Ein kleines High-Light am Sonntag, 11. Oktober

Der Sternenhimmel im Oktober 2015 Aufgang: 1. Oktober: 7.27 Uhr MOSZ 31. Oktober: 7.09 Uhr MOZ Untergang: 1. Oktober: 18.56 Uhr MOSZ 31. Oktober: 17.02 MOZ MOSZ: Mitteleuropäische Orts-Sommerzeit, Region Toggenburg.

Hanspeter Steidle
Merken
Drucken
Teilen

Der Sternenhimmel im Oktober 2015

Aufgang:

1. Oktober: 7.27 Uhr MOSZ

31. Oktober: 7.09 Uhr MOZ

Untergang:

1. Oktober: 18.56 Uhr MOSZ

31. Oktober: 17.02 MOZ

MOSZ: Mitteleuropäische Orts-Sommerzeit, Region Toggenburg.

MOZ = Mittlere Ortszeit: Zeitangaben für die Region Toggenburg.

Vollmond: Dienstag, 27. Oktober, im Sternbild Fische

Neumond: Dienstag, 13. Oktober, im Sternbild Jungfrau

MERKUR

Am 10. Oktober geht Merkur um 6.10 Uhr auf und kann kurz vor der Morgendämmerung beobachtet werden. Am Sonntag, 11. Oktober, um 6.30 Uhr, gibt es ein schönes Stelldichein. Dann werden der abnehmende Mond als schmale Sichel und Merkur links neben der Sichel zu sehen sein. Über dem Mond werden die Venus, der Mars und der Jupiter leicht unterhalb des Sterns Regulus im Sternbild Löwe eine Morgenparade bieten.

VENUS

Sie leuchtet während des ganzen Monats sehr hell am Morgenhimmel. Sie übertrifft die Helligkeit des Sterns Sirius im Sternbild Grosser Hund bei weitem.

MARS

Er befindet sich im Sternbild Löwe, südlich des Sterns Regulus. Er kann am Morgen beobachtet werden, besonders am 11. Oktober, wenn er fast am gleichen Ort steht wie die Venus und der Jupiter.

JUPITER

Er steht im Sternbild Löwe und kann am frühen Morgen beobachtet werden.

SATURN

Er ist der einzige Planet am frühen Abendhimmel. Weil es am Abend schneller dunkel wird, lässt er sich bis 21 Uhr gut beobachten.

STERNE UND MILCHSTRASSE

Die Sommersternbilder Schwan und Leier sind noch hoch im Südwesten zu sehen, in der Meridianregion sieht man die Herbststernbilder Pegasus und Wassermann. Pegasus besteht zum Teil aus vier Sternen, die ein grosses Viereck bilden. Es wird als Herbstviereck bezeichnet und kann zur Orientierung am Himmel dienen. Die nördlichen Sterne des Vierecks führen östlich weiter in Richtung Milchstrasse. Das Sternbild Andromeda schliesst gleich an das Pegasus-Viereck an. Man muss einen kristallklaren Nachthimmel über sich haben, um die Nachbargalaxie Andromeda von blossem Auge als kleines Wölkchen zu sehen. Im Fernrohr ist die Nachbargalaxie klar zu sehen, und da fällt die elliptische Form der Galaxie mit dem hellen Zentrum besonders auf.

Südlich des Herbstvierecks befindet sich das Sternbild Fische. Die beiden Fischköpfe unterhalb der Andromeda-Sternkette und des Pegasus sind gut erkennbar. Das Sternbild Fische ist gross. In Horizontnähe steht im Südwesten das Sternbild Steinbock. Es ist als breit ausgelegtes, leicht rundliches Dreieck zu erkennen. Der auf der Sternkarte bezeichnete Kugelsternhaufen M 15 ist einer der schönsten am Nordhimmel und lässt sich gut mit dem Feldstecher beobachten. Er ist etwa 33 000 Lichtjahre entfernt.

Nun zum Sternbild Perseus im Nordosten: Es bietet eine Fülle von interessanten Objekten, vor allem auch, wenn man vom Perseus in Richtung Cassiopeia, dem Himmels-W geht. Zwischen Perseus und Cassiopeia kann man in klaren Nächten ein Wölkchen sehen, das sich bereits im Feldstecher in zwei kleine Sternhaufen trennen lässt. Diese beiden Sternhaufen wurden nach zwei chinesischen Hof-Astronomen benannt, im Gedenken daran, dass sie ihr Leben opfern mussten, weil sie ihrem Kaiser eine Sonnenfinsternis nicht vorausgesagt hatten. Es ist ein gutes Zeichen für die Astronomen, dass sie vielen Himmelsobjekten, auch Kratern auf Monden, Namen berühmter Wissenschafter aus allen Bereichen gegeben haben. Moderne Teleskope wie das Weltraumteleskop wird Hubble-Teleskop genannt, weil Edwin Hubble 1929 die Expansion des Weltraums entdeckt hatte. Neueste Geräte und Sonden im All tragen fast ausnahmslos die Namen berühmter Astronomen. Die Sternbilder des Nordhimmels tragen zum grossen Teil Namen griechischer Götter und Helden, die Sternbilder des Südhimmels mehr Tiernamen und Bezeichnungen von Schiffsgegenständen wie Kompass, Sextant usw, weil die Seefahrer damals Sternbilder aus ihrem Lebensbereich formten.

