Ein magnetisierendes Medium

Das Kirchenblatt «Magnet» wurde vor 100 Jahren gegründet. Die Zeitung der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell hat sich im Laufe seiner Geschichte stark verändert. Die heutigen Macher wollen die Leser mit ihren Texten berühren und spirituelle Orientierung bieten.

Michael Genova
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Der Festgottesdienst fand in der reformierten Kirche Bühler statt.

Der Festgottesdienst fand in der reformierten Kirche Bühler statt.

BÜHLER. Die Kirchenzeitung der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell blieb nie stehen, sondern ging mit der Zeit. Zum Beweis hielt Pfarrer Lars Syring eine alte Ausgabe des Kirchenblatts in die Höhe. «Eine veritable Bleiwüste, würde man heute sagen.» Immerhin der Einzahlungsschein sei schon damals farbig gewesen, fügte er schmunzelnd hinzu. Am Sonntag feierte die evangelisch-reformierte Landeskirche in der Kirche Bühler mit einem Gottesdienst den 100. Geburtstag des Kirchenblatts «Magnet».

«Frecher und politischer»

In den Anfängen hiess das offizielle Organ noch «Kirchenblatt für die reformierten Kirchgemeinden des Kantons Appenzell Ausserrhoden». Im Jahre 1972 kam die Umbenennung in «Magnet». «Die Zeitung sollte frecher und politischer daherkommen», sagte Lars Syring. In seiner Predigt ging er auf die Bedeutung des programmatischen Zeitungstitels «Magnet» ein. Ein Magnet helfe dabei, sich auszurichten. «Wer auf einer Wanderung auf seinen Kompass schaut, weiss, wo Norden ist. Das ist nützlich, auch wenn der Wanderer nach Süden möchte.» Die beiden Pole stünden für die unterschiedlichen inhaltlichen Positionen einer Kirchenzeitung. Alle Texte hätten zum Ziel, dem Leser eine Antwort auf eine konkrete Frage des Lebens zu geben. «Wenn es uns gelingt, dass unsere Texte berühren, dann können unsere Leser etwas davon weitergeben», so Syring.

Gegengewicht zu den Zeitungen

Die inhaltliche Ausrichtung bestimmt eine Redaktionskommission. Sie besteht zurzeit aus sechs Mitgliedern. Für die Produktion ist Redaktor Heinz Mauch-Züger verantwortlich. Anfang der 1970er-Jahre sei es das Ziel des Kirchenblattes gewesen, mit eigenen Themen ein Gegengewicht zu den Tageszeitungen zu bilden, sagt die Präsidentin der Redaktionskommission, Christine Culic-Sallmann. In ihrer Rede würdigte sie Wegbegleiter und Autoren, die in der Geschichte des Hefts eine wichtige Rolle gespielt hatten. Seit einiger Zeit ist «Magnet» auch im Internet zugänglich. Nun planen die Verantwortlichen den nächsten Schritt: In Zusammenarbeit mit Kirchenzeitungen aus anderen Kantonen sei eine Internetplattform in Planung, sagte Culic-Sallmann. «Wir wollen inhaltlich aktueller werden.»

Kein Redaktor über 30

Kirchenratspräsident Kurt Kägi bezeichnete die Zeitung als «eine Art Fundus zur eigenen Lebensgestaltung» und zitierte aus einer Hommage, welche Kirchenratsschreiberin Jacqueline Bruderer zum Jubiläum verfasst hatte. Darin erinnerte sie an das Jahr 1972, als im Zuge der 68er- Jahre ein frischer Wind auf der «Magnet»-Redaktion wehte. So sei es erklärtes Ziel gewesen, dass kein Redaktionsmitglied über dreissig Jahre alt sein sollte. «Jede Nummer sollte ein heisses Thema des Kantons behandeln», so Bruderer.

«Magnet» im Internet: www.ref-arai.ch/magnet.html

Mitglieder der Redaktionskommission von Magnet.

Mitglieder der Redaktionskommission von Magnet.

Redaktor Heinz Mauch und die Präsidentin der Redaktionskommission, Christine Culic-Sallmann, leiten die Kirchenzeitung Magnet. (Bilder: mge)

Redaktor Heinz Mauch und die Präsidentin der Redaktionskommission, Christine Culic-Sallmann, leiten die Kirchenzeitung Magnet. (Bilder: mge)

Zeitungsköpfe aus der Anfangszeit. (Bild: pd)

Zeitungsköpfe aus der Anfangszeit. (Bild: pd)

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