Ein Höhepunkt des Jahres

Die Viehschau geniesst in Stein einen hohen Stellenwert. Am gleichen Tag findet der Markt statt, und die Kinder haben schulfrei. Obwohl ein Publikumsmagnet, ist sie mehr als eine Touristenattraktion, sagt Hansueli Buff, Präsident der Viehschaukommission.

Patrik Kobler
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Streicheleinheiten: Vor der Präsentation der Jungzüchter werden die Tiere innig geherzt. (Bilder: pk)

Streicheleinheiten: Vor der Präsentation der Jungzüchter werden die Tiere innig geherzt. (Bilder: pk)

stein. Kaum etwas hat einen grösseren Stellenwert in Stein als die Viehschau. Sie ist neben Silvester und Bloch einer der Höhepunkte im Jahreskalender. Umso mehr, als am gleichen Tag auch noch der Markt stattfindet. Und so tummeln sich schon am Vormittag viele Leute auf dem Gelände bei der Kirche, um die 339 Tiere zu bestaunen. Sieben Bauernfamilien fuhren im Senntum auf.

Unter den Besuchern befinden sich viele Exil-Steiner, die extra für diesen einen Tag in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

Kinder haben schulfrei

Der grosse Stellenwert der Viehschau wird auch dadurch unterstrichen, dass die Kinder schulfrei haben. Statt zu Hause am PC zu gamen, besuchen sie zahlreich die Viehschau. Einige Kinder nehmen kurz vor Mittag sogar an der Präsentation der Jungzüchter teil.

Es sei für viele die Hauptattraktion des Tages, vor allem für Besucher, die nicht dem Bauernstand angehören, sagt Hansueli Buff, Präsident der Markt- und Viehschaukommission. Viele Leute säumen den Ring, in dem die Kinder ihre Tiere präsentieren und dazu einen Spruch aufsagen. Die Jüngsten sind gerade mal fünf Jahre alt. Als verdienten Lohn erhalten sie am Ende eine Schelle überreicht.

Derweil ruft Buff die Mittagspause aus. Hunger muss niemand leiden. Es gibt diverse Menus, und auch von den Marktständen her duftet es verlockend. Bald einmal bildet sich vor dem Raclette-Stand eine Menschentraube. Am Nachmittag wird die Viehschau dann mit den Präsentationen der verschiedenen Kategoriensieger fortgesetzt. Dies stösst dann vor allem bei den Bauern auf Interesse.

Keine Erlebnisviehschau

Auch wenn sich Hansueli Buff sehr über die vielen Besucher freut und sie herzlich begrüsst, so betont er doch, dass die Viehschau für die Bauern von grosser Bedeutung ist. Es sei keine Erlebnisviehschau für Touristen, sagt er. Und dann wird seine Tatkraft auch schon wieder an einem anderen Ort gebraucht. Es herrscht viel Betrieb, aber auch im grössten Trubel kommt keine Hektik auf.

Nicht einmal dann, wenn die Jungzüchter ihrer Tiere kaum Meister werden und kopfvoran im Stroh landen, während ihre «Schützlinge» Reissaus nehmen wollen. Von irgendwo trottet immer ein Mann mit einem Stumpen im Gesicht daher, um das Tier einzufangen und es den Kindern wieder mit einem freundlichen Lächeln zu übergeben. Ärger kommt an diesem Tag nicht auf, schliesslich ist er einer der Höhepunkte des Jahres.