STERNSCHNUPPEN

Die Erde durchquert während des ganzen Jahres verschiedene Staubgürtel im All. Der interstellare Raum ist nicht leer, sondern voll von Staub, Trümmern und Müll, seitdem der Mensch sich auch im All aufhalten kann. Ein grosser Teil der vom Mensch verursachten Trümmer verglüht allmählich wieder, wenn sie auf ihren Bahnen immer mehr in die Erdatmosphäre eintauchen. Viele bleiben jedoch jahrelang auf ihren Bahnen. Durch die Erhitzung der Luftmoleküle beim Eintauchen von Staub und Felsbrocken in die Atmosphäre beginnt die Luft zu glühen. Es sind nicht die Steine, die wir verglühen sehen.

Im Oktober durchquert die Erde auf ihrer Bahn vier Staubgürtel. Ein Staubgürtel stammt von einem aufgelösten Kometen. Am 8. Oktober wird die grösste Dichte der Staubteilchen erwartet und deshalb werden dann viele Sternschnuppen erwartet. Am 21. Oktober quert die Erde ein Band von kleinen Steinen, das wahrscheinlich auf den Halleyschen Kometen zurückzuführen ist. Vom 1. bis zum 20. Oktober können auch schwach leuchtende Objekte beobachtet werden.

DIE SONNE IST KEIN PLANET

Als man noch kein Fernrohr kannte und nur mit blossen Augen den Himmel betrachten konnte, galten auch die Sonne und der Mond als Planeten, auch deshalb, weil man glaubte, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums sei. Bis zum Saturn sah man damals sechs Wandelsterne: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn. Weil der Mond und die Sonne auch durch die Tierkreissternbilder ziehen, wurden sie zu den Planeten gezählt. Total gab es damals acht Planeten. Schliesslich fanden die Astronomen, dass die Sonne ins Zentrum des Weltalls gehört und nicht die Erde. Die Sonne ist also kein Planet, und der Mond wurde als Trabant der Erde erkannt.

1781 fand Wilhelm Herschel mit seinem grossen Fernrohr den Planeten Uranus, der ausserhalb der Saturnbahn um die Sonne kreist. Zwischen 1800 und 1807 entdeckten verschiedene Astronomen Planeten zwischen Mars und Jupiter. Es stellte sich später heraus, dass damals vier Asteroiden entdeckt wurden: Ceres, Pallas, Juno und Vesta. Das sind auch die grössten Asteroiden, die man als kleine Pünktchen im Fernrohr sehen konnte, die sich gegenüber dem Fixsternhimmel bewegen. Heute sehen wir oft Satelliten als kleine Pünktchen! So war man ab 1810 der Meinung, dass die Sonne von elf Planeten umrundet werde. Der Planet Uranus gab den Astronomen Rätsel auf: Weshalb verhält er sich auf seiner Bahn so merkwürdig. Er schwankte. Irgendeine Kraft musste an ihm ziehen und stossen. 1842 wurde ein Preis für die Lösung des Problems ausgesetzt. Der Franzose Leverrier stellte aufgrund seiner Berechnungen fest, dass es noch einen weiteren Planeten geben müsse. Er gab seine Berechnungen französischen Kollegen weiter, um nach dem Planeten X zu suchen. Diese hatten kein Interesse daran, und so gab er die Daten deutschen Astronomen. Der zuerst am Schreibtisch berechnete Planet X wurde 1846 tatsächlich im Teleskop von einem deutschen Astronomen gesichtet und erhielt den Namen Neptun. Er war also der achte Planet im Sonnensystem. 1930 wurde der neunte Planet Pluto entdeckt. Seine Bahn ist sehr exzentrisch und passte gar nicht zu den andern Planetenbahnen. Hinter der Neptunbahn beginnt der sogenannte Kuipergürtel, und in diesem bewegt sich auch Pluto. Der Holländer Kuiper entdeckte um 1980 einen Felsbrocken-Gürtel, von dem man heute weiss, dass mehr als 70 000 Brocken Durchmesser von mehr als 100 km haben. Es wurden noch viele weitere, kleine Körper entdeckt, die in diesem Gürtel ihre Runden um die Sonne drehen. Im Jahr 2006 wurde Pluto der Status eines Planeten aberkannt. Er wurde zum Zwergplaneten deklassiert.

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle

Bild: Hanspeter Steidle