Ein Naturwunder ist nicht mehr

Damals

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Vor 100 Jahren

11. August: Ebnat. In der in letzter Nummer erschienenen Notiz betreffend voraussichtlicher Betriebseinstellung in der Teigwarenfabrik Bösch zur Eich wird uns noch mitgeteilt, dass der Betrieb wegen Mangel an Rohmaterial vorübergehend eingestellt werden muss. Von einer gänzlichen Stilllegung des Betriebes kann nicht die Rede sein, da der schweizerischen Teigwaren-Industrie gewisse Kontingente Rohmaterial zur Verfügung gestellt werden, welche allerdings nicht zum vollem Betriebe ausreichen, und daher von Zeit zu Zeit kürzere oder längere Arbeitseinstellungen vorkommen müssen. Gleichzeitig hat die Firma auf dem betreffenden Anschlag bekannt gemacht, dass sie während diesem Unterbruch den Arbeitern die halbe Lohnvergütung ausbezahle.

Vor 50 Jahren

14. August: Wattwil. Die einst vielbewunderte «Harfentanne» im Rumpf bei Wattwil vermochte bekanntlich den schweren Schneefällen einer der letzten Winter nicht mehr standzuhalten und ging daran zugrunde. Eine wundervolle Laune der Natur ist nicht mehr, doch als makabrer Ueberrest fand der «Rumpf» der Tanne an einer Scheune im Rumpf bei Wattwil eine bleibende Stätte. Dieser seltsame Tannenwuchs stand unter Naturschutz.

14. August: Ebnat-Kappel. Früh um 04.35 Uhr wurde ein Teil der Feuerwehr der 2. Kompangnie durch Telefonalarm aus dem Bett geholt. Innert wenigen Minuten waren die ersten Feuerwehrmänner des Pikettzuges auf dem Brandplatz. Im dichten und beissenden Rauch war es nicht leicht, die Ursache zu finden. Zufolge Ueberhitzung hatten sich im Trocknungsofen Garnknäuel entzündet und durch den Ventilator wurde der Rauch in den Arbeitsraum ausgestossen. Nach kurzer, aber umsichtiger Bereitstellung der Löschmittel konnte der Ofen geöffnet und das brennende Garn mit Löschstaub und -schaum sofort gelöscht werden. Wasserschaden entstand gar keiner.

Vor 20 Jahren

13. August: Wattwil. Toggenburg Online der Buchdruckerei Wattwil AG und die Multimedia-Abteilung des Appenzeller Medienhaues Herisau gehören mittlerweile zu den etablierten Anbietern von sämtlichen Internet-Dienstleistungen in der Ostschweiz. Seit einem Jahr ist Toggenburg Online in enger Kooperation mit Appenzeller Multimedia nun auf dem Markt präsent. Im Bereich Internet ist das eine lange Zeit. In dieser Zeit hat sich die Multimedia-Abteilung ein enormes Know-how in Sachen Bildaufbereitung, HTML-Programmierung, Java-Scripte, Kontaktformulare, Mail Server, FTP-Accounts, statische/halbdynamische Webseiten-Herstellung und Datenbankprogrammierung erarbeitet. Toggenburg Online präsentiert unter anderem täglich auf dem Internet den Veranstaltungskalender für das Toggenburg.

14. August: Lichtensteig. Die Bauarbeiten an der neuen Doppelturnhalle schreiten zügig voran. Infolge Platzmangel und Lehrplananpassungen beschloss der Schulrat, einen zweiten Stock auf das bestehende Schulhaus zu stellen. Mit dem Um- und Ausbau wurden alle Fenster des im Jahre 1963 erstellten Gebäudes aus wärmetechnischen Gründen ausgewechselt. Gefangene Räume gehören der Vergangenheit an. Mit dem Entfernen etlicher Mauern im Obergeschoss entstand ein offener Gang und gefangene Räume verschwanden.

Vor 10 Jahren

10. August: St. Peterzell. Der Güggel ist wieder da. Seit 1964. Seit Bestehen der evangelischen Kirche St. Peterzell, thront zuoberst auf deren Turmdach ein gut zwei Meter hoher, rund 70 Kilo schwerer Wetterhahn. Laut dessen Schaffer, dem 87-jährigen Bildhauer Johann Ulrich Steiger aus Flawil und dem 80-jährigen Metallbautechniker Eugen Kreis aus Wattwil, «wohl der grösste der Schweiz». Vor gut drei Wochen jedoch war der «Güggel» ausgeflogen, nach Sursee, zwecks Revision durch die Jakob Muri AG. Die Dokumenten-Kugel, die den Sockel des Hahns bildet, sei über Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen worden, erklärt Kirchenpräsidentin Erika Nef. «Die Kugel füllte sich mit Wasser, der Hahn bekam nasse Füsse». Als man die Kugel öffnete, fand man denn auch nicht wie erhofft spannende Dokumente, welche Vertreter der Kirchgemeinde vor 43 Jahren für die Nachwelt hier eingeschlossen hatten, sondern «nur noch ein Häufchen Dreck».

10. August: Toggenburg. Starke Niederschläge gab es im Thur- und Neckertal. Einige Feuerwehren mussten ausrücken. Ausser einigen Wassereinbrüchen in Kellern und Hangrutschen gab es aber kaum Schaden. Die geöffneten Rietwis-Bäche in Wattwil waren harmlose Rinnsale und auf dem Rietwis-Areal bildeten sich ein paar idyllische Tümpel. In den notorischen Überschwemmungsgebieten bei Alt St. Johann musste die Feuerwehr nicht einmal ausrücken, die Niederschläge seien bei ihnen zu wenig stark gewesen, so der dortige Feuerwehrkommandant Peter Abderhalden. Er war in der Nacht unterwegs, um die neuralgischen Stellen zu überprüfen. Auch die Feuerwehr Nesslau-Krummenau musste nicht ausrücken. In Bütschwil musste die Feuerwehr die von einem Hangrutsch verschüttete Grämigerstrasse freischaufeln, zwanzig Mann waren im Einsatz. Gleich mehrere Hangrutsche hatte die Feuerwehr Mogelsberg zu bewältigen. Die Moosstrasse bei Nassen bleibt gemäss Feuerwehrkommandant Leo Gämperle wahrscheinlich bis am Abend gesperrt.