Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Landolt präsidiert jetzt den Ausserrhoder Kantonsrat

Heute Morgen ist Beat Landolt zum höchsten Ausserrhoder gewählt worden. Als Kantonsratspräsident ist er bereit zu verzichten, freut sich auf spannende Gespräche und tritt parteiintern in grosse Fussstapfen.
Bruno Eisenhut
Seit elf Jahren hat Beat Landolt Einsitz im Kantonsrat und wohnt somit den Debatten im Saal bei. Im kommenden Jahr wird er als Präsident die Sitzungen leiten. (Bild: Urs Bucher)

Seit elf Jahren hat Beat Landolt Einsitz im Kantonsrat und wohnt somit den Debatten im Saal bei. Im kommenden Jahr wird er als Präsident die Sitzungen leiten. (Bild: Urs Bucher)

Seit elf Jahren gehört Beat Landolt aus Gais dem Ausserrhoder Kantonsrat an. In den Debatten wie auch im persönlichen Gespräch zeigt sich deutlich: Landolt ist keiner, welcher der Aufmerksamkeit wegen politisiert. Er ist kein Fundamentalist, kein «Polterie», wie sie die Rechten genauso wie die Linken auf nationaler Ebene in ihren Reihen wissen. «Ich habe Respekt vor den politisch anders gesinnten Personen», betont der SP-Politiker. Als Basis für sein politisches Schaffen gehe er davon aus, dass auch die politischen Gegner die beste Lösung anstreben.

Läuft alles nach Plan, wird Beat Landolt heute vom Kantonsrat für das kommende Amtsjahr zum Ratspräsidenten gewählt – zum höchsten Ausserrhoder also. Bisher hatte erst ein SP-Politiker dieses Amt inne: der inzwischen verstorbene ehemalige SP-Kantonalpräsident Ivo Müller im Amtsjahr 2012/13.

Kürzere Wartefrist

Die Einmaligkeit dieses Amtes habe ihn dazu bewogen, sich dafür in Stellung zu begeben, so der Gaiser. Dem Jahr als höchster Ausserrhoder gehen nämlich zwei Jahre als Vizepräsident voran – in der Regel. Bei Beat Landolt fiel diese Frist der Vorbereitung kürzer aus, weil der sich gemäss Turnus vor ihm befindende Dölf Biasotto in den Regierungsrat gewählt wurde und Landolt somit direkt als 1. Vizepräsident nachzurücken hatte. Ob der einmaligen Möglichkeit höchster Ausserrhoder zu sein, ist sich Landolt bewusst, dass er in dieser Funktion nur eingeschränkt an der eigentlichen Arbeit eines Kantonsrates mittun kann. Ein Verlust für ihn, denn Möglichkeit am Gesetzesprozess teilzunehmen, nennt er als sein besonderes Gefallen am Kantonsrat. Bei Anlässen, an denen die Jugend im Zentrum steht und spannende Austausche möglich sein werden, freut er sich als Kantonsratspräsident dabei zu sein. «Diese Möglichkeiten wiegen es auf, dass ich während eines Jahres andere Aufgaben eines Kantonsrates nicht wahrnehmen kann», so Landolt.

Seit 2007 gehört der künftige Ratspräsident dem Ausserrhoder Parlament an. Einiges habe sich in dieser Zeit verändert, so Landolt. Viele sind gekommen, ebenso viele sind gegangen. Auch die politischen Kräfte haben sich verschoben. Die SP beispielsweise reifte in dieser Zeit von einer kleinen zu einer gewichtigen Fraktion heran und auch die SVP-Fraktion ist gewachsen. Die Meinungsverschiebung habe jedoch nicht im gleichen Masse stattgefunden, bemerkt der künftige höchste Ausserrhoder. Will heissen: Aus Landolts Sicht hat sich durch die Entwicklung von SP und SVP auch die FDP mehr denn je positioniert. «Ich nehme das Parlament derzeit als mitte-rechts liegend war», so der Gaiser. Veranschaulicht werde diese Entwicklung auch bei der Finanzkommission, der Beat Landolt dereinst angehört hat. Diese sei aktuell mehrheitlich bürgerlich besetzt und lege hohe Aufmerksamkeit auf die Ausgabenseite.

Immer im Dienst der SP

Im Gespräch wirkt Beat Landolt ruhig, in seinen Aussagen überlegt. Mag sein, dass dies mit der Lebenserfahrung des 63-Jährigen zu tun hat. Landolt, ein typisches Glarnergeschlecht. Dennoch hat er nie im Bergkanton gelebt. In Horgen, Arbon und Wattwil hat er seine Jugend verbracht, seit 2001 ist er in Gais wohnhaft. Dort hat er eine steile Politkarriere lanciert. Zwei Jahre nach dem Zuzug wählten ihn die Gaiserinnen und Gaiser in den Gemeinderat, vier Jahre später in den Kantonsrat. Während vierer Jahre übte der Mann, der zwar bei der Raiffeisenbank arbeitet, dennoch aber kein Finanzexperte ist, beide politischen Ämter aus. Immer im Dienst der SP. Ehe er in die Politik einstieg, hatte er verschiedentliche Engagements im Bereich der Jugendförderung inne. Schon zu dieser Zeit habe er seine Vorstellungen am ehesten durch die SP vertreten gesehen, so Landolt. Eine Parteizugehörigkeit war für ihn deshalb von Beginn weg unbestritten. Auch wenn im Appenzellerland grossmehrheitlich «Köpfe» anstatt «Parteien» gewählt würden, wie er sagt. Es gefällt ihm ohnehin, dass sich die Ausserrhoder Bevölkerung mehrheitlich auf die Empfehlungen der Gesellschaft konzentriert und nicht auf die Parolen der Parteien. «Es liegt an den Parteien, ihre Arbeit so zu tun, dass die Bevölkerung davon Kenntnis nimmt», so Landolt.

Ein Nicht-Finänzler bei der Raiffeisen

Seit rund 20 Jahren arbeitet Beat Landolt bei Raiffeisen Schweiz in St. Gallen. In einem Teilpensum von 60 Prozent, weil er bereits ein bisschen teilpensioniert sei, wie er sagt. Dies gäbe ihm die gewünschte Flexibilität. Zuständig ist er für die betriebliche Grundbildung, verantwortlich also für die Lernenden. Er, der verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder ist, stuft sich selber als Politiker mit Affinität zur Bildung ein. Nicht als Finanzpolitiker, wie viele glauben, so Landolt.

Im heute beginnenden Amtsjahr 2018/19 des Kantonsrats wird Ausserrhoden nicht nur den zweiten SP-Politiker als Ratspräsidenten bekommen, sondern auch jemanden, der sich aus Überzeugung und aus persönlichem Interesse für die Politik entschieden hat. Ob es sich bei diesem Amt um den Schlusspunkt seiner Kantonsratskarriere handle? Diese Frage wolle er nicht beantworten, so Beat Landolt, Kantonsratspräsident von Appenzell Ausserrhoden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.