Ein «Erntetag» für das Bistum

In einer feierlichen Messe nahm Bischof Markus Büchel am vergangenen Samstag fünf Seelsorgende nach abgeschlossener Berufseinführung respektive pastoraler Einführung in den ständigen Dienst des Bistums St. Gallen auf. Für Regens Guido Scherrer war die Institutio ein Abschied.

Beatrice Bollhalder
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Bischof Markus Büchel erteilte Michael Nolle (Mitte) aus der Seelsorgeeinheit Oberes Toggenburg am vergangenen Samstag die Institutio. (Bild: pd)

Bischof Markus Büchel erteilte Michael Nolle (Mitte) aus der Seelsorgeeinheit Oberes Toggenburg am vergangenen Samstag die Institutio. (Bild: pd)

ESCHENBACH. Die Institutio, so heisst der feierliche Abschluss des zweijährigen Weges, den die Seelsorgenden gehen mussten, fand in diesem Jahr in der Pfarrkirche St. Vinzentius in Eschenbach statt. Unter den fünf Menschen, die dem Ruf Gottes folgen, war auch Michael Nolle, der in den vergangenen zwei Jahren als Pastoralassistent im obersten Toggenburg tätig war. Bischof Markus Büchel nannte es einen «Erntetag». Die Einladungskarte für diese Institutio zeige viel Farbenpracht, und dies sei vielsagend für diesen besonderen Tag. «Denn jedes von euch bringt andere Farben in die kirchliche Arbeit ein», sagte Bischof Markus Büchel. Und natürlich sei es im Interesse des Bistums, dass die Menschen, die bei der Kirche Unterstützung und Hilfe suchten, in ihrer jeweiligen Farbe angenommen werden.

Das Ziel erreicht

Das Wetter sei ebenfalls passend an diesem Tag, an dem die fünf jungen Menschen das Ziel eines langen Weges erreicht hätten. Sie hätten sich wahrscheinlich mehr als einmal in dieser Zeit gefragt, ob sie wohl auf dem richtigen Weg unterwegs seien und wohin dieser einmal führe, fühlte sich Büchel in die Gedanken der neuen Seelsorgenden ein. «Ihr habt den Mut gehabt, den kirchlichen Weg zu beschreiten, und habt damit eine grosse Herausforderung angenommen. Die Berufung ist ein anderer Ruf als jener aus menschlicher Logik», führte der St. Galler Bischof aus. Für das Bistum sei es sehr erfreulich, dass sich fünf Personen dazu berufen fühlten, das Wort Gottes weiter zu verkünden. «In eurem Amt könnt ihr keine ruhige Kugel schieben», mahnte der Bischof, «die Seelsorgearbeit ist eine wunderbare, aber auch fordernde Aufgabe.»

Während der Berufseinführung wurden die neuen Seelsorgenden vom Regensteam, dem Regens Guido Scherrer sowie Barbara Walser angehören, betreut. Sie zeichneten zuständig für die Begleitung der Theologiestudierenden ab Studienbeginn bis zur Institutio. Mit dieser ging für Regens Guido Scherrer eine spezielle Zeit zu Ende. Der gebürtige Bütschwiler wird nämlich ab 1. Januar Generalvikar des Bistums St. Gallen. Als dessen Nachfolger ist Albert Wicki, bisher Pfarrer der Seelsorgeeinheit Altstätten, bestimmt worden. Barbara Walser wird ihre Tätigkeit als Mitarbeiterin im Regensamt weiterführen.

Berufung gespürt

In der feierlichen Messe wurden die Motivationsschreiben der Kandidaten verlesen. Dabei konnten die Gottesdienstbesucher, Freunde und Verwandte der Kandidaten, aber auch Angehörige der jeweiligen Seelsorgeeinheiten, erfahren, dass sich die neuen Seelsorgenden von den jeweiligen Teams getragen fühlen und die Berufung gespürt haben. Die gemeinsame Verantwortung wird geschätzt. Michael Nolle möchte beispielsweise seinen Beitrag leisten, dass das obere Toggenburg auch morgen noch über eine Gemeinschaft des Glaubens verfügt.