Ein Lied gegen den Selbstzweifel: Die Appenzeller Sängerin Riana veröffentlicht ihre erste Single

Nach ihrem Sieg am Nachwuchswettbewerb «bandXOst» ging es für Riana Steinmann alias Riana von null auf hundert. Nun hat die 21-jährige Appenzellerin ihre erste Single veröffentlicht. Bald soll auch ein Minialbum folgen.

Claudio Weder
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Riana Steinmann aus Appenzell gewann 2018 den Ostschweizer Nachwuchswettbewerb «bandxOst».

Riana Steinmann aus Appenzell gewann 2018 den Ostschweizer Nachwuchswettbewerb «bandxOst».

Bild: PD/Noemi Müller

Um es gleich vorwegzunehmen: Die kürzlich erschienene Début-Single von Riana hat keinerlei Bezug zu Corona. Entstanden ist die gefühlvolle Klavierballade noch lange vor dem Ausbruch der Pandemie. Zudem wäre die 21-jährige Appenzellerin, wie sie selbst zugibt, während des Lockdowns ohnehin zu unkreativ gewesen, um einen neuen Song zu schreiben. Dennoch passt «Heart of Gold», so heisst die Single vom gleichnamigen Minialbum, zur aktuellen Situation, weil sie das «Zemehebe» in den Vordergrund stellt.

Es sind oft nachdenkliche Stimmungen, aus denen die Sängerin ihre Inspiration bezieht. Stimmungen, in die sie zum Beispiel verfällt, wenn sie beobachtet, was alles auf der Welt geschieht. Auch «Heart of Gold» sei aus einer solchen Stimmung heraus entstanden. Die zentrale Message, die der Song verbreitet:

«Egal ob klein oder gross, dick oder dünn, gescheit oder dumm – jeder Mensch ist gut so, wie er ist, mit all seinen Ecken und Kanten.»

Eine Mischung aus Pop, Jazz und Soul

Das Lied soll gerade jene ansprechen, die an sich zweifeln, und manchmal das Gefühl haben, nicht zu genügen. Auch Riana, die mit bürgerlichem Namen Riana Steinmann heisst, kennt diese Zweifelphasen: «Als ich begonnen habe, Musik zu machen, fragte ich mich oft, ob es das Richtige ist, was ich tue.»

Zweifel, die sich wohl spätestens mit ihrem Sieg am «bandXost»-Wettbewerb im Dezember 2018 in Luft aufgelöst haben. Vor der Teilnahme am Contest machte die Appenzellerin nur in ihren eigenen vier Wänden Musik, hie und da trat sie an Hochzeiten auf. «Danach ging es von null auf hundert», erzählt die 21-Jährige. «Dank des Wettbewerbs erhielt ich die Gelegenheit, auf grösseren Bühnen zu stehen. Zudem konnte ich meine Songs in einem professionellen Studio aufnehmen.»

Zurzeit geht es Riana aber so wie allen anderen Musikerinnen und Musikern: Die Auftrittsagenda ist leer. «Ich durfte zum Glück im vergangenen Jahr an mehreren grösseren Festivals spielen», sagt die Innerrhoderin. «In diesem Jahr wären ohnehin nur ein paar wenige Auftritte geplant gewesen.» Aus diesem Grund habe die Krise sie nicht ganz so hart getroffen wie andere Kunstschaffende.

«Je näher aber der Sommer kommt, desto mehr vermisse ich die Zeit auf der Bühne.»

Auf ein Genre will sich die Musikerin nicht festlegen. «Für manche ist es Pop, für andere Jazz, für wiederum andere ist es Soul.» Sie selber bezeichnet ihren Stil als eine Mischung aus alledem. Auch in «Heart of Gold» fliessen die Grenzen zwischen den Musikstilen hörbar ineinander über. Gerade der Jazz habe für Riana eine grosse Bedeutung. Seit sie acht oder neun Jahre alt ist, nimmt sie Gesangsstunden. «Dabei bin ich immer wieder mit dem Jazz in Berührung gekommen.»

Heimat-Song im Innerrhoder Dialekt

Die übrigen Songs des Minialbums werden jedoch «anders» klingen, sagt die junge Künstlerin, die sich zurzeit zur Primarlehrerin ausbilden lässt. Will heissen: «Nicht ganz so ruhig wie ‹Heart of Gold›, und dazu mehr poppig als jazzig.» Ebenso werden ihre Bandkollegen Marius Meier (Kontrabass) und Nicolas Struchen (Schlagzeug) zu hören sein, die mit ihren Instrumenten das «nötige Fundament liefern».

Mit «Heweh» hat Riana zudem auch ihrer Heimat einen Song gewidmet. Seit ihrer Geburt wohnt die 21-Jährige in Appenzell, besuchte dort das Gymnasium und hat ihren Freundeskreis dort:

«Ich bin gerne daheim. Und komme immer wieder gerne nach Hause zurück.»

In ihrem Song singt sie über das Heimweh, das fast jeder Appenzeller kenne. Und dies für einmal nicht auf Englisch, sondern in ihrer eigenen Mundart.

Alle zwei Monate kommt ein neuer Song

Obwohl das Minialbum praktisch schon fertig produziert ist, wird es voraussichtlich erst Ende Jahr erscheinen. Dies entspricht nicht ganz dem Plan: «Ursprünglich wollte ich alle Songs noch vor Beginn der diesjährigen Festivalsaison rausbringen», sagt die Sängerin. «Da diese nun aber ins Wasser fällt, musste ich mir eine andere Strategie überlegen.»

Statt alle auf einmal, werden die einzelnen Singles nun im Zwei-Monate-Takt veröffentlicht. Erhältlich sind sie über die gängigen Streamingdienste wie Spotify, Youtube oder iTunes.

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