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Ein lebendes Denkmal aufgespürt

1913 feierten die Appenzeller Kantone die 400-jährige Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft. Die Gemeinden wurden ermuntert, so genannte Zentenarbäume zu pflanzen. Die meisten gerieten in Vergessenheit.
Karin Erni
Hermine Heeb mit Jubiläumslinde auf dem Hörli in Wald.

Hermine Heeb mit Jubiläumslinde auf dem Hörli in Wald.

Die Sache mit der Linde liess Hermine Heeb aus Wald keine Ruhe. Eine Bewohnerin des Altersheims Obergaden, das die Heebs viele Jahre leiteten, hatte ihr einst erzählt, dass der mächtige Baum oberhalb des Heims 1913 zum 400-Jahr-Beitritt zur Eidgenossenschaft gepflanzt worden sei. «Doch nirgendwo war etwas erwähnt und auch auf der Gemeinde wusste man davon nichts», erinnert sich die 81-Jährige. Auch ein Gedicht zu diesem Thema, das ihre Tochter im Gemeindeblatt veröffentlichte, verhallte ungehört. Von einem Nachbar erhielt Hermine Heeb schliesslich einen Hinweis. Seine Mutter habe ihm einst erzählt, es habe bei der Lindenpflanzung auf dem Hörli eine Feier gegeben, an der jedes Kind einen Cervelat erhalten habe. «Da wusste ich, dass die Geschichte stimmen muss», sagt die rüstige Seniorin. In der Kantonsbibliothek Trogen forschte sie in alten Exemplaren der «Appenzeller Zeitung» nach Belegen für die Pflanzaktion. In der Ausgabe vom 15. September 1913 wurde sie fündig. Die Gemeinden wurden ermuntert, im Herbst des Jubiläumsjahres einen so genannte Zentenarbaum zu pflanzen. Linde, Ahorn oder Eiche eigneten sich, denn sie gedeihen auch in den höchst gelegenen Gemeinden des Kantons. «Als Wahrzeichen unserer Jahrhundertfeier würde der Baum mit der Jugend heranwachsen, als geschichtliches Dokument entwickelt zum stattlichen Baumriesen ganz besonders unseren Nachkommen eine Freude sein», steht in alter Frakturschrift im Zeitungsartikel.

Neue Lindenpflanzung erwirkt

2013 jährte sich das Beitrittsjubiläum der Appenzeller Kantone zum 500. Mal. Das brachte Hermine Heeb auf die Idee, wieder eine Linde in Wald zu pflanzen. Die Gemeinde war bereit, die Kosten dafür zu übernehmen. Als Ort wurde die «Schiben», in Sichtweite der über 100-jährigen Hörli-Linde gewählt. Die Unterstufenkinder pflanzten den Baum feierlich ein. Zum Abschluss gab’s Wienerli, die von der Initiantin spendiert wurden. Damit die Linde nicht wie ihre Vorgängerin in Vergessenheit gerät, hat Bildhauer Christian Hörler eine Sandsteintafel angefertigt. «2013 500 Jahre Appenzell in der Eidgenossenschaft» steht darauf. Die Tafel liegt am Wanderweg neben der Linde im Gras. Das zugehörige Bäumchen wirkt noch schmächtig. «Sie sollte noch etwas wachsen», sagt Hermine Heeb und zupft aufmunternd an einem Ästchen.

Kennen Sie auch einen Jubiläumsbaum? Offenbar wurden im Jahr 1913 noch weitere Bäume im Kanton gepflanzt. Nicht alle Exemplare dürften bis heute überlebt haben. Haben Sie Kenntnis von einem solchen Jubiläumsbaum und was aus ihm wurde? Die Redaktion ist dankbar für Hinweise unter: redaktion@appenzellerzeitung.ch

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