Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der letzte "Walzer"-Zug bekam seinen Namen - er heisst nun "Alpstobete"

Der fünfte «Walzer»-Zug der Appenzeller Bahnen wurde getauft. Er heisst nun «Alpstobete». Beim offiziellen Taufakt in Wasserauen erinnerte Kulturpreisträger Joe Manser an ein altes Verbot.
Astrid Zysset
Joe Manser, Festredner, und Thomas Halter, Leiter Betriebe bei den Appenzeller Bahnen, beim offiziellen Taufakt.Bild: Astrid Zysset

Joe Manser, Festredner, und Thomas Halter, Leiter Betriebe bei den Appenzeller Bahnen, beim offiziellen Taufakt.Bild: Astrid Zysset

Alle fünf «Walzer»-Züge der Appenzeller Bahnen (AB), die seit vergangenem Herbst auf der Linie Gossau-Appenzell-Wasserauen im Einsatz stehen, sind getauft – der letzte bekam heute am Bahnhof Wasserauen den Namen «Alpstobete» verliehen.

Alle Züge erhielten den Namen eines Appenzeller Brauchs. Die Begriffe Bloch, Silvesterchlause, Alpfahrt, Betruf und nun auch Alpstobete prangen aussen an der Führerkabine. Im Innern erinnern grossflächige Bilder an den Stirnwänden an das jeweilige Brauchtum wie auch einzelne Assoziationen. So sind beim Zug Alpstobete an den Sitzen Wörter wie «Tanze» oder «Striichmusig» zu finden. Diese stammen aus einer Umfrage. «Wir haben unsere Kundinnen und Kunden gefragt, welche Begriffe sie mit der Alpstobete verbinden», sagte Thomas Halter, Leiter Betriebe bei der AB, anlässlich des feierlichen Taufakts. «Und diejenigen, welche am meisten genannt wurden, haben wir auf Etiketten an den Sitzen angebracht.» Die anderen «Walzer»-Züge weisen jeweils die zu ihrem Brauchtum passenden Begriffe auf.

Ein Brauch, der lange Zeit verboten war

Festredner bei der offiziellen Namensgebung war Joe Manser. Er erhielt den Innerrhoder Kulturpreis 2019 für sein Schaffen zum Innerrhoder Dialekt und zur heimischen Musik. Manser erinnerte daran, dass die Stobete lange Zeit verboten war. Der Ausdruck umschrieb das gesellige Beisammensein in privaten Wohnzimmern. «Wenn niemand mehr etwas zu erzählen wusste, wurde gesungen und getanzt», so Manser. Für die Behörden war dieses gesellige Beisammensein jedoch nicht kontrollierbar, waren sie es doch, welche die Tanzplätze lange Zeit festlegten. Das älteste Stobete-Verbot geht auf das Jahr 1581 zurück. Dieses erneuerten die Landesväter mehrere Male. Doch nichts half — zumindest in Innerrhoden. «Ausserrhoden setzte restriktive Kontrollen ein», so Manser weiter. Ab 1726 gab es darum dort keine Stobeten mehr. Die Innerrhoder Bürgerinnen und Bürger liessen sich jedoch auch von hohen Bussen nicht abschrecken. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Stobeten von den Behörden zumindest toleriert. «Sie konnten sie ja eh nicht verhindern», erklärte der Dialektforscher schmunzelnd das Umdenken der Landesväter damals. Heute finden in Appenzell Innerrhoden jährlich sechs Alpstobete statt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.