Ein Container als Esszimmer

Am Mittagstisch in Niederteufen finden nicht mehr alle einen Stuhl. Abhilfe soll ein Container schaffen. Wie das Problem langfristig gelöst wird, ist noch unklar.

Lisa Wickart
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Das Mittagstisch-Team und die Schulpräsidentin Ursula von Burg (rechts) freuen sich über das Provisorium. (Bild: Mea McGhee)

Das Mittagstisch-Team und die Schulpräsidentin Ursula von Burg (rechts) freuen sich über das Provisorium. (Bild: Mea McGhee)

Ein ungewöhnliches Bild bietet sich auf dem Schulareal Niederteufen: Auf der Wiese vor dem alten Kindergarten steht ein Container. Dieser ist nicht etwa für Abfall oder für die Papiersammlung gedacht, sondern als Esszimmer. Grund dafür: Der Mittagstisch Niederteufen hat Platzprobleme. «Noch nie gab es so viele Kinder am Mittagstisch», sagt Janine Haltiner-Bächtiger, Schulleiterin von Niederteufen. «Wir mussten zusätzliche Anmeldungen während des Schuljahrs zurückweisen. Der Raum stiess im letzten Schuljahr mit 30 Kindern an seine Grenzen. Momentan essen hier bis zu 38 Schüler.» Die Schulleitung und die Schulkommission entschieden, dass eine Lösung für das Platzproblem gesucht werden muss.

Der Mittagstisch fand bis jetzt im alten Kindergartengebäude auf dem Schulareal Niederteufen statt. Am Montag werde der Container zum ersten Mal in Betrieb genommen. Die Küche bleibt im Gebäude, lediglich Tische und Stühle werden in das Provisorium verschoben. Gespielt wird im Haus, gegessen im Container. «Zum Glück war das so schnell möglich. Eine langfristige Lösung ist das natürlich nicht», so Haltiner. Für ein bis zwei Jahre wird der Container auf dem Schulareal stehen. Wie das Platzproblem danach gelöst wird, ist noch unklar. «Die Schulkommission prüft verschiedene Lösungen. Eine Möglichkeit wäre ein Ersatzneubau oder eine Sanierung des Kindergartengebäudes», sagt die Niederteufner Schulleiterin.

Zunahme an Kindern in Niederteufen

Doch warum ist die Anzahl Anmeldungen so stark angestiegen? «Zum einen ist die Zunahme an Kindern in Niederteufen ein Grund. Zum anderen steigt das Bedürfnis nach dem Mittagstisch. Es gibt immer mehr berufstätige Eltern, die das Angebot brauchen», erklärt Haltiner die Situation. Nicht nur die Kinderanzahl am Mittagstisch sei gestiegen, auch bei der Nachmittagsbetreuung sei ein Anstieg zu vermerken. Dieser sei aber nicht so stark wie der des Mittagstisches. Das Gebäude wird nicht nur vom Mittagstisch und von der Nachmittagsbetreuung, sondern auch von der Spielgruppe genutzt. Durch die vielen Tische und Stühle im Raum hätte die Spielgruppe mit Platzproblemen zu kämpfen gehabt. «Durch den Container gibt es auch endlich mehr Platz für die Spielgruppe.»

Ursula von Burg, Schulpräsidentin von Teufen, war bei der Planung dabei. «Wir sind natürlich froh, auch wenn das Ganze nur provisorisch ist.» Der nächste Schritt wäre, dass eine Arbeitsgruppe eine langfristige Lösung erarbeite. Aus welchen Personen die Arbeitsgruppe besteht, wurde noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert.

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