«Ein gemeinsamer Weg ist wichtig»

Die Leiterin Betreuung und Pflege, Monika Rutz, erläutert die Ziele des Palliative-Care-Konzepts.

Nadine Rydzyk
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Was genau versteht man unter Palliative Care und wieso ist diese für die Alters- und Pflegeheime Ebnat-Kappel wichtig?

Monika Rutz: Palliative Care bezeichnet die umfassende Behandlung und Betreuung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder fortgeschrittenen chronischen Krankheiten. Ziel ist, diesen Menschen eine möglichst hohe Lebensqualität bis zum Tod zu ermöglichen, indem Leiden gelindert wird und ihnen eine ganzheitliche Fürsorge zuteil wird, die auch soziale, seelische und spirituelle Aspekte berücksichtigt. Wir bieten 115 Bewohnerinnen und Bewohnern ein Zuhause und haben entsprechend viele Mitarbeitende. Deshalb ist es wichtig, über solche Themen im Gespräch zu sein und einen gemeinsamen Weg in solchen Fragen zu finden. Aus diesem Grund arbeiten wir an einem Palliative-Konzept, das im nächsten Jahr wieder einen wichtigen Schritt weiterentwickelt wird. Zusammen mit Hausärzten, andern Alters- und Pflegeheimen und Seelsorgenden aus der Region sind wir dabei, die «Handlungsempfehlungen in der Sterbephase» – wie sie vom Palliativzentrum des Kantonsspital St. Gallen entwickelt wurden – in unseren Institutionen einzuführen. Diese Handlungsempfehlungen haben die Absicht, dem Pflegepersonal zu helfen, die Betreuung und Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen zu optimieren. Sie sollen helfen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein Sterben in Ruhe und in sicherer Umgebung ermöglichen.

Dieses Konzept beinhaltet also auch die Begleitung von Angehörigen und den Menschen, die mit einem Verstorbenen in Kontakt waren. Die Jahresgedenkfeier ist also eine konkrete Massnahme des Konzeptes?

Rutz: Das ist richtig. An diesem Anlass gedenken wir der Menschen, die im vergangenen Jahr gestorben sind. Wir kommen ins Gespräch mit den Angehörigen, können uns nach ihrem Ergehen erkundigen oder noch einmal Rückschau halten. Symbolisch nehmen wir die Verstorbenen in unsere Mitte, es werden Erinnerungen wach und beim anschliessenden Kaffee auch ausgetauscht.

Was genau macht die Jahresgedenkfeier so wichtig für die Bewohnerinnen und Bewohner, die Angehörigen und auch die Mitarbeitenden?

Rutz: Der Jahresgedenktag ist immer ein Anlass mit einer besonderen Stimmung, der das Sterben als Teil des Lebens wahrnimmt. Für jeden Verstorbenen wird eine Kerze entzündet und es gibt Worte der Erinnerung. Diese Feier gibt Zeit und Raum auch über das eigene Werden, Sein und Vergehen nachzudenken und vielleicht ist es für die Bewohnerinnen hilfreich zu erleben, dass wir versuchen, mit dem Sterben als Teil des Lebens sorgfältig und würdevoll umzugehen.