Hitzeperiode: Ausserrhoder Altersheime bieten Bewohnern Fussbäder und zusätzliche Trinkstationen

Meteorologen sagen für die kommenden Tage Temperaturen von bis zu 39 Grad voraus. Vor allem ältere Menschen leiden unter der Hitze. Altersheime im Appenzellerland schaffen mit kleinen Massnahmen Abhilfe.

Alessia Pagani
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Das Kühlen der Füsse und Schattenplätze helfen gegen die Hitze. (Bild: Waldtraud Grubitzsch/Keystone)

Das Kühlen der Füsse und Schattenplätze helfen gegen die Hitze. (Bild: Waldtraud Grubitzsch/Keystone)

Hitzewelle, Rekordtemperaturen, Gefahrenstufen – die Prognosen versprechen für diese Woche schweizweit hochsommerliches Wetter. Die Temperaturen dürften gemäss Prognose von Meteo Schweiz auch im Appenzellerland an der 40-Grad-Marke kratzen. Dies stellt vor allem die Betreiber von Alters- und Pflegeheimen vor Herausforderungen. Denn: Von Dehydration sind hauptsächlich ältere Menschen betroffen, wie Detlef Schmidt von der Stiftung Altersbetreuung in Herisau bestätigt. Der Bereichsleiter Pflege und Betreuung sagt:

«Das Durstgefühl aber auch das Trinkverhalten ändern sich im Laufe des Lebens und mit zunehmendem Alter.»

Bewohner fürs Trinken sensibilisieren

Ältere Mitmenschen würden das Trinken schlicht und einfach manchmal vergessen. «Die älteren Menschen trinken weniger, weil sie weniger brauchen und weil sie es subjektiv so empfinden, als dass ihr Körper nicht mehr so viel Flüssigkeit benötigen.» In den Häusern der Stiftung Altersbetreuung Herisau wird deshalb grundsätzlich ein Auge darauf geworfen, dass die Bewohner genügend trinken – und dies nicht nur an warmen Tagen. Schmidt:

«Wir versuchen die Menschen dafür zu motivieren und zu sensibilisieren. An warmen Tagen einfach noch ein wenig mehr»

Dies werde erreicht, in dem den Älteren aktiv und bei jeder Gelegenheit Getränke angeboten und mehr Ausgabestellen an gut ersichtlichen Orten erstellt werden oder schlicht einfach einmal mehr nachgefragt werde, ob sie Durst hätten. «Wir als Mitarbeiter haben eine Vorbildfunktion zu übernehmen», so Schmidt.

Flüssigkeitsbedarf ist individuell

Gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung bedarf ein erwachsener Mensch pro Kilo Körpergewicht 30 bis 35 Milliliter Flüssigkeit pro Tag, was bei einem Gewicht von 80 Kilogramm einer Menge von 2,4 bis 3,3 Liter entspricht. Detlef Schmidt relativiert: «Diese Menge betrifft einen gesunden Menschen, der sich körperlich betätigt.» Das Durstbedürfnis sei sehr individuell. «Viele unsere Bewohnerinnen und Bewohner managen das gut und trinken mehr, als das sie eigentlich müssten. Ein normaler Mensch mit normaler Tätigkeit kommt mit eineinhalb Litern gut zurecht», so Schmidt. Für den Bereichsleiter ist in seiner täglichen Arbeit eines ganz wichtig: herauszufinden, welches die Vorlieben der Bewohner sind. «Wenn man etwas gerne hat, trinkt man es auch eher.» Dabei spiele es keine Rolle, ob dies nun Wasser oder Tee ist, oder der vielerorts «verpönte» Kaffee. Schmidt:

«Auch Kaffee darf getrunken werden und ist immer noch besser, als ein gänzlicher Verzicht.»

Räume angenehm kühl halten

Dass die Temperaturen älteren Menschen mehr zusetzen, wissen auch die Verantwortlichen des Altersheims Boden in Trogen. «Nicht alle älteren Menschen leiden in gleichem Masse, aber einige reduzieren ihre Bewegungen an solchen Tagen auf das Minimum», sagt Heimleiterin Yvonne Greutmann. Den Bewohnerinnen und Bewohnern raten die Verantwortlichen, mit Spaziergängen an der Sonne zurückhaltend zu sein und vermehrt Schattenplätze aufzusuchen. Zudem wird während dieser Tage darauf geachtet, dass die Rollläden und Storen frühzeitig heruntergelassen werden, damit es in den Zimmern nicht so warm wird. Greutmann:

«Jetzige Temperaturen haben unsere Bewohner schon öfter erlebt und kommen damit klar.»

Nun müsse man den weiteren Verlauf der Woche abwarten. Denn: «Tendenziell leiden die Bewohnerinnen und Bewohner nach mehreren Hitzetagen mehr als nur nach an einem.» Sollte es noch wärmer werden, ist das Altersheim vorbereitet: «Wir haben ein Kinderplanschbecken bereit, um sich die Füsse darin abzukühlen.»

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