Ein letztes Mal «usehäbe»

Nach über 13 Jahren Wirtetätigkeit verlassen Lisa Borner und Koni Knechtli den Gastbetrieb Rossfall. Sie freuen sich darauf, bald den Ruhestand in ihrer zweiten Heimat Thailand geniessen zu können.

Karin Erni
Merken
Drucken
Teilen
Koni Knechtli und Lisa Borner verteilen noch einmal flüssige Stärkung an die Sennen. (Bild: ker)

Koni Knechtli und Lisa Borner verteilen noch einmal flüssige Stärkung an die Sennen. (Bild: ker)

URNÄSCH. Längere Zeit hing eine Tafel mit der Aufschrift «zu verkaufen» beim Gasthaus Rossfall. Nun ist der Verkauf über die Bühne gegangen. Die Rossfall-Invest AG aus Einsiedeln hat den Betrieb gekauft und will ihn mit einem Pächter im gleichen Stil weiterführen. Der bisherige Eigentümer Koni Knechtli und seine Partnerin Lisa Borner bereiten sich derweil auf ihren Ruhestand vor. Noch stehen aber einige Anlässe vor der Tür.

Letzte Alpabfahrt geniessen

Die Alpabfahrt von der Schwägalp bietet für die beiden Gastgeber die Gelegenheit, sich bei den Sennen und Bauern zu verabschieden. Der «Rossfall»-Wirt bedauert, dass Alpfahrt und Alpabfahrt nicht mehr so stattfinden wie in früheren Jahren. «Das Brauchtum verändert sich», stellt Knechtli fest. Früher sei es Brauch gewesen, dass alle Schwägalp-Sennen am selben Tag «öberifahre». Heute bestimmten andere Faktoren für die jeweiligen Bauern den Termin.

Seit sechs Jahren gibt es auch den legendären Sennenball im «Rossfall» nicht mehr. «Er war schon länger defizitär», so Knechtli. Dafür gebe es verschiedene Gründe. «Einer war der ungünstige Termin am Montag, man hätte ihn auf den Freitag schieben sollen, dann wären vielleicht mehr Junge und Leute aus der Stadt gekommen.»

Gerne grosse Gesellschaften

Sie hätten es immer gut gehabt, zieht Knechtli dennoch eine versöhnliche Bilanz seiner Zeit im «Rossfall». In den besten Zeiten hätten sie am Sonntag jeweils 120 Gäste zum Mittagessen bewirtet. Appenzeller Gerichte und die hausgemachte Schwarzwäldertorte seien besonders beliebt gewesen. Das Kochen hat er sich selber beigebracht. «Ich war im Militär in der Küche beschäftigt, drum habe ich immer gerne für grosse Gesellschaften gekocht.» Das war im «Rossfall» mit seinem grossen Saal auch sehr gefragt. Ein Album mit Fotos von diesen Anlässen zeugt davon. Heute ist er froh, dass sie kürzertreten können. «Ich gehe mit zwei lachenden Augen», sagt Koni Knechtli und strahlt. «Das Klima in Thailand tut uns gut.»

Ende August wird der Container mit ihrem Hausrat beladen. Dann gilt es, noch einmal einen Anlass vorzubereiten. Unter der Regie des Urnäscher Chörli findet am 12. September die «Chörli-Stobete» statt. «Wir bedanken uns herzlich bei allen Gästen für die zahlreichen Besuche im <Rossfall> und wünschen ihnen alles Gute», verabschieden sich die beiden Gastgeber.