Ein Dorfhaus für Reute

Die vom Gemeinderat präsentierte Studie «Überbauung Dorf 50» stiess auf grosses Interesse. Kritische Bemerkungen aus der Bevölkerung fanden Einfluss in die weitere Projektbearbeitung.

Karin Steffen
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Das Modell «Überbauung Dorf 50» von Keller Hubacher Architekten. (Bild: Karin Steffen)

Das Modell «Überbauung Dorf 50» von Keller Hubacher Architekten. (Bild: Karin Steffen)

REUTE. Fast 60 Einwohner folgten der Einladung des Gemeinderates am vergangenen Freitagabend in die Turnhalle Reute. Sie liessen sich aus erster Hand über die Projektstudie «Überbauung Dorf 50» von Gemeindepräsident Ernst Pletscher, Architekt Peter Hubacher und Arealentwickler Bruno Bottlang orientieren. Auch der Präsident der Konsumgenossenschaft, Heinz Duppenthaler, liess seine Überlegungen einfliessen.

Dorfhaus ist Maximalvariante

In die Projektstudie wurden die Erkenntnisse aus dem 2013 durchgeführten Ideen-Café sowie der dannzumal gebildeten Arbeitsgruppen «Begegnungsraum» und «Wohnraum für Jung und Alt» übernommen. Die vorgestellte Maximalvariante Dorfhaus enthält eine Tiefgarage mit 20 Parkplätzen und einem Veloabstellplatz. Im Erdgeschoss befindet sich ein Ladenlokal mit integriertem Café und Aussensitzplätzen gegen Westen und einem Mehrzweckraum östlich. Der Mehrzweckraum bietet Platz für ungefähr 50 Personen, angegliedert ist eine kleine Teeküche. Der erste Stock bietet Raum für die Gemeindeverwaltung und eine grössere Wohnung. Im Dachgeschoss sind mehrere kleinere Wohnungen untergebracht, welche über Balkone gegen Süden verfügen. Alle Stockwerke sind mit einem Lift zugänglich. Die Pläne sind auf der Homepage der Gemeinde aufgeschaltet oder können mit dem Modell auf der Kanzlei besichtigt werden.

Finanzielle Folgen prüfen

Gemäss Heinz Duppenthaler liege die geplante Ladenfläche von 230 Quadratmetern knapp über dem Minimalkonzept von Denner. Heute beträgt die Ladenfläche im eigenen Gebäude der Konsumgenossenschaft 130 Quadratmeter. Welche finanziellen Auswirkungen der erhöhte Personalbedarf bei grösserem Ladenlokal und mit integriertem Café hätte, müsse die Verwaltung genau prüfen. Die Verwaltung werde eine Strategie ausarbeiten und diese an der Generalversammlung 2016 präsentieren, sagt Duppenthaler.

Zukünftiger Bedarf abgedeckt

Die Variante Dorfhaus decke den Bedarf der Gemeinde für die nächsten 25 Jahre ab, sagt Ernst Pletscher. Wie er weiter ausführt, benötige die Schule immer mehr Platz, weshalb sich eine Auslagerung der Kanzlei aufdränge. Wie sich die rege Bautätigkeit in der Gemeinde auf die Bevölkerungsstruktur der nächsten Jahre jedoch auswirke, lasse sich im Moment nicht vorhersagen. Aus dem Plenum kam der Einwand, dass doch die Schülerzahlen im allgemeinen eher rückläufig seien und des weiteren auch über Gemeindefusionen diskutiert werde. Pletscher weist darauf hin, dass es die Gemeinde in der Hand habe, ob die Rüütiger Schüler in 25 Jahren noch in Reute zur Schule gingen. Die Hoheit der Schulen liege immer noch bei den Gemeinden.

Bei der Präsentation der zu erwartenden Kosten ging ein Raunen durch den Saal. Die Grobkostenschätzung beläuft sich auf 5,85 Mio. Franken mit einer Genauigkeit von plus/minus 25 Prozent. Das liess den ehemaligen Präsidenten der Konsumgenossenschaft, Kurt Sturzenegger, zur Aussage hinreissen: «Das Dorfhaus ist meiner Meinung nach ein grosses Luftschloss», worauf er prompt Applaus erntete. Er sei nicht generell gegen einen Neubau, aber die Kosten für dieses Gebäudevolumen seien einfach zu hoch. Pletscher hofft auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung nach der Orientierung. Den Vorschlag, wiederum einen Workshop mit der Bevölkerung durchzuführen, nimmt er gerne auf. Dann werde sich zeigen, ob das Projekt weiterverfolgt werde und in welche Richtung es gehen soll.

Bessere Lösung für Dorfladen

An der anschliessenden Generalversammlung der Konsumgenossenschaft war die «Überbauung Dorf 50» nicht traktandiert. Revisor Beat Langenegger zeigte sich jedoch überzeugt davon, dass die Konsumgenossenschaft dem Vorschlag der Gemeinde nicht von vornherein negativ gegenüberstehen solle. «Lassen wir den Gemeinderat das Projekt doch weiterverfolgen. Wenn es für uns eine bessere Lösung gibt, können wir diese Chance dann packen.»

Neben der Schule und der Gemeindeverwaltung käme das neue Dorfhaus zu stehen. (Bild: Karin Steffen)

Neben der Schule und der Gemeindeverwaltung käme das neue Dorfhaus zu stehen. (Bild: Karin Steffen)

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