Ein Ehepaar sieht schwarzweiss

Gabi Vogt sammelt leidenschaftlich Holsteinkühe in allen erdenklichen Variationen. In ihrem Mann Dani Vogt hat die Gossauerin auch einen Sammelpartner gefunden. Heute stehen 4000 schwarzweisse Kühe in ihrem Zuhause.

Perrine Woodtli
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Ein Traum für alle Holsteinkuh-Liebhaber: Gabi und Dani Vogt in ihrem schwarzweissen Reich. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Traum für alle Holsteinkuh-Liebhaber: Gabi und Dani Vogt in ihrem schwarzweissen Reich. (Bild: Ralph Ribi)

GOSSAU. Schwarzweiss, wohin das Auge reicht. Wer die Wohnung der Familie Vogt in Gossau betritt, den erschlägt es erst einmal. An den Wänden, in Vitrinen, auf Tischen und in Regalen reiht sich eine Kuh an die andere. Gabi und Dani Vogt sammeln Holsteinkühe, in allen Formen und Materialien. Das Paar besitzt rund 4000 schwarzweiss gefleckte Kühe. Mit diesem aussergewöhnlichen Hobby haben es die beiden diese Woche auch in die FM1-Rekordwoche geschafft.

Schwarzweiss muss es sein

Angefangen hat es 1995, als Gabi Vogt eine schwarzweisse Kuhfelljacke geschenkt bekam. «Mir gefiel das Schwarzweiss sehr und auch Kühe interessierten mich», sagt sie. Die 46-Jährige begann alle möglichen Artikel von Holsteinkühen zu sammeln. «Es ging einfach immer weiter und hörte nicht mehr auf. Ich mag das einfach.» Zwei Jahre später lernte sie ihren Ehemann Dani Vogt kennen. Auch er hatte ein Faible fürs Sammeln, wenn auch nicht für Kühe. Damals jedenfalls nicht. Heute sammelt er gemeinsam mit seiner Frau. «Ich bin genauso aktiv und angefressen wie sie», sagt Dani Vogt.

Bei den Vogts kommen ausschliesslich Holsteinkühe in die Wohnung. Das musste Dani Vogt zu Beginn noch lernen. «Er versuchte einmal eine braunweisse Kuh dazuzustellen. Das funktionierte aber nicht», sagt Gabi Vogt und lacht. Bei ihr müsse alles schwarzweiss sein. Das hat Dani Vogt akzeptiert. «Ich habe schnell gemerkt, dass es da keine Kompromisse gibt.»

Keine doppelten Gegenstände

In den vergangenen 20 Jahren haben sich zahlreiche Holsteinkühe angesammelt. «3000 sind in der Wohnung, der Rest liegt schön verpackt im Keller», sagt Gabi Vogt. Die Sammlung reicht von Pfeifen und Puzzles bis zu Staubsaugern, einem Snowboard und tanzenden sowie singenden Plüschtieren. Gabi Vogt hat auch einen Liebling. «Ich habe einen Ring mit echtem Kuhfell und dazugehörigen Ohrringen.»

Auch ihr Mann hat einen Favoriten. «Es ist eine Figur mit zwei Kühen mit Bikerjacken auf einem Motorrad. Genau diese Figur gibt es auch in der Version mit Hochzeitskleidern.» Diese Hochzeitskühe sah der 47-Jährige vor Jahren in einem kleinen Laden in Appenzell. «Es wäre das perfekte Hochzeitsgeschenk für meine Frau gewesen. Doch als ich die Kuhfigur ein wenig später kaufen wollte, war sie bereits verkauft und ich kaufte darum die andere», sagt Dani Vogt und ergänzt lachend: «Falls ich wüsste, wer sie hat, würde ich darum betteln.»

Auch juckt es ihn jedes Mal, wenn er in eine Apotheke geht. «Dort steht ein Holsteinkuh-Kässeli. Bisher habe ich mich aber noch nicht getraut, danach zu fragen.»

Ein Kuhzimmer und zwei Kühe

Den Grossteil kaufen die beiden auf Flohmärkten und in Brockenhäusern. «Man hat irgendwann einen schwarzweissen Blick und entdeckt sofort, was man sucht», sagt Gabi Vogt. Oft bekommen sie auch von Freunden eine Kuh geschenkt. Dies sei aber recht heikel, räumt Dani Vogt ein. «Wir wollen und haben keinen Artikel doppelt. Meine Frau weiss genau, welches Stück wir bereits besitzen.»

Aus Platzgründen und auch wegen der Anzahl Artikel haben die Vogts ihr Hobby ein wenig einschränken müssen. «Wir kaufen nun spontan einen Artikel und gehen nicht mehr so auf die Suche», sagt Dani Vogt. Die Finger von einer Kuh zu lassen, sei aber nicht einfach. Vogts sind auf der Suche nach einem neuen Zuhause. «Das Beste wäre, wenn wir ein Zimmer nur für unsere Sammlung einrichten könnten. Jetzt steht alles in der Wohnung herum», sagt Dani Vogt. Am allerschönsten wäre aber etwas anderes: «Ich hätte am liebsten zwei echte Holsteinkühe. In ihrer Scheune könnte ich dann alle meine Sammlerstücke aufstellen», sagt Gabi Vogt mit leuchtenden Augen.

Eine letzte Frage bleibt: Was wäre gewesen, wenn Dani Vogt nicht mit dem Hobby seiner Frau klargekommen wäre? «Dann wären wir heute nicht zusammen», sagt Gabi Vogt und ihr Mann fügt hinzu: «Ich kenne sie nicht anders. Ich habe sie zusammen mit den Kühen kennengelernt.»