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Vier Wochen ohne Facebook: Kanti Trogen schaltet um Mitternacht sämtliche Social-Media-Kanäle ab

Ab heute Mitternacht wird an der Kantonsschule Trogen gefastet – und zwar online: Die Schule verzichtet für 28 Tage auf Aktivitäten in ihren sozialen Netzwerken. Mit der Aktion «Facebook Fastenmonat Februar» will man auf die Gefahren von Facebook und Co. aufmerksam machen.
Claudio Weder
Im kommenden Monat wird die Kanti Trogen keine News via Facebook oder Instagram verbreiten. (Bild: Thomas Hary)

Im kommenden Monat wird die Kanti Trogen keine News via Facebook oder Instagram verbreiten. (Bild: Thomas Hary)

Für viele beginnt die reguläre Fastenzeit erst am Aschermittwoch, in gut einem Monat. Die Kantonsschule Trogen jedoch läutet ihre Fastenzeit bereits heute um Mitternacht ein – verzichten will sie aber nicht etwa aufs Essen, sondern auf Facebook und Instagram. Für die kommenden 28 Tage wird die Schule auf ihren eigenen Social-Media-Accounts nicht aktiv sein. Die Logos und Links zu Facebook und Instagram auf der Schulwebsite werden entfernt und mit dem Hinweis ersetzt: «Kein Facebook-Account und kein Instagram-Account im Februar. Wir denken nach.»

Nachdenken worüber? Rektor Marc Kummer sagt:

«Es geht uns darum, ein Bewusstsein für Datenschutz und Datenmissbrauch zu schaffen und auf die heikle Rolle von Social Media in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.»

Die Aktion «Facebook Fastenmonat Februar» geht auf einen Antrag von SP-Politiker und Historiker Hans Fässler an die Schulkonferenz vom Februar 2018 zurück. Fässler, der von 1992 bis 2018 an der Kanti Trogen Englisch unterrichtete, beantragte damals der Schulkonferenz, die Löschung des offiziellen Facebook-Accounts der Schule zu prüfen. Dies wegen andauernden Datenmissbrauchs durch die Firma Facebook und wegen des kommunikativen Durcheinanders, welches seiner Meinung nach durch zu viele Informationskanäle an der Schule herrscht.

Marc Kummer, Rektor Kantonsschule Trogen seit August 2017

Marc Kummer, Rektor Kantonsschule Trogen seit August 2017

Schüler stehen hinter Facebook und Co.

Komplett aus dem «digitalen Fatalismus», wie es Hans Fässler zuhanden der Schulkonferenz formulierte, auszusteigen, kam für die Schule allerdings nicht in Frage. Vor allem von Seiten der Schülerinnen und Schüler wurden die sozialen Netzwerke der Schule verteidigt: Die Schule sei auf soziale Medien angewiesen, Facebook sei vor allem wichtig, um mit Ehemaligen in Kontakt zu bleiben. Fässlers Anliegen wurde von der Schulleitung schliesslich zur Prüfung entgegen genommen.

Portale wie Facebook, Instagram oder Twitter würden heutzutage einen grossen Teil unserer Zeit einnehmen – einen «zu grossen», wenn es nach Marc Kummer geht.

«Interaktion findet nur noch online statt, nicht mehr im normalen Leben.»

Eine Schule wie die Kanti Trogen, die auf persönlichen Kontakt setzt, aber der Digitalisierung seit jeher offen begegnet, setze sich intensiv mit den technischen Möglichkeiten der heutigen Zeit auseinander – will diese allerdings auch hinterfragen, so Kummer. Genau dazu sei der Facebook-Fastenmonat da.

Datenmissbrauch thematisieren

Neben dem Verzicht auf Facebook und Instagram sind im Rahmen des «Fastenmonats» weitere Aktivitäten zum Thema Social Media vorgesehen. Etwa die Vorführung des Filmes «Pre-Crime» oder der «Trogen Talk» am 20. Februar, an dem verschiedene Experten aus der Medienbranche zum Thema «Asoziale Medien?» debattieren werden. Zudem sind auch die Lehrkräfte eingeladen, im Verlauf des Monats Februar gemäss ihren Kenntnissen und im Kontext ihres Unterrichtsfachs Datenschutz, Datenmissbrauch und die Rolle von Social Media in der Gesellschaft zu thematisieren. Darunter könnte auch das Projekt sein, mit der eigenen Klasse einen Monat (oder eine Woche) ganz auf das Handy zu verzichten.

Hinweis: Der «Trogen Talk» findet am Mittwoch, 20. Februar, an der Kantonsschule Trogen statt: Um 17 Uhr startet die Filmvorführung im Singsaal, um 19 Uhr beginnt das Podium in der Aula.

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