Ein kompaktes Nachschlagewerk

KRINAU. Der ehemalige Grundbuchverwalter von Wattwil, Thomas Appius, ergänzt mit seiner neuesten Publikation «Krinau – mein Heimatdorf und seine Flurnamen» sein Nachschlagewerk zu den Strassen- und Flurnamen der Gemeinde Wattwil.

Nadine Rydzyk
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Der Wattwiler Thomas Appius zollt mit einer ergänzenden Publikation der Gemeindefusion von Wattwil und Krinau Tribut. (Bild: Thomas Geissler)

Der Wattwiler Thomas Appius zollt mit einer ergänzenden Publikation der Gemeindefusion von Wattwil und Krinau Tribut. (Bild: Thomas Geissler)

Nach seiner Buchveröffentlichung «Flurnamen und Strassennamen in Wattwil – Ein ortsgeschichtliches Erbe», zollt der Wattwiler Thomas Appius nun mit einer ergänzenden Publikation der Gemeindefusion von Wattwil und Krinau Tribut. Unter dem Titel «Krinau – mein Heimatdorf und seine Flurnamen» hat er eine Fortführung verfasst, die sich speziell mit dem einstigen Krinauer Gemeindegebiet befasst. «Für mich ist dies eine logische Fortsetzung für den neuen Gemeindeteil», erklärt der Autor, dass er seine Arbeit damit vervollständigt. Dies hatte er bereits anlässlich der Gemeindefusion von Wattwil und Krinau im Blick und wurde dann von mehreren Seiten dazu ermutigt, sich auch der Krinauer Flur- und Strassennamen anzunehmen. «Zudem ist es ein Zeitdokument, das sicher auch in 50 Jahren noch interessant sein wird», erklärt Thomas Appius.

Namen und Geschichten

Und in der Tat – die innerhalb von zwei Jahren entstandene heimatkundliche Arbeit von Thomas Appius umfasst mehr als eine Auflistung der insgesamt 72 Flurnamen. Der frühere Grundbuchverwalter von Wattwil, der dieses Amt in den 1990er-Jahren auch in Krinau ausübte, legt damit sowohl eine mit aktuellen Fakten angereicherte und prägnante Zusammenfassung der Ortsgeschichte vor als auch eine Übersicht über die Flurnamen und deren Entstehung und mögliche Deutung.

Von Berufswegen bereits eng mit den Ortsbezeichnungen vertraut, recherchierte Thomas Appius dafür sowohl im Grundbuch, als auch vor Ort und in Gesprächen mit alteingesessenen Krinauern und in einschlägiger Literatur. Trotz seiner Erfahrung und dem bereits angesammelten Wissen über die Entstehung der Flurnamen, gab es aber dennoch einige Überraschungen dabei. Für ihn galt es deshalb, Vermutungen über die Entstehung der Namen mit historischen Fakten abzugleichen und die wahrscheinlichsten Erklärungen zu ermitteln. So rührt der Name «Chellenwald» nicht, wie oft vermutet, von der Bezeichnung «Chile» für Kirche her. «Die Kirchgemeinde besitzt erst seit 1913 im angrenzenden Eggli zwei Waldstücke. Vielmehr scheint der Name auf die Landschaftsform zurückzugehen. Grundstücke mit einer länglichen, muldenartigen Form wie eine Kelle tragen oft diesen Namen.» Doch nicht alle Namen machten es ihm schwer. «Oft sind es Bezeichnungen, die über die landschaftlichen Gegebenheiten oder das Vorgehen bei Rodungen verweisen und damit auch Aufschluss über die Besiedlung geben», erklärt er. So beispielsweise im Falle von «Drüschlatt», dessen Name auf eine Rodung durch dreimaligen Holzschlag hinweist. In der Broschüre von Thomas Appius erfährt man übrigens ebenso, dass Ulrich Bräker hier von 1741 bis 1754 einen Teil seiner Jugend verbrachte.

Auch für Wattwiler interessant

Ein weiteres Projekt hat der pensionierte Grundbuchverwalter nun aber nicht bereits im Blick, wie er erklärt. «Ausserdem sollte man eine Gemeinde dafür schon relativ gut kennen», gibt er zu bedenken. Sicher ist, dass seine jüngste Publikation nicht nur für die Krinauerinnen und Krinauer von Interesse sein wird. «Ich denke, es ist auch ein gutes und kompakt gehaltenes Nachschlagewerk für alle Wattwiler, die etwas über den neu dazugekommenen Gemeindeteil Krinau wissen wollen, ohne sich durch dicke Bücher kämpfen zu müssen», fasst Thomas Appius treffend zusammen.

Die Broschüre ist ein konzentriertes Nachschlagewerk für alle, die sich für heimatkundliche Themen, die Entstehung von Namen und den Ort selbst interessieren. Das Heft ist ab sofort im Restaurant Rössli in Krinau oder direkt bei Thomas Appius, Frohmaderweg 3, Wattwil, zum Preis von 18 Franken erhältlich.

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