Ein grün-weisser Gaiser

SCHWINGEN. Wer Gais mit Schwingen in Verbindung bringt, denkt an Namen wie Bless, Zwyssig oder Kuster. Aber auch Andreas Roth ist ein Gaiser Schwinger. Er startet seit Jahren für den St. Galler-Verband – auch am NOS vor heimischem Publikum.

Bruno Eisenhut
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Appenzeller im Dienste der St. Galler. Mit Andreas Roth schwingt ein Gaiser für den St. Galler-Verband. (Bild: pd)

Appenzeller im Dienste der St. Galler. Mit Andreas Roth schwingt ein Gaiser für den St. Galler-Verband. (Bild: pd)

Wenn am kommenden Sonntag in Gais das Nordostschweizerische Schwingfest (NOS) über die Bühne geht, möchten sich die Schwinger des Schwingklubs Gais den Heimvorteil zunutze machen. Mit Andreas Roth tritt ein Einheimischer zum Wettkampf an, der nicht aus den Reihen des örtlichen Schwingklubs stammt. Der 20-Jährige ist in Gais aufgewachsen, lebt und arbeitet noch immer im Mittelländer Dorf, ist aber seit Beginn seiner schwingerischen Karriere Mitglied des Rheintal-Oberländischen Schwingerverbands.

Wechsel kein Thema

Die Geschichte beginnt im Jahr 2001. Als achtjähriger Bub möchte Andreas Roth Schwinger werden. «Dazumal verfügte der Schwingklub Gais über eine sehr kleine Anzahl Bubenschwinger», erklärt Roth. Zudem hätte er schon damals Kontakte zur Rheintaler Schwingerszene gehabt. Der Beitritt zum Schwingklub Mittelrheintal lag nahe. Geworden ist daraus ein «normaler Zustand», wie Andreas Roth diesen bezeichnet. Und schiebt nach: «Ich fühle mich wohl bei den Rheintalern.» Dementsprechend erwägt der gelernte Zimmermann auch keinen Wechsel zum Schwingklub Gais und verbunden damit in den Appenzeller Schwingerverband. Zu fest verwurzelt sei er ennet der Kantonsgrenze. Mit einem Augenzwinkern bezieht sich Andreas Roth auf die Kranzschwinger Marcel und Thomas Kuster. Diese seien gebürtige Rheintaler, schwingen aber seit Beginn ihrer Karriere für den Appenzeller Schwingerverband. Somit gleiche sich seine Grenzüberschreitung mehr als aus, so Roth.

Trotzdem ein Heimspiel

Obwohl er nicht dem organisierenden Verein angehört, erwartet Andreas Roth nächsten Sonntag allemal ein besonderes Schwingfest. Viele Leute aus der Region werden auf dem Festareal verweilen. Darunter auch zahlreiche Einheimische und Bekannte, die sonst nie an einem Schwingfest wären. Nicht zuletzt deshalb werde er sich am Sonntag mehr als Gaiser, denn als Schwinger des St. Galler Verbands fühlen, blickt Roth voraus.

Auf seine Zielsetzung angesprochen, bleibt Andreas Roth realistisch. Oberstes Ziel sei das Erreichen des Kranzausstichs. Will heissen: Den Schnitt nach vier Gängen überstehen und sechs Kämpfe absolvieren. Von einem Kranzgewinn wagt der Gaiser im Dienste der Rheintaler nicht zu träumen. Ein solcher blieb ihm in seiner Karriere bisher noch verwehrt. Nach und nach bewegt er sich aber mit zunehmend bemerkenswerten Resultaten in Richtung seines ersten Kranzes. Schon eher bezeichnet Andreas Roth die Qualifikation für das Eidgenössische Nachwuchsschwingfest 2009 in Le Mouret als seinen bisherigen Höhepunkt. Vor heimischem Publikum winkt dem Gaiser in wenigen Tagen die Chance, einen neuen Höhepunkt in seiner noch jungen Karriere zu schaffen. An mangelnder Unterstützung dürfte es nicht liegen.