Ein «Ja, aber» der GFI

Die Gruppe für Innerrhoden (GFI) hätte ein visionäreres Projekt begrüsst, unterstützt den Rahmenkredit für den Bau des Alters- und Pflegezentrums aber trotzdem. Diskussionen lösten an der Landsgemeindeversammlung die Wahlgeschäfte aus.

Patrik Kobler
Drucken
Teilen
GFI-Präsident Martin Pfister hofft noch immer auf einen zweiten Säckelmeister-Kandidaten. (Bild: pk)

GFI-Präsident Martin Pfister hofft noch immer auf einen zweiten Säckelmeister-Kandidaten. (Bild: pk)

appenzell. Die Gruppe für Innerrhoden (GFI) sagt Ja zum Rahmenkredit von 21 Mio. Franken für den Bau des Alters- und Pflegezentrums in Appenzell. Aber sie will bei den zuständigen Stellen noch einmal auf einige Punkte hinweisen, die ihr wichtig sind: So soll grosszügiger gebaut werden, damit mehr Platz zur Verfügung steht. Die Gemeinschaftsräume müssten einladender gestaltet werden.

Visionäreres gewünscht

Nach Ansicht der GFI hätte mehr Geld in ein «visionäreres Projekt» investiert werden können. Allerdings waren sich die Anwesenden an der Landsgemeindeversammlung vom Donnerstagabend uneinig darüber, ob dadurch die von der GFI anvisierte Auslastung von 98% wirklich erreicht werden könnte. Die Standeskommission, die mit der vorliegenden Variante auf eine heimmässige Lösung setzt, sieht eine Auslastung von 90% vor. Im weiteren will die GFI darauf hinweisen, dass eine grosszügige Heizung vorgesehen wird, an die auch die umliegenden Liegenschaften angeschlossen werden könnten.

Ja zur Tiefgarage

Die GFI unterstützt auch die Erweiterung der Tiefgarage im Alters- und Pflegezentrum. Freilich gab es auch kritische Stimmen. Ein Votant meinte, es müssten nicht immer noch zusätzliche Parkplätze zur Verfügung gestellt werden, dadurch werde nur Mehrverkehr generiert. Ein anderer Anwesender entgegnete, es sei allemal besser, die Tiefgarage auszubauen, als dafür zusätzliche Grünfläche, mit der haushälterisch umgegangen werden müsse, zu verwenden. Konsens herrschte darüber, dass die ÖV-Anbindung des Alters- und Pflegezentrums ungenügend ist, dabei sei extra eine Bucht gebaut worden. Jetzt müssten nur noch die Busse anhalten.

Diskussionen um Wahlgeschäfte

Die übrigen Sachgeschäfte der Landsgemeindegeschäfte sorgten für keine Kontroversen. Sie werden allesamt von der GFI unterstützt. Für Diskussionen sorgten jedoch die Wahlgeschäfte. «Wir haben uns noch nie so angestrengt, Kandidaten zu finden», sagte Präsident Martin Pfister. Trotzdem sei es nicht gelungen, weder für die Feuerschau noch als Säckelmeister jemanden zu portieren. Fünf Leute seien von der GFI angefragt worden, die Nachfolge des scheidenden Säckelmeisters Sepp Moser anzutreten, so Pfister. Man habe sich dabei teilweise weit aus dem Fenster gelehnt und auch Leute kontaktiert, die der GFI politisch nicht nahestehen, die aber «das kleinere Übel» gewesen wären als der einzige Kandidat Thomas Rechsteiner, der aufgrund seines «neoliberalen Gedankenguts» von der GFI keine Unterstützung erhält. Er war denn auch nicht an die Landsgemeindeversammlung eingeladen. «Wenn er gewählt wird, werden wir aber auf ihn zugehen und eine gute Zusammenarbeit mit ihm suchen», so Pfister. Diskussionen löste die Wiederwahl von Ständerat Ivo Bischofberger aus. Die SVP möchte den CVP-Vertreter ersetzen und hat seinen Parteikollegen Landammann Daniel Fässler als Gegenkandidaten lanciert, freilich ohne dass dieser davon wusste. Ohne Sympathien für die Aktion der SVP zu bekunden, fiel der Entscheid der GFI, Bischofberger zu unterstützen, äusserst knapp aus. Weil er sich beispielsweise zur Kernenergie bekennt, wollte ein Teil der Anwesenden von einer Wahlempfehlung absehen.