Ein Jahrzehnt Rhythm and Glory

Seit zehn Jahren lockt der Gospelchor Rhythm and Glory kurz vor Beginn der Adventszeit etliche Zuhörerinnen und Zuhörer in die Kirche Nesslau. Am Samstag hat er in bescheidener Manier vor voll besetzten Bänken jubiliert.

Olivia Hug
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13 Songs umfasst das aktuelle Programm des Gospelchors Rhythm and Glory. Im Bild Solistin Irene Huser. (Bild: Olivia Hug)

13 Songs umfasst das aktuelle Programm des Gospelchors Rhythm and Glory. Im Bild Solistin Irene Huser. (Bild: Olivia Hug)

NESSLAU. Zum zehnjährigen Bestehen des Gospelchors Rhythm and Glory stellte der Chorleiter Daniel Schwyn ein Programm zusammen, welches er später als «Streifzug durch die zehnjährige Geschichte des Chors» beschrieb. Da waren bekannte Songs sowie bekannte Gesichter, die sich in den Reihen der Zuhörenden und jener der Singenden wiederfanden. Da waren aber auch neue Songs – überraschende und weltweit oft vorgetragene. Den Ein- und Ausgang des Konzertes in der Nesslauer Kirche vom Samstagabend gestaltete der Chor mit bekannten Songs – solchen, die schon zum ersten Konzert von Rhythm and Glory im Jahr 2004 gesungen worden waren. «I remember I believe» wurde damals gemeinsam mit der Jodlergruppe Stockberg vorgetragen, «O happy day» sang schon damals Martin Huser als Solist.

Feuer und Feuerwerke

«Ein Feuerwerk» versprachen die Moderatorinnen Brigitte Schwyn und Marianne Brühwiler zu Beginn des Konzertes. Eines, das Höhenfeuer und Knaller biete und hoffentlich sein Feuer auf die Zuhörerinnen und Zuhörer übertragen werde. Rund 200 dürften sich in der evangelischen Kirche eingefunden haben – die Bänke waren alle besetzt, im Dorf wurden die Parkplätze knapp. In der ersten Aufführung zum diesjährigen Programm «Jubilee» traten 30 Sängerinnen und Sänger sowie die vierköpfige Band auf. Den Erlös aus der Kollekte wollte der Gospelchor der Spitex Oberes Toggenburg zukommen lassen.

In den zehn Jahren seines Bestehens hat sich der Gospelchor gemausert. Der Auftritt wirkte frischer, entspannter und natürlicher im Einklang mit der vermittelten Botschaft des Liedguts als in vergangenen Jahren. Gelassenheit und Freude spiegelten sich mehrheitlich natürlich in den Gesichtern der Sängerinnen und Sänger wider. Einzig die etwas aufgesetzte Choreographie zum südafrikanischen Arbeitersong «thinga singu» wirkte einstudiert, steif. Der Song hätte auch ohne den Tanz und die Gestik funktioniert. Besonders die a cappella gesungenen Lieder vermochten zu überzeugen: Bei «Walk together children», «Close to god's footprints» und der südafrikanischen Nationalhymne «Nkosi Sikelel' iAfrika» kamen die Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor und Bass schön und natürlich zur Geltung. Ebenfalls sehr gelungen war das Zwischenspiel der Band, welche «Divenire» des italienischen Komponisten Ludovico Einaudi zum besten gab. Das Stück – ursprünglich für Klavier, Streicher und zwei Harfen geschrieben – gelang auch in dieser Besetzung. Vor allem durfte Jacqueline Schlegel, für einmal ohne die langjährige Pianistin Steffi Rutz am Piano brillieren.

Abwechslung durch Soli

Innert rund einer Stunde gestaltete der Gospelchor Rhythm and Glory insgesamt ein abwechslungsreiches, lebendiges, Hoffnung tragendes Programm von 13 Songs, bei denen keiner klang wie der andere. Im speziellen lebte das Konzert von den Stimmen der Solistinnen und Solisten, wobei etwa eine herausragende wie die von Fränzi Büchler besser zur Geltung gekommen wäre, wenn das Mikrophon den Ton lauter herübergebracht hätte.