Ein Hauch von Schottland

Steinstossen, Baumstammwerfen, Seilziehen – wenn diese Sportarten Trumpf sind, dann sind Highland Games. Dieses Jahr wird die schottische Tradition erstmals in Gähwil eingeführt.

Timon Kobelt
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Schnelligkeit und Kraft sind unentbehrlich beim Baumstammwerfen. (Bild: Michel Canonica)

Schnelligkeit und Kraft sind unentbehrlich beim Baumstammwerfen. (Bild: Michel Canonica)

GÄHWIL. In Schottland sind die Highland Games Tradition. Angeblich geht ihr Ursprung bis ins Mittelalter zurück. Rund 100 Highland Games werden jährlich in den Hügeln von Schottland durchgeführt, organisiert durch die Scottish Highland Games Association (SHGA). An den Wettkämpfen werden jeweils ordentliche Preisgelder verteilt. Auch das hat Tradition. Gemäss einem NZZ-Bericht führten die Preisgelder früher dazu, dass die schottischen Athleten keinen Platz im britischen Olympiateam fanden, weil sie nicht als Amateure galten. Inzwischen haben sich die Spiele in ganz Europa verbreitet. Auch die Schweiz hat einen Verband gegründet.

Wettkampf in Viererteams

Diesen Samstag finden erstmals Highland Games im Toggenburg statt. Die Aktivriege Gähwil hat sich entschieden, den Event zu organisieren. «Wir wollten etwas ganz Neues ausprobieren und etwas, woran nur die Aktivriege beteiligt ist», sagt Organisator Roger Süess. So sei gewährleistet, dass niemand anderes dreinrede. Auf die Highland Games seien sie zufällig bei einer Sitzung gekommen. «Ein Event wie die Highland Games bietet sehr viele Möglichkeiten, um die Leute zu unterhalten», erklärt Süess. Mit seinen Organisations-Kollegen von der Aktivriege hat er beschlossen, ausschliesslich Teams zuzulassen. Es werden zwölf Viererteams an den Highland Games teilnehmen. Dank lokalen Sponsoren muss niemand mit leeren Händen nach Hause gehen. Für jedes Team sind kleinere Preise vorhanden.

Steine und Baumstämme

Um genau 14 Uhr 14 beginnen die Wettkämpfe am Samstag. Gemäss Süess hat die Uhrzeit keine spezielle Bedeutung. Speziell hingegen sind die Sportarten, die am Samstag ausgeübt werden. Die bekannteste ist wohl das Baumstammwerfen. Bei den richtigen Highland Games ist es das Ziel, dass sich der Stamm überschlägt und vor dem Athleten wie ein Uhrzeiger zu liegen kommt, der auf die Zwölf zeigt. Im Notenblatt werden die Abweichungen als Uhrzeit eingetragen. In Gähwil messen die Organisatoren einfachheitshalber die Distanz. Daneben gibt es weitere klassische Disziplinen wie Steinstossen oder Seilziehen. Ganz am Ende findet ein Hindernislauf satt. Dabei muss ein Baumstamm über viele Hindernisse getragen werden.

Die Wiese neben dem Mehrzweckgebäude (MZG) Silberwis ist laut Süess ideal für die Spiele. Die Zuschauer hätten genügend Platz, um sich alle Disziplinen anzuschauen. Man könne entweder von der Mitte der Wiese aus alles beobachten, oder auch nahe an die einzelnen Disziplinen herangehen. Sämtliche Mitglieder der Aktivriege tragen schottische Kilts und sind somit gut erkennbar. Auch die Wetterprognose ist mit vielen Wolken schottisch. Nach dem Wettkampf bietet sich die Möglichkeit, sich im MZG mit Fleisch vom Grill zu verpflegen. Oder noch passender: Man genehmigt sich einen schottischen Whisky an der Bar.

Roger Süess Organisator Highland Games Gähwil (Bild: Timon Kobelt)

Roger Süess Organisator Highland Games Gähwil (Bild: Timon Kobelt)