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Ein Dorf inspiriert Künstler

Das fünfte Projekt von Arthur Junior holt die Kunst nach Bütschwil. Über einen Monat lang lebten sieben junge Künstler im Dorf und liessen sich vom Ort inspirieren.
Mirjam Bächtold
Der Londoner Künstler Thomas Etheridge liess sich bei der Erschaffung seines Kunstwerkes von der Metamorphose inspirieren. (Bild: Mirjam Bächtold)

Der Londoner Künstler Thomas Etheridge liess sich bei der Erschaffung seines Kunstwerkes von der Metamorphose inspirieren. (Bild: Mirjam Bächtold)

BÜTSCHWIL. Entstanden sind sehr unterschiedliche Kunstwerke, die am Samstag an der Vernissage präsentiert wurden. An der Nordfassade des Bräggerhauses in Bütschwil steht auf einem Vorsprung eine Marienstatue mit Jesuskind. Seit Samstag hat auch die Südfassade eine Statue: den nackten Oberkörper eines Mannes, der Kopf hat die Form eines Stücks Holz.

Die Gipsskulptur mit dem Titel Primordia stammt vom Londoner Künstler Thomas Etheridge. Der 21-Jährige liess sich dabei vom Vorgang der Metamorphose inspirieren. «Dieser Vorgang fasziniert mich sehr. Ich wollte zeigen, dass sich alles verändert und immer in Bewegung ist», sagt er. Auch die Marienstatue habe ihn zu seinem Werk inspiriert. «Die Archetypen <Mutter und Kind> gibt es in jeder Gesellschaft. Ich interessiere mich für Geschichte und liebe alte Statuen.» Der Kopf seiner Skulptur ist der Gipsabdruck eines Stücks Holz, das Thomas Etheridge am Fluss gefunden hat. «Durch den Gips und das Weiss wird aus etwas Bekanntem und auf den ersten Blick Erkennbarem etwas Neues, der Körper wird zu einer Landschaft, einem Tanz zwischen Linien und Formen.»

Mehr als ein Durchgangsdorf

Thomas Etheridge ist einer von sieben Künstlern, alle unter 30 Jahre alt, die während der letzten sechs Wochen bei Bütschwilern gewohnt und hier an ihren Projekten gearbeitet haben. Es ist das fünfte Projekt, das Arthur Junior realisiert. Arthur – ein Kunstwort aus Art und Thur – steht für Kunst im Thurtal und Kunst auf Tour. Dass die Wahl des Durchführungsortes dieses Jahr auf Bütschwil fiel, sei mehr ein Zufall gewesen, sagt Marcel Hörler von Arthur Junior. «Wir fuhren durch das Dorf und als wir durch waren, fragten wir uns, war es das schon?» Sie wollen mit ihrem Projekt zeigen, dass Bütschwil mehr ist als ein Durchgangsdorf.

Die Kunstvermittlung ist den jungen Künstlern von Arthur Junior ein wichtiges Anliegen. «Das Toggenburg ist eine kunstarme Region und das möchten wir ein Stück weit ändern. Wir finden es auch wichtig, Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Kunst zu ermöglichen», sagt Marcel Hörler.

Die Kunstwerke sind im ganzen Dorf verteilt. Einige befinden sich im Bräggerhaus, für andere muss man bis zu einer Viertelstunde gehen. Am Kurfirstenweg, auf der Schulhauswiese, beim Antikbrockenhaus und sogar auf der anderen Flussseite der Thur sind die Werke zu finden. An der Vernissage luden die Veranstalter deshalb zu einem Rundgang ein und führten die Besucher zu den Schauplätzen.

Vergängliches Kunstwerk

Über den Drahtsteg Untermüli führt der Weg zum Werk von Aysa Stettler. Sie liess sich von der Natur inspirieren und folgte dem Weg, bis er nicht mehr weiterging. Dort, zwischen den Bäumen, hängen nun ihre Bilder aus Haselzweigen und Blättern: ein Kreis aus zusammengebundenen Ästen, in dem Blättergirlanden sanft im Wind schaukeln. Und eine Ellipse, ebenfalls aus Haselzweigen, die zwischen zwei Bäumen hängt und den Titel The Ear of Loving Trees trägt. «Dieses Projekt hat mir sehr viel gebracht», sagt die Kunststudentin aus Basel. «Ich fand es toll, dass wir überhaupt keine Vorgaben hatten.» Dass ihr Kunstwerk vergänglich ist, stört sie nicht, obwohl sie Stunden damit verbracht hat, die Blätter zusammenzunähen. «Ich habe etwas von der Natur genommen und irgendwann geht es wieder an die Natur zurück. Das ist das Leben.»

Eine öffentliche Führung für Kinder und Erwachsene findet am kommmenden Samstag, 5. September, ab 14 Uhr statt.

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