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Ein karges, aber gutes Leben

Miran ist zehn Jahre alt und wächst in den 1960er-Jahren in einem kleinen Dorf auf, das einst von den Armeniern besiedelt war. Er ist der zweitälteste Sohn der Familie Uslu, die dem kurdischen Volk der Zaza angehört und eine eigene Sprache spricht.
Andrea Christensen

Miran ist zehn Jahre alt und wächst in den 1960er-Jahren in einem kleinen Dorf auf, das einst von den Armeniern besiedelt war. Er ist der zweitälteste Sohn der Familie Uslu, die dem kurdischen Volk der Zaza angehört und eine eigene Sprache spricht. Mirans Vater Selim ist Viehhirte und ein talentierter, im Dorf sehr geschätzter Geschichtenerzähler und seine schöne, einflussreiche Frau eine liebevolle Mutter. Die Familie Uslu führt ein karges, aber gutes Leben – bis die türkische Regierung einen Lehrer ins Dorf schickt, der den Buben und Mädchen Türkisch beibringen soll und Mirans Eltern zwingt, ihren Sohn fortan Mehmet zu nennen.

Kurz darauf zerstört ein schwerer Unfall des Vaters die Existenzgrundlage der Uslus und verändert alles für immer. Selim ist von nun an nur noch ein Schatten seiner selbst, die Familie versinkt zusehends in Armut und ist gezwungen, sich fern der Heimat etwas Neues aufzubauen.

Wenn man alles verliert

Murat Isik erzählt diese packende Familiengeschichte wunderbar leichtfüssig und wie selbstverständlich, ohne die dramatischen Ereignisse zu verharmlosen. Vor dem Hintergrund der türkischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, dem Konflikt zwischen Sunniten und Aleviten, dem Völkermord an den Armeniern, dem rückständigen Land und dem rasanten Wirtschaftsboom in den Städten entsteht eine bildhafte Vorstellung davon, wie es ist, alles zu verlieren, und wie schwierig Neuanfänge sind. Dennoch ist es eine Geschichte der Hoffnung, die den Leser und die Leserin auf einer emotionalen Reise mit der Familie Uslu mitfiebern lässt. Es ist ein nachhaltiges Buch und ein beeindruckendes Début.

Ausgezeichneter Erstling

«Das Licht im Land meines Vaters» ist Murat Isiks erster Roman, für den der Schriftsteller 2012 mit dem renommierten belgischen Publikumspreis «De bronze uil» ausgezeichnet wurde. Er verliess die Türkei mit seiner Familie kurz vor dem Militärputsch im Jahre 1980, zog zunächst nach Hamburg und drei Jahre später nach Amsterdam, wo er Jura studierte.

Bibliothek Speicher Trogen

Isik, Murat: «Das Licht im Land meines Vaters». Zürich: Arche Literatur Verlag, 2016. (ISBN 978-3-7160-2744-8)

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