Ein Gehörgang vom Neckertal bis nach Bern

Am 18. September geht es los: Der Musiker und Komponist Dänu Wisler startet seine musikalische Wanderung vom Neckertal nach Bern. Im Kurzinterview erklärt er, was der Sinn und Zweck seiner einwöchigen Reise sein wird.

Drucken
Teilen
Dänu Wisler Musiker und Komponist aus Oberhelfenschwil (Bild: Anina Rütsche)

Dänu Wisler Musiker und Komponist aus Oberhelfenschwil (Bild: Anina Rütsche)

Am 18. September geht es los: Der Musiker und Komponist Dänu Wisler startet seine musikalische Wanderung vom Neckertal nach Bern. Im Kurzinterview erklärt er, was der Sinn und Zweck seiner einwöchigen Reise sein wird.

Herr Wisler, in etwas weniger als drei Wochen werden Sie Ihre musikalische Reise unter dem Namen «Gehörgang» starten. Sie haben bereits ähnliche Projekte durchgeführt. Worum geht es dieses Mal?

Politische Debatten sind heutzutage vor allem auf Onlineforen immer mehr von Anschuldigungen und Beschimpfungen geprägt. Meinungen werden nicht mehr sachlich wahrgenommen, sondern oftmals mit einer ideologischen Keule im Keim erstickt. Ich sehe darin eine Gefahr für die Demokratie. Viele Prominente, zum Beispiel Politiker, kennt man nur aus den Medien. Auf meiner Wanderung will ich mich mit kontroversen Themen und Menschen beschäftigen, einmal hinter die Fassaden schauen. Ich versuche einen tieferen Einblick in das Leben meiner Wandergäste zu kriegen. Das Ziel ist es, zu hinterfragen, nachzuvollziehen und zu verstehen. Man soll sich schliesslich auch mit seinen Gegnern befassen. Ich will meine Gäste auf dieser Reise besser kennenlernen.

Worum wird es in den Gesprächen mit diesen Personen gehen?

Es wird nicht explizit um politische Themen gehen. Ich werde mit den Leuten über alles Mögliche sprechen. Vor allem möchte ich aber zuhören und den Menschen kennenlernen. Die Diskussionen werden wohl spontan entstehen.

Anhand von welchem Kriterium haben Sie ihre Begleiter ausgewählt?

Ich habe Personen gewählt, welche mich interessieren, teils vielleicht, weil sie polarisieren oder in den Medien eine kontroverse Stellung einnehmen. Ich habe aber auch alte Bekannte von mir eingeladen, mit denen ich lediglich die Freundschaft auffrischen möchte. Wer mich schlussendlich begleiten wird, ist noch nicht klar. Auf einer Etappe werden es zwei Flüchtlinge sein, auf einer anderen Andreas Glarner von der SVP. Weitere Gäste wollen namentlich nicht erwähnt werden.

Haben Sie für die Zukunft schon weitere Projekte geplant?

Ja, ich schreibe gerade an einem Buch mit Kurzgeschichten. Es wird ein historischer Roman über die Kindheit Ulrich Zwinglis werden. Ulrich Zwingli finde ich aus politischer Sicht spannender als aus theologischer. Meiner Meinung nach hatte er einen grossen Einfluss auf das heutige politische System der Schweiz. Ein weiteres Projekt ist meine neue CD, welche nächstes Jahr erscheinen soll. (mid)

Aktuelle Nachrichten