Schiesssportzentrum Teufen: Die Hoffnung ruht auf einem Investor

Ein Gespräch zwischen der Genossenschaft des Schiessportzentrums Teufen und der Gemeinde verlief ergebnislos. Doch eine andere Lösung könnte sich abzeichnen.

Astrid Zysset
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Die Zukunft des 2012 eröffneten Schiesssportzentrums Teufen ist nach wie vor ungewiss.

Die Zukunft des 2012 eröffneten Schiesssportzentrums Teufen ist nach wie vor ungewiss.

Bild: Astrid Zysset (23. Januuar 2019)

Hat das Schiesssportzentrum Teufen (SSZ) eine Zukunft? Nach wie vor ist unklar, ob es der Genossenschaft gelingt, einen langfristig finanziell gesicherten Betrieb herzustellen und somit die im Februar 2012 eröffnete Anlage zu retten. Jene war finanziell in Schieflage geraten unter anderem wegen einer massiven Baukostenüberschreitung. Gläubigerin ist die Gemeinde. Derzeit bestehen gegenüber der Gemeinde Verpflichtungen von über knapp einer Million Franken. Die Genossenschaft versucht nach wie vor alles, um den drohenden Konkurs abzuwenden.

Das Gespräch mit der Gemeinde, um welches sie vor kurzem gebeten hatte, verlief jedoch «nicht wunschgemäss», wie Heinz Bolliger, Vizepräsident der Genossenschaft, auf Anfrage hin bekanntgibt. Aus seiner Enttäuschung macht er keinen Hehl. «Ich hatte mir mehr erhofft. Unser Engagement wurde zwar gewürdigt, doch die Diskussion brachte wenig Erfolg.»

Offene Beträge wurden in Rechnung gestellt

Vergangenen November wurde die Initiative, welche Zuschüsse durch die Gemeinde hätte garantieren sollen, abgelehnt. Die Gemeinde stellte daraufhin ihre offenen Forderung unter anderem aufgrund der jährlichen Amortisation des einst gewährten Darlehens von mindestens 20000 Franken umgehend in Rechnung. 180000 Franken waren in der Zwischenzeit aufgelaufen. Zahlbar wäre diese Summe bis 31. Dezember 2019 gewesen. Doch die Genossenschaft wollte die Rechnung nicht begleichen. Das Geld ist knapp. Und im laufenden Betrieb würde eine solch hohe Zahlung zu Liquiditätsproblemen führen, so Bolliger. Die Sistierung der Zinszahlungen an die Gemeinde wurde von der Verwaltung seinerzeit beschlossen, damit die Rechnungen des Betriebes bezahlt werden konnten. Das SSZ hat aktuell keine Rechnungen vom Betrieb her mehr offen.

Ein möglicher Investor könnte Abhilfe schaffen

Die Summe über 180 000 Franken ist nach Bolligers Auffassung zu hoch. Es gibt einige strittige Punkte, welche die Forderung in seinen Augen mindern sollten. So hätte beispielsweise die Genossenschaft während der Bauphase 11000 Franken für eine Bachumlegung aufwenden müssen, was aber nach Baurechtsvertrag nicht ihr hätte auferlegt werden dürfen. Auch das Geld für den Notkredit und die Revisionsstelle will die Genossenschaft von der Gemeinde zurück. Eine Revisionsstelle einzuführen, sei eine Auflage gewesen, welche erfüllt wurde. Bolliger selbst glaubt jedoch nicht, dass das SSZ von Gesetzes wegen verpflichtet gewesen wäre, eine solche auch tatsächlich einzurichten.

Was der seit sechs Jahren amtierende Vizepräsident möchte, ist mehr Zeit, um Lösungen zu finden, welche einen nachhaltigen Betrieb des SSZ ermöglichen. So habe sich zwischenzeitlich auch ein möglicher Investor gemeldet, der das SSZ vor dem Aus bewahren könnte. Noch sei es zu früh, um konkrete Verhandlungserfolge zu vermelden, doch Bolliger zeigt sich optimistisch, dass das letzte Kapitel des Schiesssportzentrums noch nicht geschrieben ist.

Doch die Zeit drängt. Gemäss Auskunft der Gemeinde halte man an der Forderung gegenüber der Genossenschaft fest. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Betreibung eintrifft. Die Genossenschaft will diese abwarten, um Rechtsvorschlag einzulegen, damit die strittigen Punkte, welche nach Baurechtsvertrag im Schiedsgericht ebenfalls infolge Geldmangel sistiert werden mussten, behandelt werden.