Ein Feiertag zum Vergessen

SPEERSPITZ Ferien sollten eigentlich dazu da sein, um sich zu erholen, um sich wieder ausgeruht den Herausforderungen des Arbeitsalltags stellen zu können. Im Falle meiner Ferien in Griechenland klappte das im Grunde ganz gut.

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Ferien sollten eigentlich dazu da sein, um sich zu erholen, um sich wieder ausgeruht den Herausforderungen des Arbeitsalltags stellen zu können. Im Falle meiner Ferien in Griechenland klappte das im Grunde ganz gut. Für einmal verzichtete ich auf Museumsbesuche, schaute mir keine antiken Tempel an und machte keinen Bootsausflug zu einer kleinen, der Küste vorgelagerten Insel, die man jedoch laut Werbung des hiesigen Reiseveranstalters unbedingt gesehen haben müsste. Nein. Ich beschränkte mich ganz bewusst auf das süsse Nichtstun. Das einzige, was in meinen Ferien geplant war, waren der Tag der Anreise sowie der Tag meines Rückflugs. Dieser sollte den Flughafen von Kerkyra, Korfus Hauptort, am Samstagabend um 21 Uhr verlassen. Ich würde also genügend Zeit haben, um mit dem Bus von meinem Ferienort Sidari zum Flughafen zu fahren und einzuchecken. Dieser Plan sah sogar noch einen Stadtbummel durch Kerkyras Altstadt vor. Eigentlich. Denn was ich nicht bedacht hatte, war, dass an ebendiesem Samstag Maria Himmelfahrt gefeiert wurde. Auf Korfu bedeutet das aber nicht, dass die Busse mit einem reduzierten Fahrplan fahren, nein, es fahren gar keine Busse. Und nun? Mit meinem 25 Kilo schweren Rucksack die 40 Kilometer zu Fuss zu gehen, war keine Option. Schliesslich fand ich einen ebenfalls gestrandeten Franzosen, mit dem ich mir eine Taxifahrt zum Flughafen teilte. Prima. Also Rucksack aufgeben und ab in die Stadt. Von wegen. Der Flughafen von Kerkyra entpuppte sich als wahres Tollhaus: Tausende Touristen mit riesigen Koffern, Luftmatratzen und Sonnenschirmen unter dem Arm bevölkerten die Halle und niemand schien auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, an welcher der unzählbaren Warteschlangen er sich anstellen sollte. Wie ich bald in Erfahrung bringen konnte, war mein Ansinnen, bereits einchecken zu können, denn auch reine Illusion. Damit zerschlug sich auch mein Plan, in die Altstadt zu gehen. Denn die Vorstellung, mich mit meinem Rucksack bei gut über 30 Grad durch enge Gassen zu schleppen, fand ich nicht wirklich prickelnd. Also hockte ich mich in einer Ecke der Halle auf meinen Rucksack und wartete, bis endlich mein Flug aufgerufen wurde. Dass ich dann in Kloten den Zug verpasste, noch einmal über eine Stunde warten musste und es dann keinen Sitzplatz mehr hatte, versteht sich von selbst.

Zum Glück holte mich eine liebe Kollegin mitten in der Nacht in Wil ab, so dass ich gegen 1.30 Uhr zu Hause war – und reif für Ferien.

urs.hemm@toggenburgmedien.ch