Ein Grubenmann-Werk ziert den Teppich im Museum

In der Ausstellung im Zeughaus Teufen ist derzeit ein ungewöhnliches Textilobjekt zu sehen.

Karin Erni
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Kurator Ueli Vogt (Bildmitte) im Gespräch mit Besuchern der Podiumsdiskussion. Im Hintergrund das neue Ausstellungsstück.  Bild: Karin Erni

Kurator Ueli Vogt (Bildmitte) im Gespräch mit Besuchern der Podiumsdiskussion. Im Hintergrund das neue Ausstellungsstück.  Bild: Karin Erni

Die aktuelle Zwischenstellung im Zeughaus Teufen ist einem Teppich gewidmet. Das Werk aus Wolle und Latex wurde von der Firma Tisca Tiara in aufwendiger Handarbeit hergestellt. Allein dadurch ist es schon fast zu schade als Bodenbelag. Dazu kommt, dass es seine starke dreidimensionale Wirkung erst aus einigen Metern Entfernung entfaltet.

Das Bild zeigt einen Ausschnitt des Dachstuhls der Kirche von Ebnat. Sie wurde 1762 durch den Teufener Baumeister Johann Ulrich Grubenmann realisiert. Wie bei allen seinen Kirchenbauten führte der bekannte Brückenbauer den Dachstuhl in Form eines ausgeklügelten Hängewerks aus.

Aus einer Fotografie wird ein dreidimensionales Bild

Der Einsiedler Fotograf Martin Linsi hat den Dachstuhl im Auftrag der Grubenmann-Stiftung abgelichtet. Es handelt sich dabei um einen aufwendigen Prozess, bei dem es den richtigen Standort und den optimalen Bildschnitt zu finden gilt. Auch der Beleuchtung kommt in den oft dunklen Dachstühlen eine grosse Bedeutung zu.

Im Sinne eines Experimentes hat Stiftungsratspräsident und Tisca-Geschäftsleitungsmitglied Matthias Tischhauser eines der Bilder von Martin Linsi im spezialisierten Betrieb in Frankreich von Hand tuften lassen. Das heisst, jeder Faden wird aufwendig von Hand in ein Grundgewebe eingeschossen. Herausgekommen ist ein ziemlich spektakuläres Textilobjekt. «Mit seiner sakralen Ausstrahlung könnte es auch gut in einem Kirchenraum hängen», bemerkte Kurator Ueli Vogt. Er würde das Werk denn auch gerne einmal nach Ebnat bringen. «Dann schliesst sich der Kreis.» Vogt schlägt auch einen Bogen zwischen der Fotografie und der Tufting-Technik. «Im Prinzip entspricht jeder Faden im Teppich einem Pixel.»

Am Sonntag befasste sich eine Podiumsdiskussion im Zeughaus mit dem Teppich und seiner Entstehungsgeschichte. Unter dem Titel: «Was verbindet Raum, Foto und Teppich?» diskutierten Fotograf Martin Linsi, die Kunsthistorikerin und Kuratorin Gabrielle Obrist, Marko Sauer, Chefredaktor der Architekturzeitschrift «Modulør» und Matthias Tischhauser und Ueli Vogt.

Auch Ehrenpräsidentin Rosmarie Nüesch-Gautschi war am Anlass zugegen. Sie war angetan vom Teppich. «Er ist sehr gut gelungen.»