Ein Ende, das auch Zukunft bedeutet

Diesen Sonntag fährt der historische Triebwagen namens «Föfi» zum letzten Mal von St. Gallen über die Ruckhalde nach Teufen. Damit endet ein Stück Bahngeschichte.

Roger Fuchs
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Das Einsatzgebiet des Triebwagens Föfi reicht künftig nicht mehr bis nach St. Gallen hinunter. (Bild: RF)

Das Einsatzgebiet des Triebwagens Föfi reicht künftig nicht mehr bis nach St. Gallen hinunter. (Bild: RF)

Der Bau der Durchmesserlinie und die damit verbundenen Modernisierungen bei den Appenzeller Bahnen haben zur Folge, dass es die 940 Meter lange Zahnradstrecke in der Ruckhalde dereinst nicht mehr geben wird. Stattdessen fahren die Züge künftig durch einen Tunnel – mit einer Ausnahme. Der seit 85 Jahren im Einsatz stehende Nostalgietriebwagen «Föfi» wird die neue Strecke zwischen St. Gallen und Teufen nicht mehr bewältigen können. «Ein Stück Eisenbahngeschichte geht hiermit zu Ende», sagt Thomas Baumgartner, Geschäftsführer der Appenzeller Bahnen. Dies nehme man aber in Kauf, um die Zukunft der Bahn zu sichern.

Übermorgen Sonntag ist das «Föfi» zwischen 9.30 und 17 Uhr zum letzten Mal auf der Ruckhalde-Strecke unterwegs. Zwar bleibt auch mit dem Tunnel die Spurbreite der Bahn die gleiche, doch wie Thomas Baumgartner festhält, ändern beispielsweise die Weichensysteme und weitere betrieblich-technische Rahmenbedingungen, welche den Betrieb des Nostalgiewagens auf besagter Strecke fortan verunmöglichten. Komme dazu, dass der Bahnhof in St. Gallen in Zukunft auf durchfahrende Züge ausgerichtet sei und nicht mehr auf solche, die von dort wieder zurückfahren würden.

Der Nostalgietriebwagen «Föfi» stammt aus den Dreissigerjahren und ist originalgetreu restauriert worden. Das Interieur bietet neben sechs komfortablen Fauteuils weitere Sitzbänke aus Holz. Zwar ist dieser Wagen künftig nicht mehr auf der Ruckhalde unterwegs, doch keinesfalls wird er für immer ins Depot gestellt. «Auf den Strecken Gais-Appenzell und Gossau-Appenzell-Wasserauen werden weiterhin Fahrten mit diesem historischen Fahrzeug angeboten», sagt Thomas Baumgartner.

Die normalen Zugskompositionen der Appenzeller Bahnen sind bis im Frühjahr 2018 weiterhin über die Ruckhalde unterwegs. Dann aber werden jene Gleise für immer entfernt, was gemäss Baumgartner zu einem wohl noch emotionaleren Moment werden dürfte.

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