Ein Imageträger geworden

Als Verwaltungsrats-Präsident steht Hans Höhener an der Spitze von Appenzellerland Sport, dem die Sportschule angegliedert ist. Herr Höhener, wenn es die Sportschule Appenzellerland noch nicht gäbe, warum bräuchte es sie?

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Hans Höhener Verwaltungsratspräsident Appenzellerland Sport (Bild: Michel Canonica)

Hans Höhener Verwaltungsratspräsident Appenzellerland Sport (Bild: Michel Canonica)

Als Verwaltungsrats-Präsident steht Hans Höhener an der Spitze von Appenzellerland Sport, dem die Sportschule angegliedert ist.

Herr Höhener, wenn es die Sportschule Appenzellerland noch nicht gäbe, warum bräuchte es sie?

Man müsste sie, wenn es sie nicht gäbe, heute noch lancieren. Die Erfolge der letzten zehn Jahre haben dem «Appenzeller Sportschulmodell» recht gegeben. Die sportliche Talentförderung in enger Koordination mit Schule und Ausbildung – sozusagen unter einem Dach angeboten – hat sich bewährt.

Die Sportschule ist nicht als Label-Schule von Swiss-Olympic ausgezeichnet. Warum nicht?

Das «Appenzeller Modell», dieses Netzwerk von Sportförderung und Ausbildung mit mehreren Bildungspartnern, gibt es in den Vergaberichtlinien von Swiss Olympic leider nicht. Und wenn etwas nicht vorgesehen ist, darf es offensichtlich auch nicht sein.

Das Fehlen eines Labels macht es uns in einzelnen Kantonen immer wieder schwer, die Kostengutsprache für die schulische Ausbildung einzuholen. Wir sind aber nicht bereit, ein so erfolgreiches Modell aus formellen Gründen aufzugeben und gar das Niveau zu senken.

Finanziell ist die «schwarze Null» jedes Jahr eine Herausforderung. Wie hoch ist das Budget?

Die Mittelbeschaffung ist eine stete Herausforderung. Das professionelle Training und die umfassende Betreuung der 57 Sportschüler, die teilweise bis über 20 Stunden Trainings pro Woche absolvieren, sowie das Coaching der gegen 90 Athleten in den Vorsportschulen und Stützpunkttrainings erfordert ein Budget von rund 600 000 Franken, wobei knapp die Hälfte der Kosten über Sportschulgelder (Elternbeiträge) gedeckt wird.

Welchen Wert hat die Sportschule Appenzellerland für die Region?

Durch die nationalen und internationalen Erfolge unserer Sportschüler sind wir zu einem nicht ganz unwesentlichen Imageträger des Appenzellerlandes geworden. Zudem flossen in den letzten zehn Jahren durch unser Angebot mehrere Millionen Franken an Schulgeldern etc. in den Kanton.

Was freut Sie, als geistiger Vater der Sportschule Appenzellerland, wenn Sie auf die letzten zehn Jahre blicken?

Wir stellen immer wieder fest, dass unsere Sportschüler nicht nur im Sport, sondern auch in der schulischen und beruflichen Ausbildung überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Diese Entwicklung zu tollen, eigenständigen und selbstverantwortlichen Persönlichkeiten immer wieder neu erleben zu dürfen, gehört zu den schönsten Erfahrungen der letzten zehn Jahre. (mc)

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