GEMEINDEJUBILÄUM
300 Jahre Waldstatt: Ein fast zweijähriges Fest ging am Samstag zu Ende

Die Feierlichkeiten zu 300 Jahre Waldstatt zogen sich wegen der Pandemie in die Länge. Fast zwei Jahre liegen die ersten Feierlichkeiten zurück. Vergangenen Samstag fand nun aber definitiv der Schlussakt statt.

Astrid Zysset
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Am Samstagabend war das Festzelt auf dem roten Platz gut besucht.

Am Samstagabend war das Festzelt auf dem roten Platz gut besucht.

Bild: Astrid Zysset

Als «längste Feier im Appenzellerland» umschreibt Beat Müller, Präsident des Organisationskomitees (OK), das Fest zu 300 Jahre Waldstatt. Denn eigentlich hätte es schon im vergangenen Jahr stattfinden sollen. Doch Corona sorgte dafür, dass die Feierlichkeiten «häppchenweise» und mit Verzögerungen durchgeführt wurden. Vergangenes Wochenende dann schliesslich das Fest mit der Bevölkerung; ein Jahr, nachdem es eigentlich geplant gewesen war, und fast zwei Jahre nach den ersten Festivitäten. «Niemand feiert so lange wie wir», sagt Müller lachend. Aber er zeigt sich zufrieden. Alles in allem sei es «eine würdige Feier im Rahmen des Möglichen» gewesen.

Beat Müller ist OK-Präsident der Feierlichkeiten rund um das 300-Jahr-Jubiläum.

Beat Müller ist OK-Präsident der Feierlichkeiten rund um das 300-Jahr-Jubiläum.

Bild: Archiv

Auf dem roten Platz hinter dem Mehrzweckgebäude stand das grosse Festzelt. Gleich daneben: eine «Kafistobe», ein Getränkestand und Sportplätze, auf denen die Kinder spielten. Maximal 500 Leute wurden auf das Gelände gelassen. Eine Eingangskontrolle stellte sicher, dass die Anzahl nicht überschritten wurde. Allzu gross war der Andrang jedoch nicht: Am Freitagabend wurden 200 Personen gezählt. Am Samstagabend stand Livemusik auf dem Programm. Dementsprechend wurden deutlich mehr Besucherinnen und Besucher registriert. «Eigentlich hätte aber alles in einem grösseren Rahmen stattfinden sollen», so Müller. Für das Fest seien einst ein viermal mehr Leute umfassendes Festzelt, weitere Aktivitäten, Familienspiele und Darbietungen mit den Vereinen vorgesehen gewesen. Auch hätte es eine Klassenzusammenkunft geben sollen. Doch all das wurde aufgrund der Pandemie gestrichen.

Viele Jubiläumsanlässe im vergangenen Jahr

Die Diskussionen, ob man das Fest wiederum verschieben sollte, waren innerhalb des OK allgegenwärtig. Doch am Ende war man der Auffassung, dass es eine Feier brauche, um die Aktivitäten im vergangenen Jahr abzuschliessen. Denn trotz Corona gingen rund um das Jubiläum zahlreiche Veranstaltungen über die Bühne. So gab es im Mai die ersten Quartiertage, der offizielle Festakt folgte ein paar Monate später. In der Kirche eröffnete eine Ausstellung zur Geschichte der Gemeinde, im Bad Säntisblick wurden Gottesdienste durchgeführt, und die alte Kirchenbank wurde samt Gästebuch an unterschiedlichen Orten in Waldstatt aufgestellt.

Höhepunkt war im September jedoch die Eröffnung des Holzweges. Auf einer Länge von 6,5 Kilometern lädt der Weg mittels 16 Posten dazu ein, die Holzwelt in Waldstatt zu erkunden. Der Weg kann begleitend mit einer App absolviert werden. Zwingende Voraussetzung ist sie jedoch nicht. Wie Müller auf Anfrage hin ausführt, laufe der Holzweg «sensationell». Mehrere tausend Personen hätten ihn schon absolviert. Wie viele genau es waren, kann der OK-Präsident nicht sagen, da nicht alle die App runtergeladen haben. Aber:

«Corona hat uns hier in die Hände gespielt. Der Holzweg ist ein abwechslungsreiches Erlebnis, das hier in unmittelbarer Nähe zur Verfügung steht.»

Und es ist ein nachhaltiges Projekt. Müller lächelt: «Mal schauen, vielleicht besteht der Holzweg zur nächsten Feier in 300 Jahren ja immer noch.»