Ein Jahr, eine Gemeinde, 45 Seiten

Augen und Ohren offenhalten – das war im vergangenen Jahr das Motto von Markus Zuber. Der pensionierte Lehrer hat die Dorfchronik 2015 der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil verfasst. Kürzlich stellte er sein Werk der Bevölkerung vor.

Anina Rütsche
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Er weiss, was in Bütschwil-Ganterschwil los ist: Der Bütschwiler Markus Zuber mit seiner Chronik. (Bild: Anina Rütsche)

Er weiss, was in Bütschwil-Ganterschwil los ist: Der Bütschwiler Markus Zuber mit seiner Chronik. (Bild: Anina Rütsche)

BÜTSCHWIL-GANTERSCHWIL. Der «Hirschen»-Saal war «gestossen voll», als Markus Zuber aus Bütschwil dort vergangene Woche seine Dorf- und Gemeindechronik 2015 vorstellte. «Rund 70 Leute sind gekommen, auch solche aus Ganterschwil, das hat mich gefreut», sagt der Mann, der im vergangenen Jahr die bedeutendsten Ereignisse für Bütschwil-Ganterschwil zusammengetragen und aufgeschrieben hat. Nach seiner Lesung – «eine gekürzte Fassung, das dauerte dann eineinhalb Stunden» – habe er von den Zuhörerinnen und Zuhörern viele positive Rückmeldungen erhalten, erzählt der pensionierte Lehrer. Und er fügt lachend an: «Vielleicht hat das auch mit meiner kräftigen Stimme zu tun, denn offenbar hat mich das Publikum sogar in den hinteren Reihen verstanden.»

Sprache als Stärke

Als Markus Zuber Ende 2014 von Margrit Scherrer, der Chronikbeauftragten der Museumsgesellschaft Bütschwil, für das Amt als Dorf- und Gemeindechronist angefragt worden war, musste er nicht lange überlegen. Es sei ihm eine Ehre gewesen, die Tradition der Chronik weiterzuführen, die es seit 1934 gibt (siehe Zweittext). «Ausserdem ist die Sprache meine Stärke», sagt der bald 70-Jährige, der seit 1989 in Bütschwil wohnt und sich selbst als «absolut zeitungssüchtig» bezeichnet. Er lese fürs Leben gern, am liebsten Aktuelles über internationale Politik. Mit Meldungen aus der Welt des Sports könne er allerdings weniger anfangen. Nichtsdestotrotz sind verschiedene Themen in seine Chronik eingeflossen: Lokales, Regionales, Nationales, Globales sowie Historisches, Fakten zum Wetter und Fotos von der Umfahrungs-Baustelle.

Markus Zuber hat seine Chronik in zwölf Kapitel unterteilt, die den zwölf Monaten im Jahresverlauf entsprechen. Zu jedem Monat hat der Autor einleitend ein erheiterndes Gedicht verfasst. Anschliessend folgen die mit Daten gekennzeichneten Einträge, die kurz und knapp das Wichtigste wiedergeben. Auch die Anzahl der Geburten und Todesfälle in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil hat Markus Zuber aufgeführt. Zum Abschluss jedes Monats findet sich kurz und knapp eine Meldung, die aus der Abteilung Kurioses stammt.

Für spätere Generationen

«Das Schreiben ist mir leicht gefallen, denn darin bin ich flink», sagt der Chronist. Er habe laufend jene Geschichten notiert, die ihm im Alltag zu Ohren gekommen seien. «Das hat pro Woche höchstens eine halbe Stunde gedauert.» Anstrengender sei das Kürzen gewesen, um die vortragstaugliche Fassung mit 25 Seiten zu erhalten. Das ausführliche Werk, das 45 Seiten umfasst, hat der Chronist viermal drucken und binden lassen: Eine Ausgabe für die Museumsgesellschaft Bütschwil, eine für sich selbst und zwei weitere als Reserve. In Papierform kaufen kann man die Dorf- und Gemeindechronik nicht. «Auf Anfrage versende ich sie aber in elektronischer Form.»

Als Zielgruppe seiner Dorf- und Gemeindechronik betrachtet Markus Zuber nebst der heutigen Bevölkerung auch spätere Generationen: «In hundert Jahren ist das Ganze wohl interessanter als heute.» Die Aufzeichnungen aus früheren Zeiten hat Markus Zuber aber bewusst nicht als Vorlage genommen, denn er ist überzeugt: «Eine Chronik ist am schönsten, wenn sie eine persönliche Note hat.»

www.museumsgesellschaft-buetschwil.org

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