunden ins «Lokal». Fässler konnte diese Saison aber schon Trends hinsichtlich der beliebtesten Glace-Sorten beobachten. Der Renner seien die Geschmacksrichtungen Himbeer-Ingwer und Honig-Rosmarin. «Ich denke, dass die Leute nach vielen Vanille-Glaces mal etwas Neues ausprobieren wollen. Das ist für mich natürlich super», freut sich Fässler.

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